Müdigkeit am Steuer wirkt wie Alkohol

09.02.2018
Die lange Feier ist vorbei. Gut, dass zuvor ein Fahrer bestimmt wurde, der nüchtern bleibt. Doch wenn der übermüdet ist, droht ebenfalls Gefahr. Denn Schlafmangel kann die Reaktionsfähigkeit ähnlich wie Alkohol beeinträchtigen.
Nicht nur Alkohol, auch Müdigkeit wirkt sich im Verkehr gefährlich aus. Die Beeinträchtigung ist vergleichbar mit 0,5 Promille Blutalkohol. Foto: Andrea Warnecke
Nicht nur Alkohol, auch Müdigkeit wirkt sich im Verkehr gefährlich aus. Die Beeinträchtigung ist vergleichbar mit 0,5 Promille Blutalkohol. Foto: Andrea Warnecke

Bonn (dpa/tmn) - Auch wer sich etwa nach einer langen Karnevalsfeier nüchtern ans Steuer setzt, kann sich und andere gefährden. Denn nicht nur Alkohol, sondern auch Müdigkeit wirkt sich im Verkehr schnell gefährlich aus, erklärt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Wer etwa nach 17 Stunden ohne Schlaf Auto fährt, muss mit einem beeinträchtigen Reaktionsvermögen vergleichbar mit 0,5 Promille Blutalkohol rechnen. Nach 22 Stunden wirke das wie mit 1,0 Promille.

Auch der Sekundenschlaf droht bei Übermüdung. Und wer auch nur kurz einnickt, ist für eine gefährlich lange Fahrtstrecke im Blindflug unterwegs. Bereits bei 50 km/h legt das Auto dabei in nur zwei Sekunden über 30 Meter zurück.

Erste Anzeichen für Übermüdung sind beispielsweise häufiges Gähnen oder schwer werdende Augenlider. Das sollten Autofahrer stets als Warnzeichen ansehen und handeln. Ein Halt mit etwas Bewegung an der frischen Luft könne helfen, die Müdigkeit zu überwinden.

Zusätzlich dazu wirkt ein kurzes Nickerchen von etwa 10 bis 20 Minuten erfrischend. Kurz vorher getrunkener Kaffee kann den Effekt verstärken. Da das Koffein erst nach einer halben Stunde wirkt, stört es nicht dabei einzuschlafen, erleichtere aber das Wachwerden. Nur eine Tasse Kaffee allein ersetzt allerdings diesen Kurzschlaf nicht.

Der DVR rät, stets für genügend Schlaf zu sorgen und ansonsten nach einer langen Feier auf öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi auszuweichen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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