Höhere E-Auto-Kaufprämie: Wie komme ich ans Geld?

05.11.2019
Bundesregierung und Autoindustrie wollen den Absatz von E-Autos ankurbeln. Dazu erhöhen sie die bestehenden Kaufprämien um bis zu 50 Prozent. Wie kommen Sie an das Geld?
Käufer eines E-Autos können sich freuen - die Prämien dafür werden erhöht. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Käufer eines E-Autos können sich freuen - die Prämien dafür werden erhöht. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Sie wollen ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid kaufen? Dann können Sie seit einigen Jahren eine Förderprämie in Anspruch nehmen. Jetzt haben sich Bundesregierung und Autoindustrie auf Erhöhungen und eine Verlängerung bis 2025 geeinigt. Die wichtigsten Fragen für Käufer im Überblick:

Welche Autos werden gefördert?

Das Wunschmodell muss sich auf der Bafa-Liste der förderungsfähigen Autos befinden. Autos mit Elektroantrieb und Brennstoffzelle werden nach Angaben der Bundesregierung künftig bis zu einem Nettolistenpreis von 40 000 Euro mit 6000 Euro (bisher 4000 Euro) Prämie gefördert. Bis 65 000 Euro sind es 5000 Euro.

Auch der Zuschlag für mit Stecker aufladbare Hybrid-Modelle soll steigen: In der Preisklasse unter 40 000 Euro sind 4500 Euro vorgesehen (bislang 3000 Euro). Die Preisklasse über 40 000 Euro soll mit 4000 Euro gefördert werden. Damit ein Plug-in-Hybrid auf die Liste der förderfähigen Autos kommt, darf er im Normtest nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, erklärt der ADAC.

Bislang galt die Förderung nur für Neufahrzeuge, die Bundesregierung prüft nach eigenen Angaben, wie künftig auch «junge Gebrauchte» gefördert werden können.

Wer zahlt was?

Zur Hälfte wird der Umweltbonus durch die Automobilhersteller getragen. Die andere Hälfte schießt der Bund zu. Die Hersteller ziehen ihre Hälfte der Prämie bereits direkt im Kauf- oder Leasingvertrag ab. Dann müssen die Käufer den Antrag stellen.

Wo müssen E-Auto-Käufer den Antrag stellen?

Der Antrag müssen Käufer an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) richten. Das geht nach dessen Angaben nur elektronisch auf der Bafa-Hompage.

Wer kann einen Antrag stellen?

Es können Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine einen Antrag stellen.

Welche wichtigen Unterlagen brauche ich?

Im Online-Portal müssen Antragsteller den Kauf- beziehungsweise Leasingvertrag in Verbindung mit der verbindlichen Bestellung einreichen. Das wird mit einer E-Mail bestätigt.

Wie geht es nach der Antragstellung weiter?

Wird der Antrag positiv geprüft, folgt der Zuwendungsbescheid. Das Auto müssen Kunden spätestens neun Monate nach dessen Zugang zugelassen haben. Das ist mit dem sogenannten Verwendungsnachweises wiederum muss bis spätestens zehn Monate nach Ausstellungsdatum des Zuwendungsbescheides zu dokumentieren.

Dazu müssen Kunden etwa bei einem Kauf die Rechnung und die Zulassungsbescheinigung Teil I und II elektronisch einreichen. Die Daten werden zu einer Erklärung zusammengefügt. Die ist auszudrucken, zu unterschreiben und muss dann wieder hochgeladen werden.

Nach erfolgreicher Prüfung wird der Bundesanteil vom Umweltbonus auf das Konto des Käufers überwiesen.

F&A zum Umweltbonus vom Bafa

Pressemitteilung 364 der Bundesregierung vom 04.11.2019

Antragerstellung auf der Bafa-Homepage

Bafa-Liste der geförderten Modelle


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Strom tanken, zapfen oder laden? Wie auch immer. Fest steht, dass die Elektromobilität viele neue Begriffe in den Alltag der Autofahrer bringt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Das große Glossar rund ums E-Auto CCS, Range-Extender und PSM: Wer sich mit Elektroautos beschäftigt, trifft auf Begriffe, die mehr nach Raumfahrt als nach Straßenverkehr klingen. Unwissenheit herrscht oft auch bei praktischen Fragen wie Tanken und Reichweite. Eine kleine Stromerkunde schafft Abhilfe.
Marathonläufer: Mit seiner rein elektrischen Reichweite von 50 Kilometern legt der Plug-in-Hybrid VW Golf GTE etwas mehr als eine offizielle Marathondistanz von 42,195 Kilomtern zurück. Foto: Volkswagen AG Mit dem Strom fahren: Welches Elektroauto zu wem passt Die Prämie ist da: Seit Juli können sich Autokäufer, die mit einem Elektroauto liebäugeln, den Kauf mit bis zu 4000 Euro fördern lassen. Zeit, um herauszufinden, welches E-Modell zu welchem Fahrer passt - doch reicht überhaupt die Auswahl dafür?
Strom und Förderung zapfen: Der Umweltbonus für E-Autos wurde erhöht und die Antragstellung vereinfacht. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn Höhere E-Auto-Kaufprämie: Wie komme ich an den Umweltbonus? Die EU-Kommission hat grünes Licht für höhere Kaufprämien von E-Autos gegeben. Diese erhöhen sich damit um bis zu 50 Prozent. Aber wie kommt man eigentlich an das Geld?
Frischer Saft gefällig? Manche sehen im Plug-in-Hybrid eine Brückentechnologie, die auch Skeptikern die Reichweitenangst nehmen kann, also die Sorge, mit einem reinem E-Auto die Ladesäule nicht mehr rechtzeitig erreichen zu können. Foto: Jaguar Land Rover/dpa-tmn Plug-in-Hybride: Saubere Sache oder Dreck am Stecker? Schritt in die E-Mobilität oder staatlich subventionierter Klimabetrug? An Plug-in-Hybriden scheiden sich manche Geister. Die Teilzeitstromer sind nur so umweltfreundlich wie ihre Fahrer.