Frühlingsgefahren für Autofahrer

19.02.2019
Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, und schon ist das eine oder andere offene Cabrio zu sehen. Doch der Frühling ist kein zweiter Sommer. Gerade diese Jahreszeit hält für Auto- und Motorradfahrer einige Überraschungen bereit.
Frühlingszeit ist Wechselzeit - doch wann genau sollten Autofahrer auf Sommerreifen wechseln? Foto: Alexander Heinl
Frühlingszeit ist Wechselzeit - doch wann genau sollten Autofahrer auf Sommerreifen wechseln? Foto: Alexander Heinl

Chemnitz (dpa/tmn) - Wenn der Frühling beginnt, kann es nachts immer noch ziemlich kalt sein. Tagsüber herrscht oft schon T-Shirt-Wetter. Entsprechend vielfältig sind auch die Wetterrisiken für den Straßenverkehr. Vor allem die Sonne ist nicht zu unterschätzen.

«Die besondere Gefahr im Frühjahr besteht darin, dass die Sonne jeweils zu den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs auf- und untergeht», sagt Meteorologe Meeno Schrader von Wetterwelt in Kiel. «Das heißt, sie steht sehr tief und kann vor allem dann blenden, wenn besonders viele Autos unterwegs sind.» Ist dann zusätzlich die Windschutzscheibe schmutzig, drohe eine Art Blindflug, weil die Sicht durch die Streuung noch stärker eingeschränkt sei.

Extreme Glätte

Grundsätzlich biete der Frühling wettermäßig fast alles, so Schrader. Nicht zuletzt durch den Klimawandel habe die Launenhaftigkeit des Wetters zugenommen. Graupel- oder Hagelschauer beispielsweise könnten binnen kürzester Zeit zu extremer Glätte führen. «Man kann diese Schauer bei Tageslicht sehen: Sie kommen als grau-weiße Wand auf einen zu. Dann sofort Fuß vom Gas und vorsichtig ausrollen lassen», empfiehlt Schrader. Daneben sei bis weit in den März hinein auch noch mit Nachtfrösten zu rechnen. Zudem bestehe speziell in Waldstücken Frostgefahr, was zu Glatteis führen könne.

Gefährlich werden diese Situationen speziell für alle, die zu früh die Reifen gewechselt haben. «An der alten Regel von O bis O - also Oktober bis Ostern - ist durchaus etwas dran. Auf Sommerreifen sollte man erst wechseln, wenn durchgängig mindestens sieben Grad gemessen werden», sagt Michael Schneider von der Kfz-Innung Sachsen-West.

Fahrbahnschäden und Schlaglöcher

Auch muss im Frühjahr vermehrt mit beschädigten und rutschigen Straßen gerechnet werden. «Fahrbahnschäden, Schlaglöcher und Splitt erhöhen das Unfallrisiko. Vor allem in Kurven besteht für Zweiradfahrer Rutsch- und Sturzgefahr», warnt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Aus Sicherheitsgründen würden daher einzelne Strecken für Motorradfahrer mitunter auch gesperrt.

Der Frühjahrsmüdigkeit, die sich meist durch eine gewisse Mattigkeit äußert, können Autofahrer durch regelmäßige Bewegungspausen an der frischen Luft am besten begegnen. Der Dekra-Verkehrspsychologe Thomas Wagner beobachtet bei Motorradfahrern im Frühling aber oft sogar das Gegenteil von Müdigkeit. Die Vorfreude nach der langen Winterpause sei sehr groß, hier kämen dann mehrere Dinge zusammen: «Eine positive Grundstimmung infolge mehr Sonne im Frühling und auch eine vermehrte Ausschüttung von Serotonin - auch als Glückshormon bekannt. Viele Biker schießen da leider übers Ziel hinaus und werden unvorsichtig.»

Eine weitere Gefahr sind Wildtiere, die vermehrt unterwegs sind, wenn die Temperaturen steigen. «Viele Rehe, Hirsche, Wildschweine und auch Kleinsäuger wie Marder und Feldhasen verlassen jetzt ihre Winterquartiere, um auf Futter- und Partnersuche zu gehen», sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. Autofahrer sind daher in der Dämmerung und nachts in Bereichen mit Wildwechsel besser besonders achtsam. Straßenschilder warnen in stark frequentierten Bereichen zusätzlich.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Zu spät: Wer einen Wildunfall nicht verhindern konnte, sollte als erstes die Unfallstelle absichern und dann die Polizei informieren. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/dpa-tmn Sichern und dokumentieren: Richtig handeln nach Wildunfällen Wenn Unfälle mit Tieren passieren, ist die Unsicherheit groß: Einfach wegfahren, das Reh zum Tierarzt bringen oder doch die Polizei rufen? Dabei ist ein überlegtes Vorgehen sehr wichtig, um nicht Ärger mit der Versicherung zu bekommen.
Mit ein wenig Übung können Autofahrer die Räder ihres Fahrzeugs auch selbst wechseln. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn So gelingt Autofahrern der Radwechsel in Eigenregie Viele Autofahrer wechseln auf Sommerreifen, indem sie das Auto bei der Werkstatt vorfahren und später mit frisch montierten Pneus wieder abholen. Doch wie wechselt man die Räder in Eigenregie? Ein Experte gibt Tipps.
Gerade in den Sommermonaten kommen sich die Radfahrer vielerorts in die Quere. Für alle heißt es daher «Rücksicht nehmen». Foto: Lino Mirgeler Eine Typologie der Radfahrer Autofahrer, Lieferanten, Fußgänger, Baustellen - die Hindernisse auf dem Weg eines Radfahrers sind vielseitig. Dabei machen die Artgenossen mindestens genauso viele Probleme.
Frischluft-Mini: Die Motoren im aufgefrischten Mini Cabrio leisten von 75 kW/102 PS bis 141 kW/192 PS. Foto: BMW Alles rund ums Cabrio und neue Modelle für 2018 Cabrios bieten bei schönem Wetter offenen Fahrgenuss. 2018 kommen wieder neue Modelle auf den Markt. Anfänger unter den Frischluftfans machen sich vor ihrem Einstieg aber besser ein paar Dinge bewusst, damit der Genuss ohne Reue gelingt.