Sicher mit dem Auto unterwegs bei Eis und Schnee

04.11.2021
Wer auf winterlichen Straßen Auto fährt, passt seine Fahrweise besser an Eis und Schnee an und verlässt sich nicht nur auf die Technik. Ein paar Tipps helfen.
Flockige Rutschpartie: Wenn Eis und Schnee die Straßen glatt machen, sind Gefühl, weniger Tempo und mehr Abstand gefragt. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Flockige Rutschpartie: Wenn Eis und Schnee die Straßen glatt machen, sind Gefühl, weniger Tempo und mehr Abstand gefragt. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Stuttgart (dpa/tmn) - Regen und Kälte und bald auch Schnee: Der Winter steht vor der Tür. Und mancherorts können schon jetzt die Straßen glatt werden. Dann gilt: Fuß vom Gas, noch mehr Abstand halten und mit geringerem Tempo an Ampeln und Kreuzungen heranfahren, rät die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Denn die Bremswege werden länger.

Die meisten Autos haben heute ein Antiblockiersystem (ABS). Wer damit stark bremsen muss, tritt «beherzt» aufs Pedal, so die GTÜ. Dabei lässt sich das Auto bei Bedarf noch lenken, etwa um Hindernissen auszuweichen. Doch auch wer weitere elektronische Helfer wie etwa ein Stabilitätsprogramm an Bord hat, sollte kein Risiko eingehen und umsichtig fahren. Die Gesetze der Fahrphysik blieben immer in Kraft, so die GTÜ. Ganz alte Autos noch ohne ABS bremst man besser behutsamer. Denn die Räder blockieren ansonsten auf Eis und Schnee schnell - und übertragen keine Lenkbewegungen mehr.

Keine Hektik und mit Gefühl Gas geben

Hektisches Lenken vermeiden Autofahrer besser generell auf glattem Terrain, um nicht ins Schleudern zu kommen. Und auch Gas geben Winterfahrer, indem sie das Pedal lieber streicheln als treten. Ein höherer Gang als üblich hilft, plötzliches Durchdrehen der Räder zu verhindern und kann die Bewegungen der Karosserie beruhigen.

Wer mit Frontantrieb unterwegs ist, kann etwa durch zu viel Gas in der Kurve auf Schnee die Vorderräder zum Durchdrehen bringen. Das Auto schiebt dann über die Vorderräder Richtung Kurvenrand, es untersteuert. Wer nun Gas wegnimmt, reduziert das Tempo. Jetzt können die Räder wieder greifen und das Auto folgt wieder der eingeschlagenen Lenkung.

Ausbrechendes Heck will mit Geschick gefangen werden

Treibt die Hinterachse das Auto an, kann bei zu viel Gas das Heck ausbrechen. Hier ist schnelles Gegenlenken mit Gefühl gefragt, um das Auto wieder einzufangen. Am besten übt man so was bei einem Fahrtraining. Allradautos sind laut GTÜ im Vorteil. Diese zeigen ihre Stärken sowohl beim Anfahren als auch in der Kurve. Denn sie können die Kräfte des Antriebs gleichmäßiger an die Räder verteilen. Beim Bremsen allerdings gibt es dann keine Vorteile mehr.

Trotz Vorsicht sowie guter Ganzjahres- oder Winterreifen: Wenn sich das Glatteis auf der Straße spiegele, gehe selbst bei intakter Bereifung die Haftung gegen Null. Dann sei es sinnvoller auf den Streudienst zu warten.

© dpa-infocom, dpa:211104-99-869610/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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