Fahren bei Sturm: Tempo runter und gegenlenken

12.03.2021
Wenn es so richtig windet und stürmt, ist das sicher kein optimales Wetter für alle, die im Auto oder gar auf dem Motorrad sitzen. Wie kommen Sie dennoch möglichst sicher ans Ziel?
Schmuddelwetter und Sturm: Jetzt gilt es, den Fuß vom Gas zu nehemen und noch konzentrierter zu fahren. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Schmuddelwetter und Sturm: Jetzt gilt es, den Fuß vom Gas zu nehemen und noch konzentrierter zu fahren. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Regen prasselt an die Scheiben und das Auto wird kräftig durchgerüttelt - bei starkem Wind und Sturm gilt: Tempo runter und höchste Konzentration aufs Fahren richten, raten ADAC und Tüv Süd. Je langsamer man nun fährt, desto besser lässt sich reagieren. Dazu gehört es, angemessen sanft gegenzulenken, wenn eine Böe das Auto erfasst. Aber Vorsicht: Wer zu extrem lenkt, landet schlimmstenfalls im Graben oder im Gegenverkehr, wenn der Luftstrom ganz plötzlich wieder abreißt. Daher mit Gefühl am Lenkrad drehen.

Trifft eine Böe mit 70 km/h auf ein Fahrzeug bei Tempo 100, kann sie es um einen Meter versetzen. Fährt das Auto 130 km/h, werden bereits bis zu vier Meter daraus, so der Tüv Süd. Da, wo der Wind offene Angriffsflächen hat, steigt die Gefahr - also etwa auf Brücken, in Waldschneisen oder an Tunnelausfahrten.

Je mehr Angriffsfläche, desto empfindlicher

Starker Seitenwind kann auch plötzlich aufs Auto wirken, wenn Sie beim Überholen eines Lkws wieder aus dessen Windschatten kommen. Besonders empfindlich für Seitenwind sind naturgemäß Fahrzeuge wie Anhänger-Gespanne, Wohnmobile und Busse. Aber auch Aufbauten wie Dachboxen oder dort montierte Fahrräder erhöhen die Angriffsfläche.

Die Fahrtipps gelten im Grunde auch für Motorradfahrer. Doch sollten sich diese zusätzlich eher mittig auf der Fahrbahn halten, um zu beiden Seiten mehr Spielraum für Lenkmanöver zu haben. Sie verzichten auch besser auf flatternde Bekleidung und stellen sie nach Möglichkeit sehr körpernah ein, rät der ADAC. Aufbauten wie Tankrucksäcke, Koffer oder Gepäckrollen erhöhen die Angriffsfläche.

Bei Sturm oder Orkan besser auf Auto und Motorrad verzichten

Bei stürmischem Wetter sollten Ablenkungen etwa durch Radio oder Gespräche vermieden werden. Beide Hände gehören stets ans Lenkrad. Beobachten Sie die anderen Verkehrsteilnehmer, die nun auch anders als erwartet reagieren können. Werden Stürme vorhergesagt, sollten baumreiche Strecken gemieden werden. Ab Windstärke 5 (29 bis 38 km/h) sollte man bereits sehr vorsichtig sein. Wird vor schwerem Sturm (ab Windstärke 10) oder gar Orkanen gewarnt, rät der ADAC, gar nicht mehr ins Auto oder aufs Motorrad zu steigen.

© dpa-infocom, dpa:210312-99-793496/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Der eigene Fahrstil kann viel dazu beitragen, wie sich der winterliche Ausflug mit dem Auto entwickelt. Foto: Nicolas Armer/dpa/dpa-tmn Sicher fahren auf Schnee und Eis Auch wenn extreme Straßenbedingungen hierzulande eher die Ausnahme sind - das Fahren im Winter erfordert besondere Aufmerksamkeit. Experten raten sogar zu Fahrsicherheitstrainings.
Gespanne brauchen naturgemäß mehr Platz im Straßenraum, auch deshalb erfordert das Fahren mit ihnen einige Übung. Foto: Tobias Hase So klappt die erste Fahrt mit dem Caravan Mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen in den Urlaub zu fahren, ist für viele Deutsche ein Traum. Soll der nicht als Alptraum enden, beachten Anfänger besser ein paar Dinge - angefangen beim Führerschein an.
Stürmische Zeiten: Bei starkem Wind sollten Autofahrer ihr Tempo drosseln und bei Böen gefühlvoll gegenlenken. Foto: Jens Büttner Wie man das Auto bei starkem Wind steuert     Im Herbst stellen Stürme viele Auto- und Motorradfahrer vor besondere Herausforderungen. Wie kommen sie sicher durch die windige Zeit - und wann lassen sie ihr Fahrzeug zur Sicherheit besser stehen?
Long Vehicle: Das Fahren mit einem Anhänger-Gespann erfordert Übung und eine sehr vorausschauende Fahrweise. Foto: Lino Mirgeler/dpa/dpa-tmn Wohnwagen oder Campingmobil: Was Anfänger wissen müssen Ferien mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen am Anhänger haben Konjunktur. Anfänger sollten aber unbedingt einige Experten-Ratschläge beherzigen.