Eigentlich ein Guter - Der Skoda Octavia als Gebrauchter

12.01.2016
Ein Skoda-Modell ist für viele eine schlaue Alternative. Schließlich sind die Modelle deutlich günstiger in der Anschaffung als VW-Modelle, von denen sie die grundlegende Technik haben. Das gilt auch für Gebrauchte.
Der Skoda Octavia teilt sich die Plattform mit dem VW Golf. Technisch ist der Octavia durchaus solide - wegen oft hoher Laufleistungen haben Gebrauchtwagen aber doch den ein oder anderen Makel. Foto: Skoda
Der Skoda Octavia teilt sich die Plattform mit dem VW Golf. Technisch ist der Octavia durchaus solide - wegen oft hoher Laufleistungen haben Gebrauchtwagen aber doch den ein oder anderen Makel. Foto: Skoda

Berlin (dpa/tmn) - Die Technik von VW, das Äußere von Skoda - für manchen Autobesitzer ist das attraktiv. Das Mittelklasseauto Octavia der zweiten Generation (2004 bis 2012) zum Beispiel teilt sich die Basis mit dem Golf V, der von 2003 bis 2008 gebaut wurde.

Eigentlich wäre das tschechische Modell, egal ob als Limousine oder Kombi, ein Gebrauchtwagen-Tipp. So urteilt der «TÜV Report 2016». Wenn die meisten am Markt gehandelten Modelle nur nicht so viele Kilometer auf dem Tacho hätten.

Denn vor allem die oft hohe Laufleistung verhagelt dem Skoda Octavia die Bilanz bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU): Bereits nach drei Jahren, wenn es zum ersten Mal auf die Prüfbahn geht, geben sehr oft die Bremsscheiben Anlass zu Beanstandung. Anfällig sind auch die Federn, die zum Brechen neigen, sowie die Antriebswellen.

In Sachen Pannensicherheit spielt der Octavia mittlerweile ganz oben mit. Die aktuelle Statistik des ADAC berichtet von einer «überdurchschnittlich hohen Pannensicherheit». Lediglich bei Exemplaren der Baujahre 2010 und 2011 gab es wegen defekter Zündkabel und Problemen mit der Abgasrückführung ein durchwachsenes Gesamtbild. Auch streikende Einspritzdüsen sorgten für Pannendiensteinsätze (2007). Einen Rückruf gab es zuletzt Anfang 2012 für Fahrzeuge der Bauzeit 2009 bis 2011 wegen Rissen in Kraftstoffhochdruckleitungen.

Auf den Markt kam die zweite Generation des Mittelklassemodells der VW-Tochter im Jahr 2004 - zunächst als Limousine, zum Jahresbeginn 2005 dann auch als Version Combi. Obwohl auf der Plattform eines Kompaktfahrzeugs aufbauend, hat der Octavia vor allem beim Raumangebot Merkmale von Mittelklassemodellen. Der Stauraum liegt je nach Karosserieform zwischen 560 und 580 Litern, und auch die Beinfreiheit im Fond gilt als vorbildlich. 2006 gesellte sich die höher gelegte Allradversion Scout dazu, 2009 vollzog Skoda ein Facelift. Gebrauchtkäufer sollten darauf achten, ob ESP an Bord ist, denn dies kostete bis 2009 Aufpreis.

Bei den Motoren achten Dieselinteressenten auf das Jahr 2008 ab dem erstmalig Common-Rail-Technik statt des alten Pumpe-Düse-Verfahren verbaut wurde. Die Selbstzünder leisten je nach Baujahr und Ausführung zwischen 77 kW/105 PS und 125 kW/170 PS. Bei den Benzinern reicht die Spanne von 77 kW/105 PS bis 147 kW/200 PS. Erhältlich sind Modelle mit Gasantrieb. LPG-Versionen sind aus dem Angebot verschwunden, mittlerweile setzt Skoda nur noch auf Erdgas (CNG).

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist das Angebot groß. Man muss aber Glück haben, eines der selteneren Exemplare mit geringer Laufleistung zu finden, bei dem Mängel wohl noch länger auf sich warten lassen. Die Schwacke-Liste verzeichnet einen Octavia Combi 2.0 TDi DPF mit 103 kW/140 PS von 2010 mit einem Richtwert von 12 050 Euro - bei einer Laufleistung von 102 100 Kilometern. Den Combi 1.8 TSI Elegance von 2008 mit 118 kW/160 PS listen die Preissammler mit 10 200 Euro (101 800 Kilometer). Wer auf der Suche nach einer Limousine ist, muss im Falle des Octavia 1.4 TSI Elegance Green tec mit 90 kW/122 PS von 2012 noch um die 13 300 Euro kalkulieren (rund 44 200 Kilometer).


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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