So verbraucht Ihr E-Auto weniger Strom

18.11.2021
Versprochen hat der Hersteller Ihnen 450 Kilometer Reichweite, aber sie schaffen maximal 370? Gerade im Winter ist der Verbrauch von E-Autos hoch. Mit einigen Tricks kommt Ihr Stromer weiter.
Braucht Ihr E-Auto schon wieder eine Ladesäule? Gerade im Winter kann es helfen, die größtmögliche Rekuperationsstufe des Stromers zu nutzen. Foto: Swen Pförtner/dpa/dpa-tmn
Braucht Ihr E-Auto schon wieder eine Ladesäule? Gerade im Winter kann es helfen, die größtmögliche Rekuperationsstufe des Stromers zu nutzen. Foto: Swen Pförtner/dpa/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Steigende Strompreise machen sich auch im Geldbeutel von E-Autofahrern bemerkbar. Wer sparen möchte, kann mit einer effizienten Fahrweise dagegenhalten. Der Auto Club Europa (ACE) und der ADAC geben fünf einfache Tipps, wie das geht.

1. Möglichst kleine Felgen wählen

Je größer die Felgen, desto schöner anzusehen? Mag sein. In Sachen Spritsparen bietet es sich aber an umzudenken. Denn je kleiner die Räder, desto sparsamer ist man unterwegs. Der ACE sagt, schon ein Zoll kleinere Reifen könnten auf einer Strecke von 100 Kilometern etwa eine Kilowattstunde einsparen. Bei Autos mit integrierter Wärmepumpe reiche das aus, um den Innenraum mit der gesparten Energie aufzuwärmen.

2. Rekuperation

Beim Bremsvorgang mit einem Stromer lässt sich ein Teil der Bewegungsenergie in elektrischen Strom umwandeln. Die so zurückgewonnene Energie wandert zurück in die Batterie. Nur wenn die Bremskraft des E-Motors nicht ausreicht, wird zusätzlich konventionell gebremst. Besonders in der Stadt beim Stop-and-go-Verkehr, aber auch bei Talfahrten macht sich diese sogenannte Rekuperation bemerkbar.

Die Stärke der Motorbremswirkung lässt sich laut ACE bei vielen Autos ab- oder einstellen. Da die Einstellungen von Fahrzeug zu Fahrzeug verschieden seien, sollten sich E-Auto-Fahrerinnen und Fahrer genau mit den Möglichkeiten vertraut machen. So lasse sich die Rekuperation optimal nutzen.

3. Fuß vom Pedal

Die meisten E-Autos rekuperieren bereits, wenn der Fuß vom Gaspedal genommen wird. Auch hier lasse sich laut ACE einstellen, wie stark rekuperiert wird. Bei einigen Fahrzeugen müsse dafür der sogenannte Brake-Modus (Fahrstufe B) ausgewählt werden, andere verfügen über keine Einstellungsmöglichkeiten oder sogar gleich mehrere. Ein Blick in die Gebrauchsanweisung des Fahrzeugs hilft. Und dann: Öfter mal den Fuß vom Gas.

4. Richtig Heizen: Weniger Gebläse, mehr Sitzheizung

Einer der größten Energiefresser im E-Auto ist laut ACE die Heizung. Wer Energie sparen möchte, setzt diese daher besser mit Bedacht ein. Da im Winter aber niemand frieren will, empfiehlt der ACE eher die Sitz- und Lenkradheizung zu nutzen. Sie verbrauche weniger Energie als die Raumluftheizung.

5. Kurzstrecken vermeiden

Der ADAC rät dazu, kurze Fahrten mit dem E-Auto im Winter zu vermeiden - insbesondere dann, wenn dazwischen lange Standzeiten bestehen. Der Grund: Kalte Umgebungstemperaturen kühlen nicht nur den Innenraum, sondern auch die Batterie zügig ab. Beides muss dann beim Fahren immer wieder neu aufgeheizt werden - der Innenraum, damit die Insassen es gemütlich haben, die Batterie, um auf optimale Betriebstemperatur zu gelangen.

Wer kann, parkt sein E-Auto über Nacht im besten Fall in der Garage. Denn auch ein extremes Auskühlen der Batterie könne Reichweite kosten, sagt der ADAC.

© dpa-infocom, dpa:211117-99-34987/3

Tipps zum Fahren mit dem E-Auto im Winter vom ADAC


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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