Motorradhelm nach Unfall abnehmen oder nicht?

21.02.2020
Wenn verunfallte Motorradfahrer bewusstlos sind, stellen sich viele Ersthelfer immer noch die Frage: Helm abnehmen oder nicht? Gegen die Verunsicherung geben Experten eine klare Antwort.
Keine Frage mehr: Verunfallen Motorradfahrer, sollte ihnen Ersthelfer in jedem Fall den Helm abnehmen. Foto: Rainer Jensen/dpa/dpa-tmn
Keine Frage mehr: Verunfallen Motorradfahrer, sollte ihnen Ersthelfer in jedem Fall den Helm abnehmen. Foto: Rainer Jensen/dpa/dpa-tmn

Essen (dpa/tmn) - Erreichen Sie als Ersthelfer nach einem Unfall einen bewusstlosen Motorradfahrer, gilt: Nehmen Sie der Person in jedem Fall den Helm ab. Das rät das Institut für Zweiradsicherheit (ifz).

Beim Abnehmen des Helms ist zwar größte Sorgfalt gefragt, um Verletzungen der Halswirbel zu vermeiden. So arbeiten dabei idealerweise zwei Helfer zusammen, um permanent die Halswirbelsäule stabilisieren zu können. Doch das Risiko im Helm zu ersticken, sei für den Verletzten weit größer als ein Verletzungsrisiko beim Abnehmen des Helms, so das ifz. Also zur Not auch alleine agieren.

Ist ein Biker noch ansprechbar, sollten Helfer zunächst nachfragen. Oft seien die Personen aber für die Helmabnahme dankbar, so das ifz. Auch Klapphelme, deren Unterteil komplett nach oben schwingt, müssen Ersthelfer ganz vom Kopf nehmen. Sollten eine Atemspende und die stabile Seitenlage erforderlich sein, geht das korrekterweise nur ohne Helm.

Wie Helfer beim Abnehmen des Helms genau vorgehen sollten, hat das ifz mit weiteren Tipps für die Erste Hilfe in einer Broschüre zusammengestellt.

Erste-Hilfe-Broschüre des ifz


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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