Laden, wiegen, fahren: Sicher im Wohnmobil unterwegs

13.06.2016
Überladung von Wohnmobilen ist eine häufige Ursache von schweren Unfällen. Doch wie belädt man die Freizeitfahrzeuge richtig?
Der ADAC mahnt, ein Wohnmobil gut und sicher zu packen. Foto: Andreas Gebert
Der ADAC mahnt, ein Wohnmobil gut und sicher zu packen. Foto: Andreas Gebert

München (dpa/tmn) - Wer ein Wohnmobil kauft, sollte grundsätzlich das Leergewicht ermitteln. Das findet sich zwar in den Fahrzeugpapieren. Vor allem bei gebrauchten Mobilen ist aber ein neuerliches Wiegen wichtig, rät Wohnmobil-Experte Lothar Angermund vom ADAC.

Denn oftmals wurden Extras wie Markisen, Solaranlagen oder Anhängerkupplungen nachgerüstet. Überladung ist häufig Ursache schwerer Unfälle, teilt die Unfallforschung der Versicherer (UDV) mit. Das Mobil lässt sich auf einer Waage, etwa bei einer Mülldeponie oder einer Prüforganisation wiegen. Die befährt man mit leerem, vollgetanktem Fahrzeug. Aus der Differenz aus dem zugelassenen Höchstgewicht aus den Papieren und dem ermittelten Gewicht ergibt sich die Zuladung.

Die muss für alles, was mitkommen soll, ausreichen. «Einfacher ist es, gleich mit dem bereits vollgepackten, reisefertigen Wohnmobil auf die Waage zu fahren», sagt Angermund. Dabei darf man nicht das Gewicht von Passagieren und Haustieren vergessen. Das zulässige Gesamtgewicht sowie die Achslasten darf man nicht überschreiten. Es drohen Bußgelder und ab 20 Prozent Überladung ein Punkt in Flensburg. Auch die Tragfähigkeit der Reifen leidet bei Überladung. Reifenplatzer können die Folge sein.

Bei Heckgaragen - von außen zugänglicher Stauraum am Heck - muss man darauf achten, dass die Hinterachse nicht überlastet wird. Bei Fronttrieblern führt das zu Traktionsproblemen beim Anfahren zum Beispiel an Steigungen oder bei Nässe. Die Achslasten ermittelt man, indem man erst nur mit der Vorderachse, dann nur mit der Hinterachse auf die Waage fährt. Gewicht spart, wer seinen Wassertank vor der Fahrt nur halb befüllt. «Auch seinen kompletten Nahrungsvorrat kauft man erst am Zielort», rät Angermund. Für die Reise reiche Proviant.

Schwere Sachen verstaut man in Bodennähe. Am besten bringt man sie in vorhandenen Staufächern unter. «Während der Fahrt dürfen keine losen Gegenstände mehr herumfliegen können», sagt Angermund. «Leichtes wie Kleidung oder Kunststoffgeschirr kommt in die Oberschränke.» Die meisten Fächer sind heute mit verschließbaren Klappen ausgerichtet. In den Heckgaragen gibt es meist Verzurrschienen, wo man das Gut mit Spanngurten sichern kann.

«Einen Hund nimmt man speziell gesichert in einer Transportbox mit», sagt Angermund. Alle Passagiere dürfen nur auf den zum Fahren zugelassenen Sitzen mit Gurten sitzen. Während der Fahrt gilt die Anschnallpflicht. Kindersicherheit sei bei vielen Wohnmobilen ein Problem, sagt der Experte, «weil man die Kindersitze oft nicht ordentlich in der Sitzecke sichern kann». Dann montiert man den Kindersitz auf den Beifahrersitz.

«Die meisten Wohnmobile haben schlechtere Bremsen und längere Bremswege als Pkw», sagt Angermund. Deshalb sollte man bei Gefahr nicht zögerlich, sondern so stark wie möglich bremsen. Neulinge mit sehr langen, breiten und hohen Wohnmobilen müssen sich eingewöhnen, «gerade in puncto Einparken, Gegenverkehr und Rangieren». Ungewohnt könne auch ein gewisses Wankverhalten in Kurven sein. Auch da gilt: langsam fahren, um sicher auf Reisen zu gehen - und gut anzukommen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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