Sicher unterwegs mit Winterreifen

25.09.2019
Bereits im Herbst können winterliche Straßen manchmal die Autofahrer in Deutschland überraschen. Daher wechseln sie besser möglichst frühzeitig auf Winterreifen. Was ist sonst noch zu beachten?
Die Wintertauglichkeit eines Reifens ist erkennbar am Alpine-Symbol, einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Die Wintertauglichkeit eines Reifens ist erkennbar am Alpine-Symbol, einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Wann ist für Autofahrer der richtige Zeitpunkt für den Wechsel auf Winterreifen gekommen? Die Antwort auf diese Frage hängt von der Witterung ab. Denn in Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht.

Das heißt: unabhängig vom Datum müssen Autos bei Glatteis, Schneematsch, Reif- und Eisglätte auf Winterpneus rollen, erklärt der Auto Club Europa (ACE).

Als richtigen Zeitraum nennt ACE-Technikexperte Marcel Mühlich die Faustformel «von O bis O, Oktober bis Ostern». Schon im Herbst sei mit Temperaturstürzen und schwierigen Streckenverhältnissen zu rechnen.

Wer bei Winterbedingungen auf Winterreifen verzichtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Und wer durch eine falsche Bereifung nicht nur sich selbst in Gefahr bringt, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer behindert, kann mit noch höheren Geldsummen belastet werden.

Winterreifen tragen dazu bei, Bremsweg und Kurvenhaftung des Autos zu verbessern. Dafür ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern gesetzlich vorgeschrieben. Mühlich empfiehlt aber grundsätzlich mehr: Im Sommer sollte man nicht mit weniger als 3 Millimeter Profiltiefe fahren, im Winter nicht mit weniger als 4 Millimeter.

Bei Nässe tritt das Problem des Aquaplaning auf, bei dem das Wasser nicht verdrängt werden kann - und je weniger Restprofil, desto früher geschieht das. Das Auto schwimmt dann auf und lässt sich nicht mehr lenken. Bei Schneefall sei hingegen der Grip ohne Winterreifen nicht mehr gewährleistet.

«Nach 10 Jahren sollten Reifen spätestens gewechselt und nach 6 Jahren überprüft werden», sagt Mühlich. Zu erkennen sind neue Winterreifen am Alpine-Symbol, einem dreigezackten Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Seit Januar 2018 ist diese zusätzliche Kennzeichnung Pflicht. Wer ältere Winterreifen ausschließlich mit M+S-Markierung besitzt, kann sich auf einen Bestandschutz bis 30. September 2024 berufen.

Anhand eines vierstelligen Zahlencodes am Ende der sogenannten DOT-Nummer an der Reifenflanke können Autofahrer das Alter von Reifen ermitteln. Der Code gibt Woche und Jahr der Herstellung an. «0710» zum Beispiel steht für die siebte Woche des Jahres 2010.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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