Jaguar F-Pace fü den Boulevard

20.04.2016
Jaguar will sein eigenes Stück vom SUV-Kuchen und bringt den F-Pace an den Start. Wo die Schwestermarke Land Rover auf die Buckelpiste setzt, zielt Jaguar auf den Boulevard und auf die Business-Kundschaft. Dafür müssen andere Marken zittern.
Der CrossOver von Jaguar ist für mindestens 42 390 Euro zu haben. Foto: Jaguar
Der CrossOver von Jaguar ist für mindestens 42 390 Euro zu haben. Foto: Jaguar

Berlin (dpa-infocom) - Jaguar schärft die Krallen und wagt sich auf neues Terrain: Weil alle Welt offenbar nur noch Geländewagen will, bringen die Briten nun neben Limousinen und Sportwagen ihr erstes SUV in den Handel.

Der CrossOver, der schon im ersten Jahr das Zeug zum meistverkauften Modell der Marke hat, kostet mindestens 42 390 Euro.

Ein F-Type im Geiste

Der Herausforderer von Audi Q5, Mercedes GLC und Porsche Macan trägt das Kürzel F-Pace und erinnert damit nicht von ungefähr an den erfolgreichen Porsche-Konkurrenten F-Type. Er zählt mit seinen weit ausgestellten Kotflügeln, der schlanken Silhouette und der coolen Kehrseite nicht nur zu den schnittigsten Autos in diesem Segment. Er fährt auch fast so schneidig wie ein Sportwagen.

Der Schwerpunkt ist etwas höher, und auch mit der konkurrenzlosen Aluminium-Karosserie wiegt er noch 1,7 Tonnen. Mit Allradantrieb und betont hecklastiger Auslegung und vor allem einer messerscharfen Lenkung wirkt der Wagen auf einer kurvigen Bergstraße viel handlicher, als man es einem 4,73 Meter-Koloss zutrauen würde.

Von 380 bis 180 PS

Am meisten Spaß macht das natürlich mit dem stärksten Motor: Einem V6-Kompressor mit drei Litern Hubraum und 280 kW/380 PS. Der sprintet in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, steht dafür aber auch mit 8,9 Litern und einem CO2-Ausstoß von 209 g/km im Datenblatt. Es gibt den Benziner auch abgespeckt mit 250 kW/340 PS, einen nicht minder dynamischen V6-Diesel mit 221 kW/300 PS und als wichtigstes Triebwerk einen Diesel mit zwei Litern Hubraum, der auf 132 kW/180 PS kommt.

Auch er entwickelt bereits ein maximales Drehmoment von 430 Nm und steht entsprechend gut im Futter. Das Überholen jedenfalls wird bei einem Sprintwert von 8,7 Sekunde auch auf kurvigem Strecken zum Kinderspiel. Und mit maximal 208 km/h kann man sich noch immer gelassen auf die linke Spur trauen.

Kofferraum zählt mehr als Bodenfreiheit

Was auch zählt, sind Zahlen wie das Kofferraumvolumen oder die Kniefreiheit. Als praktischster Jaguar der Geschichte macht der F-Pace da eine gute Figur. Hinten sitzt man bei 2,88 Metern Radstand besser als im Flaggschiff XJ. Der Kofferraum mit der beleuchteten Ladekante fasst schon bei voller Bestuhlung bis zu 650 Liter. Wer die Rückbank umlegt kann sogar 1740 Liter einladen.

Elektronisch in der ersten Reihe

Das komplett animierte Cockpit mit zahlreichen verschiedenen Anzeigekonfigurationen ist absolut sehenswert. Was sich alles hinter den vielen Kacheln des Bediensystems Incontrol Touch Pro auf dem großen Bildschirm in der Mittelkonsole verbirgt, lässt BMW & Co tatsächlich alt aussehen.

Selbst den Autoschlüssel hat Jaguar ausgemustert. Auf Wunsch kann man deshalb die Befehlsgewalt auf ein elektronisches Armband übertragen, das wasserdicht und stoßfest ist.

Fazit: Die attraktive Alternative

SUV gibt es viele, auch in der Oberklasse ist das Angebot mittlerweile ziemlich unüberschaubar. Aber genau darin liegt die große Chance des ersten Jaguar in diesem Segment. Denn mit seinem stimmigen Design, seiner sportlichen Abstimmung und seinem modernen Elektronik-Konzept wird der Engländer zur attraktiven Alternative im deutschen Einerlei und deshalb zum Geheimtipp für stilsichere Individualisten.

Datenblatt: Jaguar F-Pace

Motor und Antrieb

Maße und Gewichte

Fahrdaten

Kosten

Wichtige Serienausstattung

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke


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