Helmpflicht für Radfahrer: Große Mehrheit in Umfrage dafür

14.07.2021
Ein Helm kann Radfahrende vor schweren Verletzungen schützen. Es gibt aber keine Pflicht, einen Kopfschutz zu tragen. Doch eine Mehrheit wäre dafür, wie eine Umfrage zeigt - eine Gruppe besonders.
Radeln ohne Reue: Ein Fahrradhelm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen, eine Pflicht zum Tragen gibt es allerdings noch nicht. Foto: Tobias Hase/dpa/dpa-tmn
Radeln ohne Reue: Ein Fahrradhelm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen, eine Pflicht zum Tragen gibt es allerdings noch nicht. Foto: Tobias Hase/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Fast drei Viertel (71 Prozent) der deutschen Bevölkerung steht einer Helmpflicht auf dem normalen Fahrrad insgesamt positiv gegenüber. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Tüv-Verbands (VdTÜV).

Dabei sprechen sich 44 Prozent «voll und ganz dafür» aus und etwas mehr als ein Viertel ist «eher dafür» (27 Prozent). Rund jeder Zehnte (11 Prozent) ist «voll und ganz dagegen», während 17 Prozent «eher dagegen» sind.

Die älteren stehen einer Pflicht noch etwas offener gegenüber

Geht es um Elektrofahrräder fällt die Zustimmung für eine Helmpflicht mit insgesamt 85 Prozent noch größer aus. Mit 62 Prozent ist mehr als die Hälfte «voll und ganz dafür» und fast ein Viertel ist «eher dafür» (23 Prozent). Eher dagegen ist fast jeder Zehnte (9 Prozent),jeder Zwanzigste (5 Prozent) ist das voll und ganz.

In der Altersgruppe der über 60-Jährigen ist der Zuspruch («voll und ganz/eher dafür») in Bezug auf die normalen Fahrräder mit 80 Prozent besonders groß. Beim Radeln mit E-Fahrrädern liegt er sogar bei 88 Prozent. Bei den Jüngeren dagegen fällt der Zuspruch geringer aus. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind beim normalen Fahrrad 57 Prozent dafür und beim Elektrofahrrad 81 Prozent.

Zustimmung auch anderswo geringer

Der Zuspruch unter den Radfahrern ist etwas geringer. Etwa zwei von drei (65 Prozent) sprechen sich für eine Helmpflicht aus. Rund ein Drittel (35 Prozent) lehnt sie fürs normale Fahrrad aber ab («eher/voll und ganz dagegen»). Beim Elektrofahrrad befürworten sie 83 Prozent und nur 16 Prozent sind dagegen.

Die meisten befragten Radfahrenden (39 Prozent) tragen aktuell nie einen Helm. Etwa ein Drittel (36 Prozent) setzt dagegen immer einen Kopfschutz auf. Meistens tragen ihn immerhin noch 13 Prozent und rund jeder Zehnte (12 Prozent) selten. Ein Helm kann vor Kopfverletzungen schützen, er ist aber nicht verpflichtend für Fahrräder und die bis 25 km/h elektrisch unterstützenden normalen Pedelecs.

Im Mai 2021 befragte Forsa 1004 Personen ab 16 Jahren telefonisch.

© dpa-infocom, dpa:210713-99-369660/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Für jeden Kopf den richtigen Deckel: Damit ein Fahrradhelm richtig schützt und nicht unbequem wird, muss er zur eigenen Kopfform passen und richtig justiert werden. Foto: Tobias Hase/dpa/dpa-tmn So finden Sie den richtigen Fahrradhelm Immer mehr Menschen tragen beim Radeln einen Fahrradhelm. Das Angebot ist riesig - wie finde ich da den richtigen Kopfschutz? Ein Leitfaden.
Ob ein Fahrradhelm eine gute Schutzfunktion hat, lässt sich nicht vom Preis ableiten. Gute Helme können beim Preis um 30 Euro variieren, fand die Zeitschrift «Bike Bild» heraus. Foto: Gregor Fischer/dpa Fahrradhelme im Test: Guter Schutz muss nicht teuer sein Nicht alle Fahrradhelme bieten einen gleich hohen Schutz. Wie sicher ein Modell ist, lässt sich jedoch nicht am Preis erkennen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Fachmagazin, das zehn Modelle unter die Lupe nahm.
Fahrradhelme vermeiden Kopfverletzungen. Foto: Andrea Warnecke Unfallforscher rät Senioren auf E-Bikes zum Fahrradhelm Rasante Fahrt: E-Bikes sind bis zu 45 km/h schnell. Das muss man erstmal händeln können. Vor allem als Senior. Sie tun sich mit E-Bikes in der Regel sowieso schwerer. Das haben Forscher beobachtet. Sie geben ihnen Tipps für mehr Sicherheit.
Signalfarbe: Spezielle Farbpigmente im Lack sollen diesen Fahrradrahmen bei Lichteinfall zum Leuchten bringen und so für mehr Sicherheit im Dunkeln sorgen. Foto: Felix Kaestle/Messe Friedrichshafen GmbH/dpa-tmn Nachhaltig und multifunktional: Trends von der Eurobike Die Fahrradbranche boomt. Und das nicht erst seit Corona. Welche Neuheiten die Branche zu bieten hat, zeigt sie aktuell auf der Eurobike in Friedrichshafen - es geht vor allem praktisch und nachhaltig zu.