Mit Vaseline und gutem Gummi - so wird das Auto winterfit

23.10.2020
Es wird kalt in Deutschland. Damit Autofahrer gut durch die nächsten Monate kommen, sollten sie ihren Wagen auf Eis und Schnee vorbereiten. Oft ist nicht einmal ein Werkstattbesuch notwendig.
Zarte Zeichen zeugen im Schnee vom gelungenen Aufbruch: Wer bei eiskalten Temperaturen problemlos starten will, braucht eine fitte Batterie. Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
Zarte Zeichen zeugen im Schnee vom gelungenen Aufbruch: Wer bei eiskalten Temperaturen problemlos starten will, braucht eine fitte Batterie. Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn

München (dpa/tmn) – Einstellige Temperaturen in den frühen Morgenstunden sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass die kalte Jahreszeit da ist. Für Autofahrer bedeutet das, den Wagen winterfest zu machen. Das aber sollte nicht nur auf den Reifenwechsel beschränkt sein. Basis für eine gute Wintervorbereitung ist eine gründliche Autowäsche.

«Mit einer anschließenden Konservierung mittels Politur und Wachs ist der Lack gut geschützt vor Feuchtigkeit und Salz», sagt Eberhard Lang vom Tüv Süd. Nicht zu vergessen auch die Pflege der Türgummis, um ein Zufrieren der Tür bei hohen Minusgraden zu verhindern. «Vaseline, Hirschtalk oder Talkum sind dabei allerdings nicht die wirkungsvollsten Mittel. Besser und nachhaltiger wirksam sind glyzerin- oder silikonhaltige Pflegestifte und Sprays», sagt Gerrit Reichel von Auto Club Verkehr (ACV).

Zu einem Wintercheck gehört außerdem das Überprüfen des Frostschutzes im Wischwasser sowie im Kühlwasserbehälter des Motors. «Das sind Arbeiten, die jeder Autobesitzer auch selbst ohne großen Aufwand zu Hause durchführen kann», meint Reichel. Ein Prüfgerät für den Frostschutz gebe es im Zubehörhandel, für mindestens minus 20 Grad sollte der Schutz ausgelegt sein.

Batterie und Akku pflegen

Dagegen ist ein Check der Bremsflüssigkeit ein Fall für den Fachmann in der Werkstatt. Auch ein Blick auf das Motoröl lohnt bei dieser Gelegenheit, denn gerade bei Kälte ist es wichtig, mit einem gut geölten Motor unterwegs zu sein.

Ein Klassiker im Winter sind leere Batterien. Diese fühlen sich bei warmen 20 Grad am wohlsten und die Leistung lässt im Winter entsprechend nach. Wartungsfreie Batterien sollen das eigentlich verhindern. «Es ist trotzdem ratsam, auch bei diesen Batterien einmal im Jahr den Flüssigkeitsstand in den Zellen zu überprüfen und gegebenenfalls mit destilliertem Wasser aufzufüllen», rät Reichel. Die Batterie sollte stets sauber gehalten und der feste Sitz der Polklemmen überprüft werden.

Was für den Verbrenner gilt, trifft auf Elektroautos erst recht zu. «Wer die Möglichkeit hat, sollte das Auto in der warmen Garage parken», empfiehlt Volker Blandow vom Tüv Süd. Vorteilhaft sei auch, das Auto erst vor der morgendlichen Abfahrt zu laden, denn so habe die Batterie beim Losfahren bereits Betriebstemperatur erreicht.

Kratzer, Tuch und Feger immer dabeihaben

Unerlässlich ist in jedem Fall ein gutes Paket mit Winterutensilien im Auto. Dazu zählt der Tüv Süd einen Eiskratzer für die Scheiben, Anti-Beschlagtücher für die Innenscheiben, einen Handfeger für Schnee und eine Taschenlampe. Eine warme Decke und Handschuhe sind bei einem unerwarteten Stau Gold wert. In die Manteltasche hingegen gehören ein Türschlossenteiser und eventuell auch ein Eisfrei-Spray.

«Diese Sprays ermöglichen auf vergleichsweise komfortable Weise das Enteisen der Scheiben. Zudem ist diese Methode schonender als die Verwendung eines Eiskratzers», meint Reichel. Eine andere gute Möglichkeit seien Eisschutzfolien, die nicht nur die Scheibe freihielten, sondern auch das Festfrieren der Wischergummis verhinderten.

Wer sein Fahrzeug nicht auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, riskiert Bußgelder in unterschiedlicher Höhe: «Wer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte ohne M+S-Reifen fährt, muss mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen», sagt Tobias Goldkamp, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus Neuss. «Werden andere Verkehrsteilnehmer behindert, sind es 80 Euro, mit Gefährdung 100 Euro, bei Unfall 120 Euro, jeweils zuzüglich des Punktes in Flensburg.»

Bußgelder können auch verhängt werden, wenn die Scheiben nicht richtig von Schnee und Eis befreit sind, das Kennzeichen nicht lesbar oder ein Scheinwerfer vom Schnee verdeckt ist.

© dpa-infocom, dpa:201022-99-40738/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Für Autofahrer steht jetzt der Wechsel auf Winterreifen an. Welche Reifengröße zum Fahrzeug passt, ist den Fahrzeugpapieren zu entnehmen. Foto: Robert Günther/dpa-tmn Welche Reifengröße darf ich fahren? Aktuell steht für viele der Wechsel auf Winterreifen an. Wer neue braucht und sie sich selbst besorgen will, muss auf die richtige Größe achten - doch woher weiß ich, welche ich fahren darf?
Wisch und weg: Meist reicht ein mildes Reinigungsmittel, um den Innenraum eines Autos zu säubern. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Desinfektionsmittel für Auto erst testen Sauberkeit ist wichtig - auch im Auto und gerade jetzt. Trotz der Corona-Pandemie muss es aber gar nicht immer ein Desinfektionsmittel sein, sagen Experten.
Nicht jedes Universalwischerblatt passt auch zu jedem Auto. Autofahrer sollten sich vor dem Kauf gut informieren. Foto: Felix Hörhager/dpa Wie finde ich die passenden Scheibenwischer? Fipfip - fipfip - fipfip - die Scheibenwischer haben in Herbst und Winter Hochsaison. Wann sind neue fällig und vor allem: Was muss ich bei der Suche nach den richtigen Modellen beachten?
Hausmittel als Alternative: Mit Wasser verdünnter Brennspiritus reinigt die Innenscheiben eines Wagens ebenfalls gut. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Hausmittel zur Autopflege im Herbst Das Auto lässt sich auf den Winter vorbereiten. Günstige Hausmittel helfen, dem Beschlagen von Scheiben vorzubeugen und vermindern eher das Blenden anderer Autoscheinwerfer.