Marderschäden am Auto mit Maschendrahtzaun vorbeugen

17.04.2020
In ihrer Brunftzeit machen sich Marder gern im Motorraum an Schläuchen oder Kabeln zu schaffen. Was lässt sich vorbeugend tun und welche Versicherung zahlt, wenn die pelzigen Tiere zugebissen haben?
Sieht stark nach Marderbesuch aus. Angefressene Schläuche und Abdeckungen sind stumme Zeugen des nächtlichen Marderwütens im Motorraum. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn
Sieht stark nach Marderbesuch aus. Angefressene Schläuche und Abdeckungen sind stumme Zeugen des nächtlichen Marderwütens im Motorraum. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Startet morgens der Motor plötzlich nicht, das Cockpit zeigt Fehlermeldungen an und unter dem Auto finden sich Pfützen? Dann hat vielleicht ein Marder das Auto in der Nacht heimgesucht.

Der genauere Blick offenbar dann häufig zernagte Schläuche, zerfetzte Dämmmatten, durchtrennte Zündkabel oder zerbissene Gummimanschetten im Motorraum.

Das sind nach Angaben von Tüv Süd und der Organisation Geld und Verbraucher (GVI) eindeutige Marderspuren. Und selbst wenn es noch möglich ist, sollte man jetzt nicht einfach losfahren. Denn wenn nicht nur das Dämmmaterial beschädigt, sondern auch Kühlmittelschläuche angebissen wurden, kann der Motor überhitzen - und schlimmstenfalls den Hitzetod sterben.

Marderpfoten meiden Maschendraht

Der Tüv Süd rät als Vorsorge zum Marderschutz mit Maschendraht. Ein unter dem Motorraum und den Achsen platziertes Maschendraht-Gitter schrecke die Tiere häufig ab. Mit ihren sensiblen Pfoten meiden sie solche Flächen. Nach der Brunftzeit von März bis Juni sollte das Gitter aber wieder verschwinden. Denn die Tiere könnten sich daran gewöhnen, so die Prüfexperten.

Wer ein Carport hat, kann es mit einer Art niedrigem Weidezaun dauerhaft sichern. Tipps wie ausgelegte Säckchen mit Hundehaaren, Urinsteine, tickende Wecker oder Lichter im Motorraum sind dagegen «recht zweifelhaft», so der Tüv Süd.

Beißattacken im Motorraum

In ihrer Brunftzeit - sie kann von März bis Juni dauern - sind Marder besonders aktiv. Finden sie etwa in Motorräumen Spuren von Konkurrenten, können sie dort aggressiv wüten und wahllos Bauteile anbeißen. Als Nahrung nutzen die Tiere die Schläuche, Dämmmatten oder Manschetten indes nicht, wie der Tüv Süd erklärt.

Wer oft über Nacht an verschiedenen Orten und so in verschiedenen Marderrevieren parkt, lässt den Motorraum besser häufiger professional reinigen, um die Geruchsspuren zu entfernen. Aber bitte nicht selbst zum Hochdruckreiniger greifen, das kann weitere Schäden verursachen.

Schäden durch Marder am Auto können nach GVI-Angaben schnell vierstellig ausfallen. Bei einer Teilkaskoversicherung kommt es auf den jeweiligen Vertrag an, ob die Versicherung einspringt. Folgeschäden müssen dabei allerdings extra versichert sein. Haben Halter eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, springt sie für Marderschäden ein.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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