Freitag, der 13.: Verkehr so gefährlich wie jeden Freitag

11.05.2022
Abergläubige sind an einem Freitag, den 13., möglicherweise besonders umsichtig unterwegs. Gibt es an dem vermeintlichen Unglückstag Auffälligkeiten bei der Zahl schwerer Unfälle im Straßenverkehr? Ein Blick in die Statistik.
An Freitagen, die auf einen 13. des Monats fallen, gibt es nicht zwangsläufig mehr Unfälle als an anderern Freitagen. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
An Freitagen, die auf einen 13. des Monats fallen, gibt es nicht zwangsläufig mehr Unfälle als an anderern Freitagen. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (dpa) - Wenn der 13. Tag eines Monats auf einen Freitag fällt, ist bei abergläubigen Menschen die Sorge vor einem Missgeschick womöglich besonders groß. Gibt es eine erhöhte Gefahr, an diesem Unglückstag zum Beispiel bei einem Unfall verletzt zu werden? Die offizielle Statistik gibt Entwarnung.

Behauptung: An einem Freitag, den 13., ist es im Straßenverkehr für Leib und Leben gefährlicher als sonst.

Bewertung: Falsch.

Fakten: Tatsächlich passieren an Freitagen im Schnitt mehr Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet werden, als an anderen Wochentagen. Nach Angaben des ADAC herrscht an diesem Tag aber auch mehr Verkehr auf den Straßen: Berufs- und Wochenendpendler sowie Ausflügler sind unterwegs.

Doch vergleicht man die Unfallzahlen an Freitagen, die auf einen 13. des Monats fallen, mit dem Durchschnitt aller Freitage eines Jahres, lässt sich keine grundsätzliche Erhöhung feststellen.

Im Jahr 2020 kam es der amtlichen Unfallstatistik zufolge im Schnitt an einem Freitag zu 826 Unfällen mit Personenschaden. An den beiden Freitagen, die auf einen 13. fielen, passierten sogar weniger: Am 13. März waren es 756 Unfälle, am 13. November 802.

Anders sah es 2019 aus: Während sich an allen Freitagen im Schnitt 946 Unfälle mit Personenschaden ereigneten, waren es am 13. September 1050 und am 13. Dezember 1135 Unfälle. 2018 wiederum lag der 13. April mit 957 Unfällen unter dem Freitagsdurchschnitt von 971, der 13. Juli darüber (1123 Unfälle).

Das Statistische Bundesamt sieht keinen Zusammenhang zwischen vermeintlichem Unglückstag und Unfallaufkommen. Schlechtes Wetter etwa könne einerseits Unfälle verursachen, andererseits aber auch für weniger Ausflüge sorgen, so dass es weniger Verkehr gebe. Das Verkehrsaufkommen werde von vielen Faktoren beeinflusst. Der ADAC empfiehlt an jedem Tag eine umsichtige und vorausschauende Fahrweise.

© dpa-infocom, dpa:220511-99-242429/5

ADAC über Unfälle am Freitag, den 13.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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