Ford Focus RS: Das blaue Wunder

03.02.2016
Bislang durften nur ein paar Ingenieure und Gymkhana-Star Ken Block ans Steuer. Doch jetzt entlässt Ford den Focus RS auf die Straße. Das freut nicht nur die Fahrer, sondern auch die Reifenhändler.
Klassisch blau: Der neue Ford Focus RS. Foto: Ford
Klassisch blau: Der neue Ford Focus RS. Foto: Ford

Berlin (dpa-infocom) - Kraftmeier aus der Kompaktklasse: Ford bringt ein neues Rallye-Sport-Modell auf den Markt. Zu Preisen ab 40 000 Euro lässt der Autobauer den neuen Focus RS von der Leine.

Gymkhana für Jedermann

Beachtenswert ist der so genannte Drift-Mode, den Ford mit Hilfe des Gymkhana-Stars Ken Block in die Bordelektronik programmiert hat. Obwohl die Kölner ihre Kompaktklasse-Plattform für diesen Kraftakt erstmals mit Allradantrieb aufgerüstet haben, lässt sich das gesamte Drehmoment damit und mit Hilfe dreier elektronisch geregelter Kupplungen an das hintere, kurvenäußere Rad leiten.

Wer dann beherzt Gas gibt und dazu noch kräftig am Lenkrad reißt, der macht den Focus zum Quertreiber, dreht Kreise um sich selbst und sieht die Welt meist aus dem Seitenfenster. Das macht einen Heidenspaß - und um nichts anderes geht es schließlich bei einem Sportwagen.

Trotz Allrad keine Spaßbremse

Ohne dass der Allradantrieb den Spaß auch nur einen Hauch schmälern würde, beißt sich der Kraftmeier in die Kurven, dreht sich willig ein schießt ab dem Scheitelpunkt wieder heraus, dass es eine wahre Freude ist. Klack, klack, klack, mit metallischer Präzision knallen die sechs Gänge durchs Getriebe. Der Drehzahlmessers zuckt, bis jenseits von 6000 Touren das rote ST-Logo wild als Warnung flackert.

Und in jeder Kurve freut man sich über den guten Seitenhalt der tiefen Sportsitze. Dabei wirkt der RS mit direkter Lenkung, strammer Federung und bissigen Bremsen so stabil und sicher, dass der Erhalt des Führerscheins eine gehörige Portion Selbstbeherrschung erfordert. Von 0 auf 100 km/h in 4,7 Sekunden und bei Vollgas 266 Sachen - mit diesem Focus ist man schnell zu schnell.

Auch vier Zylinder machen was her

Treibende Kraft im Ringen mit Konkurrenten wie dem VW-Golf R und dem Astra OPC von Opel ist ein 2,3 Liter großer Turbo-Vierzylinder, den man schon aus dem Mustang kennt. Allerdings hat die Performance-Abteilung von Ford mit 257 kW/350 PS noch einmal zehn Prozent mehr Leistung aus dem Treibwerk gekitzelt, die Drehmomentkurve auf bis zu 440 und für 15 Sekunden sogar 470 Nm angehoben.

Der Klappenauspuff ist imposant mit armdicken Endrohren, durch die der Focus rotzt und sprotzt wie ein Rockstar bei der Zugabe. So wird der Focus gar vollends vom Biedermann zum Bollerwagen und der heiß geliebte Fünfzylinder von einst ist schnell vergessen.

Zurückhaltung geht anders

Der Sound passt zum Styling. Denn Zurückhaltung ist nicht gerade die größte Tugend des RS. Im Gegenteil. Damit an seiner Stärke schon im Stand keine Zweifel aufkommen, bläst der Focus RS dick die Backen auf. Der Kühlergrill ist groß und aufgerissen wie der Schlund eines Raubfischs. Und auf dem Heckdeckel thront ein Spoiler, wie man ihn zuletzt wahrscheinlich in den legendären Manta-Filmen gesehen hat.

Fazit: Im Focus RS sieht man Ford mit neuen Augen

Natürlich ist ein Auto wie der Focus RS hoffnungslos aus der Zeit gefallen. Erst recht, wenn man den Normverbrauch von 7,7 Litern (175 g/km) mit links verdoppeln kann. Doch für Ford ist das Sportmodell vor allem ein Imageträger, der die restliche Modellfamilie aufladen soll.

Im ersten Schritt ist das dem Wagen mit allein 250 000 Interessenten im Internet bereits gelungen. Und wer vom Computer irgendwann ins Cockpit wechselt, der sieht Ford im Allgemeinen und den Focus im besonderen tatsächlich mit neuen Augen.

Datenblatt: Ford Focus RS

Motor und Antrieb

Maße und Gewichte

Fahrdaten

Kosten

Wichtige Serienausstattung

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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