Lesen von Handynachricht bedeutet lange Blindfahrt

15.06.2020
Nicht nur das Handy am Ohr ist für Autofahrer verboten, sondern auch das Verfassen von Textnachrichten. Wie gefährlich das Tippen während der Fahrt werden kann, verdeutlicht eine Modellrechnung.
Bloß nicht gucken, wenn das Smartphone summt oder piept: Unfallchirurgen warnen Autofahrer vor sekundenlanger Ablenkung durch Handynutzung am Steuer. Foto: Peter Steffen/dpa
Bloß nicht gucken, wenn das Smartphone summt oder piept: Unfallchirurgen warnen Autofahrer vor sekundenlanger Ablenkung durch Handynutzung am Steuer. Foto: Peter Steffen/dpa

Berlin (dpa) - Bloß nicht gucken, wenn das Smartphone summt oder piept: Unfallchirurgen warnen Autofahrer vor sekundenlanger Ablenkung durch Handynutzung am Steuer. «Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h im Stadtverkehr führt schon das 3-sekündige Checken einer SMS zu etwa 42 Metern Fahrt ohne Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens», rechnete die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) in einer Mitteilung vor.

Bei Tempo 120 auf der Autobahn seien Fahrer sogar 100 Meter im Blindflug unterwegs. Viele Verletzungen, die die Experten in den Notaufnahmen sähen, gingen auf Unfälle abgelenkter Fahrer zurück, hieß es.

Die Unfallchirurgen raten daher «dringend, beim Autofahren das Handy beiseite zu legen». Abgelenkte Verkehrsteilnehmer könnten weder auf andere Fahrzeuge noch auf Fußgänger oder Hindernisse reagieren. Auch auf dem Fahrrad oder E-Scooter oder als Fußgänger könne der Blick aufs Handy entscheidende Sekunden kosten, «die später über Leben oder Tod entscheiden», hieß es. Das höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr hätten Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren, erklärte die Fachgesellschaft und berief sich auf Daten des Statistischen Bundesamts: 2018 seien in Deutschland fast 61.000 Menschen aus dieser Altersgruppe verunglückt, davon 369 tödlich. An diesem Samstag ist der Tag der Verkehrssicherheit.

Tag der Verkehrssicherheit


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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