Der Opel Insignia A im Langzeitcheck

26.02.2019
Das Flaggschiff von Opel setzt weniger Glanzpunkte, als man allgemein annehmen möchte. Bei der Hauptuntersuchung schneidet der Insignia A eher schlecht ab. Und bei der Pannensicherheit ist leider auch kaum Land in Sicht.
2013 spendierte Opel dem Vectra-Nachfolger Insignia ein Facelift. Foto: Axel Wierdemann
2013 spendierte Opel dem Vectra-Nachfolger Insignia ein Facelift. Foto: Axel Wierdemann

Berlin (dpa/tmn) - Jüngst vermeldete Opel die Auslieferung des 1.111.111-ten Insignia und sprach davon, dass Kunden von dem Flaggschiff der Marke nach wie vor «begeistert» seien. Das mag hier und da sein, doch das Abschneiden des Modells bei der Hauptuntersuchung (HU) spricht eine nüchternere Sprache.

Vom Vorgänger Vectra hat der Insignia zum Beispiel den häufigen Ölverlust an Motor und Getriebe geerbt. Und das ist nicht der einzige Rüffel. Die gute Nachricht zuerst: Es gibt Glanzkapitel, die der Insignia bei der HU schreibt - etwa das der sehr stabilen Achsen. Auch Rost ist am Fahrwerk ist kein Thema. Doch bei den grundsätzlich robusten Bremskomponenten fangen die Probleme bei vielen schon an.

Der «Auto Bild Tüv-Report 2019» vermeldet sehr oft verschlissene oder rissige Bremsscheiben. Ab der zweiten HU im Fahrzeugalter von fünf Jahren führen Mängel an Federn und Stoßdämpfern dazu, dass die Plakette erst einmal verweigert wird. Auch mängelbehaftete Frontscheinwerfer führen oftmals zu Kritik.

Noch weniger Land in Sicht bei der Pannensicherheit - der ADAC schreibt: «Der Opel Insignia schneidet in allen Jahren schlecht bis sehr schlecht ab.» Demnach machen laut aktueller Clubstatistik vor allem Exemplare der Baujahre 2009 und 2010 Probleme; hier geben oftmals streikende Partikelfilter, defekte Zündspulen und versagende Abgasrückführungen Anlass zur Pannenhilfe. Hinzu kommen Probleme mit dem Turbotrakt und den Antriebsriemen, die auch 2011er Baujahre treffen. Batterien und allgemeine Motorprobleme sind bis Baujahr 2015 ein Negativ-Dauerbrenner.

Der Insignia trat 2008 die Nachfolge von Vectra und des auf diesem basierenden Signum an. Opels neue Mittelklasse fuhr mit 4,83 Meter Länge als ein je nach Variante um bis 20 Zentimeter gewachsenes Modell vor. Umso mehr verwunderte, dass der nun statt Caravan Sports Tourer genannte Kombi weniger Gesamtladevolumen bot als der Vorgänger. Dafür gilt das Fahrwerk als sicher und komfortabel abgestimmt, das die preistreibende adaptive Variante auch für Gebrauchtwagenkunden meist überflüssig macht.

Die Modellpflege von 2013 brachte zum Beispiel neue Frontscheinwerfer - jetzt mit LED-Elementen -, auch das Fahrwerk, die Motoren und der Innenraum sowie Bedienelemente wurden überarbeitet. Ebenfalls 2013 kam der Country Tourer in den Handel, eine Kombiversion mit mehr Bodenfreiheit im robusteren Look. Abgelöst wurde der Insignia A 2017 durch den Nachfolger Insignia B.

Wer Opel fährt, kann sportlich fahren - das gibt auch die Motorenpalette des Insignia her, die in den OPC-Modellen mit bis zu 239 kW/325 PS gipfelt. Los geht es bei den Benziner aber mit 85 kW/115 PS. Eine Alternative stellt unter den Ottomotoren eine LPG-Variante mit 103 kW/140 PS (ab 2012) dar. Die Diesel kommen je nach Baujahr und Ausführung auf 81 kW/110 PS bis 143 kW/195 PS.

Im «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand ist ein Opel Insignia 1.4 Turbo mit 103 kW/140 PS von 2014 als Sports Tourer je nach Ausstattung ab 10.950 Euro notiert bei 81.000 Km. Das gleiche Auto in der LPG-Variante ist mit 650 Euro mehr notiert. Ein stärkerer 1.6 SIDI-Turbo mit 48.000 Km von 2016 als Limousine mit 125 kW/170 PS ist mit mindestens 15.250 Euro gelistet, ein 2.8 V6 Turbo mit 191 kW/260 PS (125 000 km) von 2011 mit 9925 Euro, ein Insignia Sports Tourer 2.0 CDTI von 2011 (96 kW/130 PS) mit 6275 Euro und 148.000 km in der Linie Selection.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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