Reich an Platz und Problemen: Opel Zafira B als Gebrauchter

07.06.2016
Geräumig ist der Oper Zafira B allemal. Doch sollte man den Kauf eines Second Hand-Exemplars gut abwägen. Einige Teile verschleißen schnell, die Pannenstatistik könnte besser aussehen. Gesteigert hat sich das Modell aber immerhin gegenüber seinem Vorgänger Zafira A.
Kompaktvan mit Marotten: Auch die zweite Generation von 2005 bis 2014 des Opel Zafira kämpft mit Problemen in der Pannenstatistik. Foto: GM Company
Kompaktvan mit Marotten: Auch die zweite Generation von 2005 bis 2014 des Opel Zafira kämpft mit Problemen in der Pannenstatistik. Foto: GM Company

Berlin (dpa/tmn) - Der Opel Zafira B ist ein flexibles Auto: Es gibt ihn mit bis zu sieben Sitzen, er bietet passend zu seiner Klasse als Großraumlimousine viel Platz auf knapp viereinhalb Metern Länge.

Doch auch an Marotten ist der Kompaktvan reich - wenngleich er sich gegenüber seinem Vorgänger Zafira A gebessert hat. «Beim B-Modell sieht die Welt schon rosiger aus», schreibt der «TÜV Report 2016» in seinem Fazit. Mankos sind allerdings die recht schnell verschleißenden Federn und Dämpfer. Hier schneidet das Modell bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) unterdurchschnittlich ab. Auch bei der Lichtanlage sind die Kinderkrankheiten noch nicht ganz ausgestanden. Weitere Mangelschwerpunkte sind die Bremsscheiben sowie der Ölverlust an Motor und Getriebe.

Kaum besser kommt der Zafira B in der Pannenstatistik des ADAC weg. Der Club schreibt von einem «unterdurchschnittlichen Ergebnis». Insbesondere häuften sich Defekte am Abgasrückführungssystem (bei Modellen von 2012) und am Partikelfilter (2009). Bei bis zum Jahr 2008 gebauten Exemplaren ging öfters auch der Tempomat kaputt, Defekte an Zündspulen betrafen in erster Linie Autos von 2007 bis 2012. Insgesamt sechs Rückrufe musste der Zafira B über sich ergehen lassen. Der größte ist vom September 2015 als knapp 140 000 Fahrzeuge ab dem Modelljahr 2010 wegen eines Softwarefehlers zur Steuerung der elektrischen Feststellbremse in die Werkstätten gebeten wurden.

Im Jahr 1999 gab Opel den Startschuss für seinen Van der Kompaktklasse - vier Jahre bevor VW den erfolgreichen Konkurrenten Touran auf die Straße brachte. Die besprochene zweite Generation, der Zafira B, rollte 2005 in die Showrooms. 2008 führte der Hersteller eine Modellpflege durch, das neben Änderungen an Ex- und Interieur die sparsameren Ecoflex-Motoren brachte.

Einen elektrischen Zafira gibt es zwar nicht, dennoch wird das Thema alternative Antriebe beim Zafira groß geschrieben: Es gibt ihn mit Erd- und Autogasmotoren. Die CNG-Varianten leisten bis zum Baujahr 2009 69 kW/94 PS und 71 kW/97 PS, seitdem gibt es das Erdgasmodell mit Turbo und 110 kW/150 PS. Die LPG-Version bringt es auf 103 kW/140 PS. Die herkömmlichen Benziner kommen im Laufe der Bauzeit auf 77 kW/105 PS bis 177 kW/240 PS beim leistungsstärksten, dem OPC-Modell. Je nach Baujahr und Ausführung leisten die Diesel 74 kW/100 PS bis 110 kW/150 PS.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt wird ein Zafira 1.9 CDTI mit 110 kW/150 PS von 2010 nach Angaben der Schwacke-Liste mit durchschnittlich 10 400 Euro gehandelt. Die Preisanalysten gehen dabei von einer Laufleistung von 109 200 Kilometern aus. Wer ein gleich starkes Erdgasmodell anpeilt, muss demnach im Falle eines Zafira 1.6 CNG Turbo Family von 2013 mit noch rund 16 000 Euro kalkulieren - bei schon 43 200 Kilometern auf der Uhr. Mit einem ermittelten Handelspreis von 8350 Euro wird der Zafira 1.8 Innovation 110 Jahre von 2008 mit 103 kW/140 PS für rund die Hälfte gehandelt (103 200 Kilometer).


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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