Eltern sollten mit Helm aufs Rad

09.04.2019
Fahrradfahrer leben im Straßenverkehr nicht ungefährlich. Wenn sie stürzen oder es zum Unfall kommt, schützen Helme den Kopfbereich. Zum sichereren Miteinander können aber vor allem Autofahrer beitragen.
Damit Kinder im Straßenverkehr ihren Helm tragen, gehen Eltern am besten mit gutem Vorbild voran und setzen selbst einen auf. Foto: Robert Günther
Damit Kinder im Straßenverkehr ihren Helm tragen, gehen Eltern am besten mit gutem Vorbild voran und setzen selbst einen auf. Foto: Robert Günther

Stuttgart (dpa/tmn) - Kinder radeln am besten nur mit Helm. Damit sie das auch tun, sollten Eltern als gute Vorbilder immer selbst den Kopfschutz aufsetzen. Das rät die Expertenorganisation Dekra.

Es gibt in Deutschland für Fahrradfahrer zwar keine Pflicht, einen Helm zu tragen. Dekra-Experten raten Radlern aber «dringend» dazu, um sich bei einem Sturz oder Unfall besser zu schützen.

«Mit Helm verringert sich bei einem Unfall die Schwere der Kopfverletzungen in der Regel erheblich», erklärt Dekra-Unfallforscherin Stefanie Ritter. Das gelte besonders für ältere Menschen, bei denen das Risiko als Radfahrer ums Leben zu kommen um ein Mehrfaches höher liegt als bei Jüngeren.

Laut einer aktuellen Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) fühlen sich Radfahrer in Deutschland im Straßenverkehr immer unsicherer. Zu mehr Sicherheit können vor allem Autofahrer beitragen, indem sie sich Radlern gegenüber rücksichtsvoll und fair verhalten. Denn in drei von vier Fällen ist laut Dekra der Pkw der Unfallgegner eines Radlers. Etwa genauso oft sind demnach Autofahrer daran hauptsächlich schuld, beispielsweise weil sie zu schnell fuhren oder zu wenig Abstand hielten.

Radler stellen ihren Fahrstil besser auf Fehler von Autofahrern ein, rät Dekra. Dem «ungleichen Duell» gehen sie besser aus dem Weg, nutzen möglichst Radwege, meiden stark befahrene Straßen und fahren an Kreuzungen defensiv.

Aber auch unter Radlern gibt es schwarze Schafe, die rote Ampeln und Vorfahrt von Autos missachten, Radwege nicht nutzen oder unvorsichtig auf die Straße wechseln, zählt die Expertenorganisation auf. Auch sei es wichtig, dass Radler klingeln, wenn sie Fußgänger oder andere Fahrradfahrer überholen. Und sie müssen genug Abstand halten.

Die Ergebnisse des «Fahrradklima-Test»

Bremen, Hannover und Leipzig sind laut einer Umfrage die fahrradfreundlichsten deutschen Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern. Das geht aus dem in Berlin vorgestellten «Fahrradklima-Test» des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hervor. Das Sicherheitsgefühl und die Freude am Radfahren seien aber bundesweit zurückgegangen.

Mit der Schulnote 3,9 war die Zufriedenheit beim Radfahren schlechter als in den Jahren 2014 (3,7) und 2016 (3,8). Das Sicherheitsgefühl fiel auf die Note 4,2 zurück. Zwei Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 3,9. Es gibt aber auch Kommunen, in denen Radfahrer gute Noten vergeben - vor allem in kleineren Städten. Bocholt und Reken, beide im Münsterland, sowie Baunatal in Hessen belegten die Spitzenplätze in ihren Einwohnerkategorien.

Von September bis November 2018 erhielt der ADFC für seinen Test Rückmeldungen von rund 170.000 Radfahrern aus ganz Deutschland. Das war eine neue Rekordbeteiligung nach rund 120.000 Antworten bei der vergangenen Umfrage im Jahr 2016. Der «Fahrradklima-Test» ist nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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