So beugen Radler Abbiege-Unfälle vor

14.06.2018
Beim Rechtsabbiegen von Lastwagen kommt es oft zu schweren Fahrradunfällen. Grund ist in vielen Fällen der tote Winkel. Radfahrer sollten daher in der Nähe eines Lkws besonders vorsichtig sein.
Zusammenstöße zwischen Lastwagen und Radfahrern enden für die Radler oft tödlich. Um Unfälle zu verhindern, hilft oft ein Blickkontakt. Foto: Daniel Reinhardt
Zusammenstöße zwischen Lastwagen und Radfahrern enden für die Radler oft tödlich. Um Unfälle zu verhindern, hilft oft ein Blickkontakt. Foto: Daniel Reinhardt

Berlin (dpa/tmn) - Noch diskutieren und beraten Politiker in Europa über eine Pflicht von Abbiege-Assistenten für Lastwagen, die tödliche Unfälle verhindern sollen. Doch bis Technik Brummifahrer beim Rechtsabbiegen vor Menschen im toten Winkel warnt, leben vor allem Radfahrer gefährlich.

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich zum Selbstschutz auf die Gefahr durch abbiegende Lkw einstellen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät ihnen deshalb an Kreuzungen und Einmündungen zu großer Vorsicht, weil Kraftfahrer häufig den Schulterblick unterließen, mit der Rundumsicht überfordert oder abgelenkt seien - und in der Folge Radfahrern die Vorfahrt nehmen.

Auch die Deutsche Verkehrswacht (DVW) rät Fahrradfahrern zu einer aktiven Strategie, um Abbiege-Unfälle zu vermeiden: Es sei wichtig, sich zu verständigen und möglichst Sichtkontakt herzustellen. Wer unsicher ist, ob der Lkw-Fahrer ihn bemerkt hat, sollte zu seiner eigenen Sicherheit nicht auf seinen Vorrang als Geradausfahrender bestehen, sondern stehen bleiben und warten, bis der Lastwagen oder das Auto abgebogen ist. Zudem sollten Radler die eigene Fahrweise kritisch hinterfragen: Wer regelwidrig auf dem Gehweg, der linken Fahrbahnseite oder bei Rot über die Kreuzung fahre, mache es anderen Verkehrsteilnehmern schwerer, adäquat und rechtzeitig zu reagieren.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
«Wenn alle Lkw mit Abbiege-Assistenten ausgerüstet wären, könnte das pro Jahr 30 Menschenleben retten», sagt Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Foto: Arno Burgi Assistenz-Systeme könnten viele Menschenleben retten In Deutschland sind zuletzt rund 3200 Menschen pro Jahr im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Ein Teil davon könnte nach Einschätzung von Fachleuten noch leben, wenn Lastwagen mit Assistenzsystemen ausgerüstet wären.
Wer mit dem Auto abbiegen möchte, muss vorher den Blinker setzen. Foto: Kai Remmers Hintermann haftet nicht nach Abbiege-Unfall Bei einer unklaren Verkehrslage sollte man mit dem Auto kein Überholmanöver starten. Ist ein sehr langsames vorausfahrendes Auto auch solch ein Fall? Das zeigt ein Abbiegeunfall, der vor dem Oberlandesgerichts Hamm verhandelt wurde.
Im verhandelten Fall, muss der Kläger allein haften. Er habe gegen das Gebot der Rücksichtnahme sowie der Gefahrenvermeidung verstoßen. Foto: Monika Skolimowska Kein Schadenersatz bei Abbiegeunfall Autofahrer, die durch grob fahrlässiges Verhalten einen Unfall hervorrufen, müssen allein haften und haben keinen Anspruch auf Schadenersatz. Das hat das Landgericht Essen entschieden.
Das Warnsystem "Bike-Flash" überwacht den toten Winkel von Fahrzeugen durch Wärmesensorik. Wird ein Radfahrer erkannt, blinken vier Leuchten und warnen den LKW-Fahrer. Foto: Hauke-Christian Dittrich Neues Warnsystem soll Radfahrer vor Lastwagen schützen Zwar schaut der Lastwagenfahrer beim Abbiegen in den Spiegel, den Radler im toten Winkel aber sieht er nicht. Immer wieder folgen tödliche Unfälle. Die soll ein neuartiges Warnsystem verhindern.