Kleinwagen auf der IAA

11.09.2019
Auf der diesjährigen Leistungsschau in Frankfurt stehen viele Serienmodelle - im Schatten der omnipräsenten SUV darunter auch einige Kleinwagen. Das sind im Zweifel die weit bezahlbareren Autos.
Opels Kleinwagen als Elektroversion auf der IAA 2019. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn
Opels Kleinwagen als Elektroversion auf der IAA 2019. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - In den Hallen unterm Messeturm sind sie wie auf jeder Autoschau zu bestaunen: abgedrehte Showcars oder Supersportwagen. Sie künden von einer fernen Zukunft oder sind unbezahlbar. Das ist auch auf der diesjährigen IAA (Publikumstage: 12. bis 22. September) so, wenngleich ihr viele Hersteller fern geblieben sind.

Doch wer die vielen präsenten SUV umkurvt, entdeckt sie, die bezahlbareren, kleineren Autos. Kleinwagen mit mehr Alltagsbezug, die als Neuwagen für den selbstzahlenden Kunden am ehesten in Betracht kommen. Unter den Neuheiten finden sich neben Autos mit klassischem Verbrennungsmotor auch immer mehr elektrifizierte Wagen.

Lange erwartet und nun als Serienversion in Frankfurt zu sehen, ist der neue, gut vier Meter lange Opel Corsa in sechster Generation. Bei 13 990 Euro geht es los, wenn die Basisversion mit einem Dreizylinder-Benziner mit 55 kW/75 PS geordert wird.

Reine Stromer von Opel, Honda und Smart

Der batterie-elektrische Corsa-e mit einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 330 Kilometern gemäß Messverfahren WLTP steht mit 29 900 Euro in der Liste. Opel wirbt damit, dass der kleine Stromer an einem Ladepunkt mit zum Beispiel 50 kW Ladeleistung in 19 Minuten Strom für 100 Kilometer Fahrt laden könne.

Ebenfalls rein elektrisch fährt Hondas Modell «e» vor. In seiner Erscheinung knubbelig und fast schon niedlich hat der japanische 3,90-Meter-Wagen eine Schnellladefunktion im Serienumfang, in einer halben Stunde ist der Akku wieder zu 80 Prozent voll. Die Reichweite des Akkus gibt Honda mit bis zu 220 Kilometern an.

Auf den Markt kommen zwei Motorvarianten mit 100 kW/136 PS und 113 kW/154 PS. Die kleine Variante startet ab 33 850 Euro. Das stärkere Modell will Honda ab 36 850 Euro anbieten.

Einst nur mit Verbrenner zu haben, stellt die Daimler-Marke Smart komplett auf elektrische Antriebe um und zeigt dies auf der IAA anhand der Modelle EQ Fortwo als Coupé und Cabrio sowie Forfour, die ihren elektrischem Antrieb je 41 kW/60 PS entlocken. Preise werden erst zum Verkaufsstart im November bekannt gegeben. Am günstigsten dürfte der mit 2,69 Meter Länge stadtverkehrstaugliche EQ Fortwo werden. Die Reichweiten werden mit bis zu 159 Kilometer angegeben.

Wie auf der Messe zu sehen haben nun auch Skoda und Seat ihre mit dem VW Up baugleichen Autominis Citigo und Mii elektrifiziert und serienfertig. Die spanische VW-Tochter gibt für den Mii eine Reichweite von 260 Kilometern an, in einer Stunde könne der Akku auf 80 Prozent Energiegehalt geladen werden. Der Startpreis liegt bei 20 650 Euro. Spätestens im Sommer 2020 sollen Mii und auch Citigo auf der Straße sein.

Ford setzt auf Hybrid, Hyundai auf Niedrigpreise

Als eine Art Mini-SUV präsentiert Ford den hochbeinigen Fiesta-Bruder Puma, der zum Jahreswechsel optional immerhin auch mit Hybrid-Motorisierung an den Start geht. Der Antriebsstrang mit 48-Volt-Technologie entwickelt je nach Ausbaustufe 92 kW/125 PS oder 114 kW/155 PS. Die Preise des 4,19 Meter langen Hybrid-Crossovers gehen bei 26 900 Euro los.

Wohl günstigster Kleinwagen auf der Messe ist der neu aufgelegte, sportlicher gezeichnete Hyundai i10, der ab 10 990 Euro eingepreist ist. Dafür gibt es unter der Haube aber nur konventionelle Kost. Zum Marktstart im Januar stehen zwei Benzinmotoren bereit: ein Dreizylinder mit 49 kW/67 PS und ein Vierzylinder mit 64 kW/84 PS.

Beide Motorisierungen lassen sich mit manuellem oder automatisiertem Fünfgangschaltgetriebe koppeln. Die Topmotorisierung mit 74 kW/100 PS und 172 Newtonmeter (Nm) Drehmoment ist allerdings dem Sportmodell i10 N Line vorbehalten, das später nachgereicht wird.

IAA


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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