Ist der neue Range Rover fit genug fürs Spitzenfeld?

04.05.2022
Luxuriöse Geländewagen gibt es mittlerweile viele. Damit der Range Rover den Anschluss hält, ist die Muttermarke Land Rover beim Generationswechsel besonders gründlich vorgegangen. Mehr Glanz und mehr Power - so will der erste seiner Art weiter unter den Besten sein.
Komfortabler, sportlicher und moderner: Mit der fünften Generation dürfte der Range Rover eines der besten Luxus-SUVs bleiben. Foto: Jaguar Land Rover/dpa-mag
Komfortabler, sportlicher und moderner: Mit der fünften Generation dürfte der Range Rover eines der besten Luxus-SUVs bleiben. Foto: Jaguar Land Rover/dpa-mag

Berlin (dpa-infocom) - Heute über die teure Einkaufsmeile, morgen querfeldein zum Golfplatz, und auf dem Weg ins Gebirge schnell noch zum Grand Hotel: Vor mehr als 50 Jahren sollte der Range Rover als Luxus-Geländewagen eine Lücke auf dem Automarkt schließen. Der damals erste Spezialist für die noble Landpartie hat mittlerweile jedoch reichlich Konkurrenz bekommen.

Daher legt der einstige Wegbereiter nun nach: Wenn in diesem Frühjahr die fünfte Generation an den Start geht, wird der Range Rover nicht nur größer, komfortabler und digitaler, sondern auch dynamischer sein als zuvor. Allerdings wirkt sich das auch kräftig auf seinen Preis aus. Schon das Basismodell kostet mindestens 125.900 Euro und die Top-Version ist mit ein paar Extras schnell bei 300.000 Euro.

Ohne Kanten aber mit viel Charakter

Land Rover setzt bei seinem Edel-Abenteurer, der 1970 der erste seiner Art war, zwar auf Traditionen. Doch deshalb sträuben sich die Briten noch lange nicht gegen eine Modernisierung. Im Gegenteil: Mit seinen bündigen Scheiben, der glatten Front, den eingelassen Leuchten und den mikroskopisch feinen Fugen wirkt der Range Rover sogar seiner Zeit voraus. Treue Fans müssen aber nicht besorgt sein - wiederzuerkennen ist er natürlich trotzdem.

Auch innen haben die Ingenieure eine feine Balance gefunden zwischen Tradition und Moderne. Denn hier wechseln sich Leder- und Metall-Oberflächen mit großen Displays und Touchsensoren ab. Zudem gibt es jede Menge Luxus und elektrische Helfer für nahezu jeden Handgriff. Selbst die Deckel der Becherhalter schließen automatisch. So dürfte der Range Rover gehobenen und technischen Ansprüchen gleichermaßen gerecht werden.

Bei allem Prunk soll der Range Rover aber auch praktisch sein. So bieten die Briten für die um 20 Zentimeter auf 5,25 Meter gestreckte Langversion neben den Loungeliegen im Fond erstmals eine dritte Sitzreihe an. Der Kofferraum ist riesig. Und natürlich gibt es wieder eine Picknick-Bank in der Heckklappe und neuerdings auch ein pfiffiges System mit Klappdeckeln zur Ladungssicherung.

Wenn das SUV zum Sportwagen wird

Von einer neuen Seite erlebt man den Range Rover ebenso beim Fahren: Weil die Briten zur rasend schnellen Wankstabilisierung mit extrastarken 48-Volt-Motoren an speziellen Drehstäben erstmals auch eine Hinterachslenkung einbauen und die Räder damit um mehr als sieben Grad einschlagen, ist der Koloss fast so handlich wie ein Kleinwagen. Spätestens mit der Luftfederung im Dynamic-Modus wird er fast schon zum Gran Turismo und ähnelt dem Bentley Continental mehr als dem Bentayga.

Diese neue Sportlichkeit mindert aber nicht die alten Stärken. Im Gelände ist er nach wie vor besser als die meisten Konkurrenten und fährt weiter als man es den sündhaft teuren 23-Zill-Rädern zutrauen möchte. In und außerhalb der Stadt bewegt er sich vorwärts wie auf Luft gebettet. Komfortabler kann ein Geländewagen kaum fahren.

Viel Dampf macht viel Durst

Die Motorpalette ist ausgesprochen weit gefächert und beginnt beim 3,0 Liter-Sechszylinder-Diesel mit 221 kW/300 PS. Doch wer es ernst meint mit dem Luxus, für den gibt es nur eine Wahl: Den neuen V8, den Land Rover bei BMW einkauft. Dank des 4,4 Liter großen und 390 kW/530 PS starken Turbobenziners unterstreicht der Range Rover seinen Hoheitsanspruch mit einem wunderbar sonoren Sound und einer ungeheuren Schubkraft. Nicht umsonst wuchten ihn die bis zu 750 Nm in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 und danach auf bis zu 261 km/h.

Natürlich hat dieser Kraftakt auch Konsequenzen. Schon auf dem Prüfstand braucht der Range Rover bis zu 11,7 Liter (CO2-Ausstoß 265 g/km). Doch allen Kritikern nimmt Land Rover den Wind mit zwei Plug-in-Hybriden aus den Segeln, die mit über 100 Kilometern aktuell die größte elektrische Reichweite im Segment bieten. Noch immer nicht genug? 2024 kommt der erste voll elektrische Range Rover. Auch in dieser Hinsicht erweist sich Land Rover also als zukunftsgewandt.

Fazit: Range Rover fährt weiter vorne mit

Vor mehr als fünf Jahrzehnten besetzte der Range Rover als einer der Ersten das Segment der Luxus-SUV. Seither hat es kaum ein Konkurrent an ihm vorbei geschafft. Damit das so bleibt, hat Land Rover gründlich Hand angelegt. Mit der Kombination aus modernem Design, digitaler Bordtechnik und sportlicher Fahrleistung dürfte der britische Abenteurer weiter ganz vorne mitfahren.

Datenblatt: Range Rover P530 LWB

Motor und Antrieb V8-Benziner mit Turbo und Benzindirekteinspritzung
Hubraum: 4400 ccm
Max. Leistung: 390 kW/530 PS
Max. Drehmoment: 750 Nm
Antrieb: Allradantrieb
Getriebe: 8-Gang-Automatik
Maße und Gewichte
Länge: 5258 mm
Breite: 2209 mm
Höhe: 1870 mm
Radstand: 3197 mm
Leergewicht: 2626 kg
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: 855 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 261 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,7 s
Durchschnittsverbrauch: 11,7 Liter/100 km
CO2-Ausstoß: 265 g/km
Kosten:
Basispreis des Range Rover (D300): 125.900 Euro
Grundpreis des Range Rover P530 LWB: 229.900 Euro
Kfz-Steuer: 428 Euro pro Jahr
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: Acht Airbags, Abstandsregeltempomat, Spurführungshilfe, LED-Scheinwerfer
Komfort: Head-Up-Display, Sprachsteuerung, Lederausstattung, Loungesessel
Spritspartechnik: 48-Volt-Mild-Hybrid

© dpa-infocom, dpa:220411-99-881536/27


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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