Ganzjahresreifen sind nur Kompromiss

16.10.2020
Zweimal im Jahr zum Räderwechsel, das nervt viele Autofahrer. Könnten nicht Ganzjahresreifen viel mehr Entspannung bringen? Mag sein, doch dafür muss man Nachteile beim Fahrverhalten in Kauf nehmen.
Nicht mehr wechselwillig? Wer sich den Tausch auf Winterpneus mit Ganzjahresreifen sparen will, muss sich auf Kompromisse einstellen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Nicht mehr wechselwillig? Wer sich den Tausch auf Winterpneus mit Ganzjahresreifen sparen will, muss sich auf Kompromisse einstellen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Mit Ganzjahresreifen lässt sich zweimal im Jahr der Räderwechsel sparen. Aber auch wenn diese Pneus auf winterlichen Straßen zugelassen sind, bieten sie von ihrer Leistungsfähigkeit her nur einen Kompromiss.

Das berichtet die Zeitschrift «ADAC Motorwelt» (03/20) nach einem Test von sieben aktuellen Ganzjahresmodellen von bekannten Markenherstellern im Preisbereich von 146 bis 172 Euro pro Reifen.

Nasse Straßen meistern viele in befriedigender Weise

Die fünf besten Reifen erreichen in der Bewertung nur ein «Ausreichend». Sie sind meist bei Nässe und in der Mehrheit auf Schnee zumindest zufriedenstellend. Auf trockener Fahrbahn können sie überwiegend nicht überzeugen. Bei hohen Temperaturen ist das Fahrverhalten schwammig und unpräzise, sodass es auf der Autobahn vieler Lenkkorrekturen bedürfe. Zwei Modelle sind «mangelhaft», auch weil sie teils sehr schlecht auf schneebedeckter Straße abschneiden.

Guten Sommer- und Winterreifen können alle sieben Modelle nicht das Wasser reichen. Die Gummimischung von Ganzjahresreifen soll bei Kälte und Hitze funktionieren: Das Ergebnis kann immer nur ein Kompromiss sein, so das Magazin. Das gelte auch für die Profilgestaltung.

Wer kann über Ganzjahresreifen nachdenken?

Wer in milden Regionen mit wenig Schnee lebt oder das Auto bei winterlichen Straßenverhältnissen stehen lässt, könnte dennoch über Ganzjahresreifen nachdenken. Das gilt ebenso für Wenigfahrer im Zweitwagen oder für alle, die hauptsächlich in der Stadt unterwegs sind. Die genauen Stärken und Schwächen des Reifens sollten Käufer von Ganzjahresreifen aber auch in solchen Fällen genau kennen.

Wer indes Winterurlaube mit dem Auto plant oder im Sommer in den warmen Süden fahren möchte, kommt nicht um Winter- beziehungsweise Sommerreifen herum, wenn er nicht deutliche Schwächen riskieren will.

© dpa-infocom, dpa:201016-99-967796/2

ADAC-Test von Ganzjahresreifen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Vorsicht Rutschgefahr: Diese Schild warnt Autofahrer vor der Gefahr winterlicher Straßenglätte. Foto: Uwe Anspach/dpa Sicher fahren auf Schnee und Eis Wenn das Thermometer im Winter gegen null Grad tendiert, wächst die Gefahr von Straßenglätte. Vor allem in den frühen Morgenstunden und bei einem Wetterumbruch sind Autofahrer besser besonders wachsam und reagieren richtig. Denn Winterreifen alleine reichen nicht.
Saisonaler Wechsel: Immer rund um Ostern drängt es viele Autofahrer in die Werkstätten, um die Winter- gegen Sommerreifen zu tauschen. Foto: Carmen Jaspersen/dpa-tmn Zeit für Sommerpneus: Was bei Autoreifen zu beachten ist Das Frühjahr steht vor der Tür, und für viele Autofahrer bedeutet das: Fertig machen zum Reifenwechsel. Was gilt es bei Kauf und dem Einsatz zu beachten? Und sind Ganzjahresreifen nicht der bessere Kauf?
Sicher unterwegs ist man bei Eis und Schnee mit Winterreifen. Ein aktueller Test zeigt, Ganzjahresreifen überzeugen nur bedingt. Foto: Franziska Gabbert Ganzjahresreifen überzeugen nicht Das ewige Hin und Her von Winter- und Sommerreifen nervt viele Autofahrer. Einige könnten sich vorstellen, auf Ganzjahresreifen umzusteigen - doch die können nicht überzeugen, zeigt ein Test des ADAC.
Spätestens bei Temperaturen unter 7 Grad ist es Zeit, auf Winterreifen umzusteigen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Auch ohne Schnee und Eis: Unter 7 Grad Winterreifen nutzen Bei Glatteis, Schnee oder Schneematsch müssen Autofahrer auf Winterreifen unterwegs sein. Doch auch bevor diese Begleitumstände des Winters eintreten, ist ein Umstieg sinnvoll, erklärt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat.