Die Qual der Wahl beim Familienauto

23.09.2016
Geräumig, praktisch, sicher und nicht zu teuer. Familienautos sind die eierlegende Wollmilchsau. Sie müssen alles können, dabei am besten noch gut aussehen und bezahlbar sein. Die Auswahl ist groß.
Gerade Familien mit vielen Kindern brauchen mehr Platz - welcher Autotyp wird den Bedürfnissen am besten gerecht? Foto: Silvia Marks
Gerade Familien mit vielen Kindern brauchen mehr Platz - welcher Autotyp wird den Bedürfnissen am besten gerecht? Foto: Silvia Marks

München (dpa/tmn) - Gab es für Familien früher oft nur große Limousinen, Kombis und Vans, stehen heute auch Crossover-Modelle und SUVs zur Wahl. «Die Wahl des Familienautos ist eine Geschmacks- und Geldfrage», sagt Constantin Hack vom ACE Autoclub Europa (ACE). Kombis und Vans böten Vorteile für Familien.

Hack sieht einen Trend hin zu kompakten SUVs wie Ford Kuga oder VW Tiguan, obwohl sie schwerer sind und dadurch mehr Kraftstoff verbrauchen.

«Neue Modelle zielen deutlicher auf die junge Generation ab», sagt Dino Silvestro vom ADAC. «Typische Familienvans kommen in der neuesten Modellgeneration moderner und sportlicher daher, das Design steht mehr im Fokus als bisher.» Für kleine Familien mit bis zu zwei Kindern sei ein Kombi meist ausreichend. «Zwei Kindersitze lassen sich fast immer montieren, und die Familie hat genügend Stauraum für Kinderwagen und Gepäck.»

Ein SUV böte bei Familientauglichkeit kaum Vorteile gegenüber einem Kombi. «SUVs gibt es im Vergleich zu Kombis zwar oft mit optionaler dritter Sitzreihe, doch sind die hintersten Sitze meist nur als Notsitze anzusehen», so Silvestro. Stauraum sei dann kaum noch vorhanden, wenn die dritte Reihe aufgestellt ist. Für den Notfall habe man aber zwei zusätzliche Sitze. Für Großfamilien ab drei Kindern sei ein Van die beste Wahl: «Drei Kindersitze passen meistens nur in diesen Fahrzeugen nebeneinander. Zudem gibt es die großen Vans auch mit vollwertiger dritter Reihe.» Platz für drei Kindersitze nebeneinander bieten etwa Modelle von Citroën, Ford, Hyundai, Kia, Mercedes, Opel, Peugeot, Renault, Seat, Toyota und Volkswagen. Bei größeren Vans wie Ford Grand C-Max, Mercedes V-Klasse, Seat Alhambra, VW Sharan oder VW Bus T6 erleichtern zudem Schiebetüren und die erhöhte Karosserieform den Einbau von Kindersitzen.

In Sachen Sparsamkeit sieht Hack den Kombi vor dem Van, Hochdachkombi und SUV. Für einen Van sprechen die Verstellmöglichkeiten oder eventuelle Schiebetüren. Allerdings habe er weniger Leistung als ein Kombi. SUVs bieten durch die höhere Bauweise zum Beispiel eine gute Übersicht. Hier liegen meist die Unterhaltskosten und der Verbrauch höher als bei vergleichbaren Kombis, und die Variabilität liegt oft unter denen von Vans.

«Ein Familienauto muss vor allem Platz für alle Familienmitglieder und auf Reisen auch für das dazugehörige Gepäck bieten», sagt Philip Puls vom Tüv Süd. Ideal sei es, wenn sich das Auto zum Beispiel durch umklappbare Sitze an die Bedürfnisse anpassen lasse. Immer mehr Eltern legten Wert auf eine gute Entertainmentausstattung, damit den Kleinen auf längeren Touren nicht langweilig wird. Ganz wichtig aber: «Grundsätzlich sollte es möglich sein, Kindersitze aller Art zu montieren», rät Puls.

Ein Punkt, der auch Andreas Bergmeier vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) wichtig ist: «Bei einem Kauf eines Familienautos sollten Interessenten immer die schon vorhandenen Kindersitze mitnehmen und sie im Wunschfahrzeug ausprobieren.» Andernfalls könne es nach dem Kauf böse Überraschungen geben. Denn nicht immer passen die alten Kindersitze in die Fahrzeuge. Außerdem rät Bergmeier, auf integrierte Isofix-Halterungen zu achten. Manche Hersteller bieten die Halterungen nicht serienmäßig an, sondern nur als Option. Bei Gebrauchtwagen lassen sie sich nicht nachrüsten.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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