Deutsche gönnten sich 2018 seltener ein neues Auto

07.01.2019
Jahrelang kauften die Deutschen immer mehr neue Autos. 2018 hielten sie sich zurück. Das liegt unter anderem an den ersten Diesel-Fahrverboten und einem Standard, dessen Einführung den Herstellern Probleme bereitete.
2018 kauften die Deutschen so wenig neue Autos wie seit fünf Jahren nicht mehr. Foto: Sebastian Gollnow
2018 kauften die Deutschen so wenig neue Autos wie seit fünf Jahren nicht mehr. Foto: Sebastian Gollnow

Flensburg (dpa) - Die Deutschen haben im vergangenen Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder weniger neue Autos gekauft. Die Zahl der Neuzulassungen sank verglichen mit dem Vorjahr um 0,2 Prozent auf 3,44 Millionen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg mitteilte.

2017 war jedoch ein vergleichsweise starkes Auto-Jahr gewesen. Probleme machte im vergangenen Jahr ein neuer Abgasprüfstandard, für den die Hersteller nicht für alle Modelle rechtzeitig die Genehmigung hatten. Sie mussten zum Teil die Produktion drosseln.

Angesichts erster Diesel-Fahrverbote entschieden sich noch weniger Kunden für den Selbstzünder: Der Anteil sank von 38,8 Prozent im Vorjahr auf 32,3 Prozent. Benziner erreichten 62,4 Prozent (2017: 57,7 Prozent). Alternative Antriebe legten zu, bleiben aber ein Nischensegment: Jeder hundertste Neuwagen war ein Elektroauto, 3,8 Prozent waren Hybride mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor.

Auch Gebrauchtwagen waren im vergangenen Jahr weniger gefragt: 7,19 Millionen Besitzumschreibungen entsprachen einem Minus von 1,5 Prozent. Aufwärts ging es auf dem Motorrad-Markt: Gut 158 000 Maschinen wurden neu zugelassen, ein Zehntel mehr als im Vorjahr. Auch bei Lastwagen gab es ein Plus: Rund 322 000 neue Lkw kamen auf die Straßen, fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Pressemitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
VW hat angekündigt, Besitzern alter Dieselautos einen Preisnachlass von bis zu 10 000 Euro für einen Euro 6-Neuwagen zu geben. Foto: Patrick Pleul/dpa Rabattschlacht um neue Diesel - VW bietet bis zu 10 000 Euro Deutschlands Autohersteller haben sich mit Dieselaffäre und Kartellverfahren in die schwierigste Situation seit Jahrzehnten manövriert. Fahrverbote drohen, neue Dieselautos verkaufen sich nicht mehr gut. Die Industrie reagiert mit einer Art Sommerschlussverkauf.
Neuer Besitzer gesucht: Wer sein Auto verkaufen will, kann das über verschiedene Wege tun. Alle aber haben Vor- und Nachteile. Foto: Silvia Marks Lohnender Besitzwechsel: Wie man das Auto am besten verkauft Alle paar Jahre steht bei vielen Deutschen ein neues Auto an. Was tun mit dem alten? Privat oder an einen Händler verkaufen? Beides bietet Vor- und Nachteile - was sollten Autoverkäufer beachten?
Mit dem Cross Polo können Gebrauchtwagenkäufer auch eine Variante im Offroad-Look wählen. Foto: Volkswagen AG Der VW Polo früherer Generationen ist kein Musterknabe Dieselchaos und drohende Fahrverbote: Beim Polo von VW gibt es glücklicherweise genug Alternativen. Ein perfekter Musterknabe ist der Kleinwagen trotzdem nicht. Am besten schneiden noch die Secondhand-Modelle der jüngeren Generationen ab.
Trotz großzügiger Rabatte bringen Gebrauchtwagenhändler Dieselfahrzeuge kaum noch an den Kunden. Foto: Sebastian Kahnert Drohende Fahrverbote machen Dieselautos zu Ladenhütern Beim Diesel ist die Lage im Autohandel dramatisch. Mehr als jeder fünfte Händler nimmt nach einer aktuellen Umfrage überhaupt keine Diesel-Gebrauchtwagen mehr in Zahlung.