Fahrerflucht nach Bagatellschaden kann Führerschein kosten

20.11.2018
Ein Bagatellschaden geschieht meist durch eine Unachtsamkeit. Auch wenn ein Schaden noch so klein ist, muss der Verursacherden Geschädigten persönlich kontaktieren oder die Polizei rufen.
Vorsicht beim Aussteigen: Wer beim Parken eine Beule im nebenstehenden Auto verursacht, sollte auf den Besitzer warten oder die Polizei verständigen. Foto: Caroline Seidel
Vorsicht beim Aussteigen: Wer beim Parken eine Beule im nebenstehenden Auto verursacht, sollte auf den Besitzer warten oder die Polizei verständigen. Foto: Caroline Seidel

Berlin (dpa/tmn) - Wer beim Ausparken oder Rangieren ein anderes Auto oder Gegenstände touchiert und einfach wegfährt, dem droht ein Bußgeld oder sogar eine Freiheitsstrafe. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin.

Das gilt auch bei kleinen oder kaum sichtbaren Schäden. Übersteigt der Sachschaden einen Wert von 1300 Euro, kann dem Verursacher die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Auch die Haftpflichtversicherung kann bei Fahrerflucht Rückforderungsansprüche stellen - sich also den Betrag vom Versicherten zurückholen, nachdem sie den Schaden am anderen Wagen beglichen hat.

Wenn der Besitzer des beschädigten Wagens nicht am Unfallort auftaucht, reicht ein Zettel mit den Kontaktdaten an dessen Windschutzscheibe nicht aus. Der Verursacher sollte auf den anderen Fahrer warten - mindestens 30 bis 90 Minuten. Erscheint der Geschädigte nicht innerhalb dieser Zeit am Unfallort, muss der Verursacher so schnell wie möglich die Polizei verständigen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Kleine Parkrempler können passieren und sind ärgerlich. Doch danach einfach abzuhauen, kann selbst bei kleinsten Schäden als Fahrerflucht gewertet werden. Foto: Christin Klose Bagatellschäden richtig abwickeln Eine kleine Unachtsamkeit, die Tür ein Stück zu weit geöffnet, und schon hat man beim Auto nebenan den Lack beschädigt. Eine Bagatelle? Nein, denn auch solche kleinen Schäden können viel Ärger bedeuten und müssen korrekt abgewickelt werden - aber wie geht das?
Egal, ob man selbst- oder unverschuldet in einen Unfall gerät: Ärger und Aufregung sind oft groß. Doch auch dann ist es wichtig, Schritt für Schritt vorzugehen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Das Unfall-ABC: Ruhe bewahren und nichts überstürzen Nichts ist für einen Autofahrer ärgerlicher als ein Unfall. Der Wagen muss repariert werden, Papierkram steht ins Haus, und Zeit kostet das Ganze auch noch. Doch wie handeln Beteiligte in dieser Stresssituation richtig?
Blechschäden und Parkrempler können leicht passieren: Auf die leichte Schulter nehmen darf man sie aber nicht. Wer sich falsch verhält, muss hohe Strafen befürchten. Foto: Caroline Seidel Blechschaden im Parkhaus: Zettel an der Scheibe reicht nicht Gerade in engen Parkhäusern oder verwinkelten Parkplätzen können Parkrempler oder Kratzer durch zu schwungvoll geöffnete Türen schnell passieren. Doch ist der Geschädigte nicht vor Ort, muss man einiges beachten, um nicht hohe Strafen auf sich zu nehmen.
Nur ein Bagatellschaden? Auch bei kleinen Unfällen muss oft die Schuldfrage geklärt werden. Dann ist es sinnvoll, die Polizei einzubeziehen. Foto: Huk-Coburg Muss man bei einem Unfall immer die Polizei rufen? Auch nach Unfällen mit Bagatellschäden sollte der Unfallhergang protokolliert werden. Das ist nicht zuletzt für die spätere Schadensregulierung wichtig. Doch muss dafür immer die Polizei gerufen werden?