Gegen den Autodiebstahl: Lenkradkrallen im Test

28.07.2021
Lenkradkrallen sollen Dieben das Leben erschweren. Als mechanische Sicherung können die Riegel aus Metall ein geknacktes Auto unlenkbar machen. Ob auch billige Modelle schon ausreichen, zeigt ein Test.
Einige Besitzer schützen ihre Fahrzeuge mit Lenkradkrallen vor Diebstahl - lohnt es sich, dafür tiefer in die Kasse zu greifen?. Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmn
Einige Besitzer schützen ihre Fahrzeuge mit Lenkradkrallen vor Diebstahl - lohnt es sich, dafür tiefer in die Kasse zu greifen?. Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Als mechanische Diebstahlsicherung sollen Lenkradkrallen Autoknacker abschrecken. Die breiten, abschließbaren Riegel sollen ein Auto unlenkbar machen, indem sie das Drehen des Volants möglichst verhindern. Es gibt sie bereits für eine Handvoll Euro. Doch die Billigbügel sind keine gute Idee.

Das hat die «Auto Bild» (28/2021) in einem Test von acht Modellen zwischen rund 16 bis rund 98 Euro herausgefunden. Die Hälfte der auch Lenkradsperren oder -schlösser genannten Bügel fällt mit «mangelhaft» durch. Darunter sind die billigsten Modelle, eben auch weil sie zu einfach zu knacken sind. Teils langte heftiges Wackeln mit einem Werkzeug im Schlosszylinder, um sie sogleich öffnen zu können.

Die Nase vorn hat der «Heyner Wheelblockpro» als teuerstes Modell für 98 Euro. Das einzige Modell im Test mit Zahlenschloss schneidet auch als einziges «sehr gut» ab. Der «Stoplock Pro Maximum Security Steering Wheel Immobiliser» (95 Euro) und der Preise-Leistungs-Sieger «Artago Special Security Europe 870 Universal» (79 Euro) folgen mit jeweils «gut». Ein Modell für 26 Euro ist nur ausreichend. Leicht und praktisch sei es, biete aber nur wenig Sicherheit.

Übrigens: Bei größeren Fahrzeugen können die Krallen wenig Sinn haben, wenn sich aufgrund der größeren Innenräume die Lenkräder auch mit Kralle noch ausreichend drehen lassen.

© dpa-infocom, dpa:210728-99-574993/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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