Mit Schloss und Riegel: Fünf Tipps gegen Fahrraddiebstahl

16.06.2016
Ein Fahrraddiebstahl ist nicht nur ärgerlich, weil der Besitzer im Zweifelsfall dann nur noch schlecht vom Fleck kommt. Viele Drahtesel sind zudem mehrere tausend Euro wert. Die Aufklärung ist schwierig. Wie kann man als Fahrradbesitzer vorbeugen?
Ein Fahrradschloss wird mit einem Bolzenschneider geöffnet. Foto: Friso Gentsch
Ein Fahrradschloss wird mit einem Bolzenschneider geöffnet. Foto: Friso Gentsch

Berlin (dpa/tmn) - Fahrraddiebstahl hat Konjunktur: Im Jahr 2015 hat die Polizei deutschlandweit mehr als 335 000 Fälle gezählt. Die Aufklärungsquote ist mit neun Prozent gering.

Der Ärger bei den Betroffenen sowie der Aufwand für den Kauf eines neuen Rades und den Schriftwechsel mit der Versicherung hingegen sind oft groß. Mit den richtigen Maßnahmen können Fahrradbesitzer Dieben die Straftat erschweren. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sowie die Schlosshersteller Abus und Trelock geben diese Tipps zur Vorbeugung:

Abschreckung:Schon der Anblick massiver, schwerer Schlösser kann Diebe abschrecken. Denn diese wollen schnell zum Erfolg kommen, leicht knackbare Modelle ziehen sie an. Ein dünnes Spiralkabelschloss dagegen leistet nur wenig Widerstand: Es ist schnell durchgetrennt, je nach Schloss geht das schon mit leichterem Haushaltswerkzeug.

Qualität: Rund zehn Prozent des Fahrradpreises sollte man für das Schloss ausgeben. In Städten mit vielen Fahrraddiebstählen kann es sinnvoll sein, auch günstige Räder mit eher teuren Schlössern zu sichern.

Flexibilität: Panzerkabel-, Ketten- und Faltschlösser sind nicht nur massiv, sondern auch flexibel. Beim Anschließen des Rades lassen sie sich auch um etwas voluminösere Gegenstände wickeln. Das geht bei Bügelschlössern oft nur bedingt. Diese starren Schlösser in U-Form gelten dafür im Allgemeinen als widerstandsfähigster Schutz.

Transport: Ein Schloss hilft Radlern nur dann, wenn man es stets dabei hat. Beim Kauf von Bügelschlössern sollte man das Rad mitnehmen, um zu sehen, welche Halterung passt. Denn sehr schwere Schlösser immer im Rucksack zu transportieren, kann mühsam sein.

Technik: Diebe dürfen das Rad nicht wegtragen können - denn an sicheren Orten knacken sie auch sehr robuste Schlösser. Idealerweise wird das Schloss um das Oberrohr des Fahrrads und zugleich um einen verankerten Gegenstand wie einen Fahrradständer oder Laternenpfahl gewickelt. Liegt das Schloss dagegen auf dem Boden, bietet das Dieben manchmal einen besseren Hebel: Sie können zum Beispiel einen Bolzenschneider auf der einen Seite ablegen und mit beiden Händen den anderen Griff umfassen. In geschlossenen Räumen wie Kellern und Garagen sind Räder besonders sicher. Auch dort schließt man sie aber besser an, falls es Dieben gelingt, sich Zugang zu verschaffen.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 - Tabelle zu Fällen (Zeile 413)

Kriminalstatistik - Fälle nach Städten (ab Zeile 1389)


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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