Kein Fahrspaß ohne Radpflege

28.09.2021
Das Rad regelmäßig pflegen, wie spießig ist das denn? Von wegen, sagen Experten. Ein gewartetes Rad läuft besser und hält länger. Gut. Aber was macht man selbst, und wann ist die Werkstatt gefragt?
Fahrrad-Wartung: Schrauben ja, aber nur, wenn man weiß, was man tut - das gilt insbesondere für die Bremsen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Fahrrad-Wartung: Schrauben ja, aber nur, wenn man weiß, was man tut - das gilt insbesondere für die Bremsen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Wer sein Rad vernachlässigt, büßt doppelt: Einmal tritt es sich dann oft deutlich schwerer. Zum anderen geht die Schluderei ins Geld, weil so schneller etwas kaputt geht, erklärt die Stiftung Warentest. Klopft man aber bei jeder Kleinigkeit beim Radladen an, wird es teuer - wenn man überhaupt kurzfristig einen Termin bekommt.

Bei der Frage selbst reparieren oder vom Mechaniker machen lassen, gelte die Regel: Wer Fehler macht, fährt gefährlich. Ist man sich unsicher, sollten Reparaturen an sicherheitsrelevanten Komponenten wie den Bremsen definitiv besser Profis erledigen.

Erst lernen, dann schrauben

Wer sich nicht auskennt, aber trotzdem selbst Hand ans Rad anlegen möchte, sollte sich anstehende Reparaturen erst einmal zeigen lassen - etwa in Volkshochschulkursen oder in Selbsthilfewerkstätten der Fahrradclubs. Zudem gebe es gute Reparatur-Handbücher. Und nicht zuletzt finden sich auf Videoportalen zahllose Video-Anleitungen.

Obligatorisch ist die regelmäßige Kontrolle, ob die Beleuchtung noch funktioniert. Das schafft jede und jeder. Gleiches gilt für den Luftdruck: Da Schläuche ungefähr ein Bar an Luftdruck pro Monat verlieren, muss regelmäßig nachgepumpt werden. Auch das ist definitiv machbar.

Schmaler Reifen, hoher Druck

Steht auf der Reifenflanke kein empfohlener Luftdruck, gelte: Je schmaler der Reifen, desto höher muss der Luftdruck sein. Wer keine Standluftpumpe mit Manometer hat oder kaufen möchte, findet Gratis-Druckluft bei vielen Fahrradläden oder an Tankstellen. Während die Pumpstationen an Radläden meist auf die verschiedenen Ventilarten vorbereitet sind, braucht man an der Tanke einen Aufschraubadapter, wenn das eigene Rad keine Autoventile hat.

Und auch das regelmäßige Ölen der Kette ist ein machbarer Pflichttermin. Das verringere den Kettenverschleiß, erleichtere das Treten und schone die Ritzel, erklären die Warentesterinnen und Warentester. Weil etwa dünnflüssiges Nähmaschinenöl fast nach jeder Fahrt neu aufgetragen werden muss, ist es sinnvoller, zähere Öle oder spezielle Kettenhaftöle zu verwenden. Eine frische Schmierung ist allerspätestens dann fällig, wenn der Antrieb leise zu rasseln beginnt oder quietscht.

Inspektion im Frühjahr

Auch wenn nichts offensichtlich defekt ist oder repariert werden müsste, empfiehlt sich einmal jährlich eine Inspektion - entweder in Eigenregie oder beim Zweiradmechaniker. Bester Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr vor Beginn der Radsaison.

So eine Inspektion umfasst etwa eine Grundreinigung, eine gründliche Sichtkontrolle des gesamten Rades unter besonderer Berücksichtigung von Pedalen, Kette, Felgen und Steuersatz (Lenkung). Hinzu kommen eine Schmierung aller Gelenke, der Check von Brems- wie Schaltzügen, Bremsbelägen und Licht sowie eine Prüfung auf sauberen Lauf der Räder und intakte Reifen.

© dpa-infocom, dpa:210928-99-394619/2

Bericht


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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