Opel Astra: Übung macht den Meister

30.03.2016
Neun Generationen und seit 1963 über fünf Millionen Verkäufe: Opel weiß, wie man Kombis für die Kompaktklasse baut. Der neue Astra Sports Tourer ist deshalb buchstäblich ein großer Wurf - selbst wenn seinem Segment in Abmessungen und Ausstattung längst entwachsen ist.
Der neue Astra Sports Tourer kommt am 9. April in den Handel. Foto: Opel
Der neue Astra Sports Tourer kommt am 9. April in den Handel. Foto: Opel

Berlin (dpa-infocom) - Der Astra bekommt einen praktischen Bruder: Denn nach dem Fünftürer aus dem letzten Herbst bringt Opel sein wichtigstes Modell jetzt als Kombi an den Start. Auch diesmal als Sports Tourer geführt, geht der Lademeister am 9. April in den Handel und kostet mindestens 18 260 Euro.

Mehr Platz für Kind und Kegel

Für einen Aufschlag von exakt 1000 Euro gegenüber dem Schrägheck haben die Hessen den Astra dafür um 33 Zentimeter in die Länge gezogen und auf 4,70 Meter gestreckt. Jetzt sitzt man im Fond etwas besser und der Kofferraum wächst gegenüber dem Fünftürer von 370 auf 540 Liter. Obwohl der Vorgänger ganz ähnlich bemessen war, hat er rund 80 Liter weniger Stauraum zu bieten. Und selbst der große Bruder Insignia kann da nicht mithalten.

Die Details machen den Unterschied

Es sind die vielen Details, an denen man die große Erfahrung der Hessen erkennt. Schließlich stehen sie in diesem Segment bereits seit 1963 an der Laderampe und haben mittlerweile mehr als fünf Millionen Kombis gebaut. Entsprechend leicht machen sie ihren Kunden das Laden: Die dreigeteilte Rückbank klappt deshalb jetzt wirklich mit einem Fingerschnippen nach vorn. Der Ladeboden ist tatsächlich topfeben.

Und die elektrische Heckklappe lässt sich mit einem angedeuteten Fußtritt nicht nur öffnen, sondern auch wieder schließen. Dazu noch das Staufach für die Laderaumabdeckung im Unterboden und Extras wie das FlexOrganizer-Paket mit variablen Raumteilern, Zurrösen und Sicherheitsnetzen - schon wird das Laden zur Lust statt zur Last.

Ein wenig Vergnügen für das Vernunftsmodell

Kombis gelten als vernünftige Autos, der neue Astra will auch ein Vergnügen sein. Das unterstreicht Opel mit dem schnittigen Design und seinem Fahrverhalten: Gegenüber dem Vorgänger um bis zu 200 Kilo leichter, macht das Auto einen sehr viel agileren, lebendigeren Eindruck. Erst recht mit dem neuen Top-Diesel, der über die drei bisherigen Selbstzünder von 70 kW/95 PS bis 100 kW/136 kW rückt. Mit zwei Turbos beatmet, kommt er auf 118 KW/160 PS und macht dem Kombi mit 350 Nm Beine. Das wirkt beim Kavalierstart, wenn der Astra die Tempo 100-Marke nach 8,9 Sekunden erreicht, und erst recht beim Überholen. Denn den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h absolviert er in 8,1 Sekunden.

Und wer danach auf dem Gas bleibt, der erlebt den Kombi auf der Autobahn mit 220 km/h als hungrigen Kilometerfresser mit langem Atem. Zumindest auf dem Papier ist er mit 4,1 Litern (CO2-Ausstoß 109 g/km) zufrieden und muss deshalb nur alle 1200 Kilometer an die Box. Wer Benzin statt Diesel tanken will, der hat die Wahl zwischen fünf Drei- und Vierzylindern von 74 kW/100 PS bis 147 kW/200 PS und macht den Sports Tourer bei maximal 235 km/h zum Eil-Transporter.

Ausstattungsoptionen für alle Sinne

Genau wie beim Fünftürer will Opel auch beim Kombi mit einer üppigen Optionsliste punkten. So gibt es fürs Wohlbefinden klimatisierte Massagesitzen, für die Nase Duftspender, für die Ohren die kinderleichte Smartphone-Integration und für die Augen das neue Matrix-Licht mit jeweils acht individuell ansteuerbaren LED-Paketen.

Der Clou bleibt aber der Telematikdienst OnStar mit der Standleitung zum virtuellen Privatsekretär. Wer ein paarmal das blaue Knöpfchen am Spiegel gedrückt und mit dem Serviceteam geplaudert hat, der will diesen Dienst nicht mehr missen: Nie hat man Navigationsadressen leichter eingegeben oder Sonderziele schneller gefunden.

Obwohl die Preisliste in Umfang und Endsumme fast das Format der Mittelklasse erreicht, passen die Hessen bei ein paar üblichen Optionen. Verstelldämpfer zum Beispiel halten sie für überflüssig, eine Doppelkupplung haben sie nicht im Angebot und dem Trend zum Allradantrieb wollen sie partout nicht folgen.

Fazit: Die bessere Kombination

Mehr Platz für Kind und Kegel und trotzdem genauso schick wie der Fünftürer: Für mehr Geld auch mehr Ausstattung auf der Autobahn ein gelassener Kilometerfresser und auf der Landstraße kein Langweiler - wenn es ein Astra sein soll, dann sind die 1000 Euro Aufschlag für den Sports Tourer gut angelegt. Denn der Kombi ist einfach die bessere Kombination - und nicht umsonst schon traditionell das erfolgreichere Modell.

Datenblatt: Opel Astra Sports Tourer 1,6 BiTurbo CDTI

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Wichtige Serienausstattung

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke


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