Reifen und Räder: Was darf ich am Auto ändern?

24.11.2020
Wer sein Auto individualisieren möchte, kauft sich oftmals zunächst neue Räder. Doch welche Rad- und Reifenkombination darf man eigentlich mit dem jeweiligen Automodell fahren?
Modelle mit Teilegutachten (TGA) oder Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) erweitern das Angebot. Die hier genannten für ihr Automodell erlaubten Felgen können die Felgenkäufer dann fahren. Foto: picture alliance / dpa
Modelle mit Teilegutachten (TGA) oder Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) erweitern das Angebot. Die hier genannten für ihr Automodell erlaubten Felgen können die Felgenkäufer dann fahren. Foto: picture alliance / dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - Der Trend zur Individualisierung des eigenen Fahrzeugs ist laut Dekra ungebrochen. Wichtige Bauteile, an denen immer wieder gerne Veränderungen gegenüber dem Serienzustand vorgenommen werden, sind Reifen und Räder.

Aber welche Änderungen sind hier erlaubt und worauf muss man als Fahrzeughalter achten? «In der EG-Typgenehmigung werden für jedes Fahrzeug die serienmäßigen beziehungsweise freigegebenen Rad- und Reifengrößen genannt», sagt Christian Koch als Dekra-Sachverständiger für Reifen und Räder.

Die beim Neuwagenverkauf ausgehändigten CoC-Papiere [Certificate of Conformity) führen diese Kombinationen in der Regel auf. Eine Umrüstung der Räder und Reifen im Bereich der originalen Serienbereifung kann daher ohne weitere Prüfung erfolgen. Diese CoC-Papiere lassen sich auch nachträglich beim Hersteller besorgen.

Modelle mit Teilegutachen oder ABE erweitern das Angebot

Aber es gibt ja zahllose Fremdhersteller von Rädern. Die lassen bestimmte Kombinationen auf ihre Verwendbarkeit für unterschiedliche Fahrzeugmodelle sowie auf die Dauerfestigkeit prüfen. Dafür beantragen sie dann ein Teilegutachten (TGA) oder eine entsprechende Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Die dabei genannten für ihr Automodell erlaubten Felgen können die Felgenkäufer dann fahren.

Allerdings kann eine sogenannte Änderungsabnahme bei einer Prüfstelle nötig werden. Dabei lassen sich die Prüfer ABE oder TGA vorlegen und gucken, ob die Räder ordnungsgemäß verbaut wurden. «Bei einer Umrüstung müssen das Fahrwerk und die Bremsanlage des Fahrzeugs dem Serienzustand entsprechen», gibt der Dekra-Reifenexperte zu bedenken.

Die danach ausgehändigten Papiere der Abnahme sind stets mitzuführen. Die dort vermerkten Änderungen werden bei der nächsten Gelegenheit bei der Zulassungsstelle in den Papieren vermerkt. Nur wenn die ABE der Felgen eine Freistellung von dieser Eintragung enthält, kann diese entfallen.

Wer viel macht, macht meist mehr Auflagen erforderlich

Bei zusätzlichen Veränderungen etwa durch Tieferlegungen oder Spurverbreiterungen sei die Zulässigkeit entweder durch Angaben im Prüfbericht oder durch sogenannte Freigängigkeits- und Fahrversuche zu klären. Erforderlich ist dann auf jeden Fall eine Begutachtung bei einer Technischen Prüfstelle oder durch den Technischen Dienst einer Überwachungsorganisation im Rahmen einer Einzelabnahme.

Grundsätzlich sollte man beachten: Je größer die Rad- und Reifenkombination wird und je weiter die Einpresstiefe des Rades von der Serie abweicht, desto mehr Auflagen in Form von Modifikationen am Fahrzeug wie beispielsweise Radhausverbreiterungen oder zumindest Radlaufabdeckungen sind in der Regel notwendig. Bei erheblichen Änderungen empfiehlt es sich, eine Fahrwerksvermessung und gegebenenfalls Neueinstellung durchführen zu lassen.

© dpa-infocom, dpa:201123-99-436397/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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