Der Mercedes EQE überzeugt durch Preis und Reichweite

27.04.2022
Jahrzehnte lang war die Mercedes E-Klasse die Business-Limousine schlechthin. Doch jetzt brechen bei den Schwaben neue Zeiten an. Denn mit dem EQE locken sie die Manager neuerdings an die Ladesäule. Lohnt sich der Umstieg?
Die flache Front und die bogenförmige Silhouette lassen den EQE modern und sportlich aussehen. Foto: Mercedes-Benz Group/dpa-mag
Die flache Front und die bogenförmige Silhouette lassen den EQE modern und sportlich aussehen. Foto: Mercedes-Benz Group/dpa-mag

Berlin (dpa-infocom) - Mercedes macht Ernst mit der Elektrifizierung der Oberklasse: Nicht einmal ein Jahr, nachdem der EQS den Weg bereitet hat, kommt auf der neuen Akkuarchitektur jetzt schon das zweite Auto - und dürfte die Zielgruppe etwas erweitern.

Denn wenn ab diesem Sommer als elektrische Alternative zur E-Klasse der EQE ausgeliefert wird, sinken die Preise gegenüber dem elektrischen Flaggschiff um rund 30.000 auf zunächst 68.847 Euro. Folgen soll bald eine noch günstigere Einstiegsvariante. Zudem bereiten die Schwaben für Kunden mit erweitertem Raumbedarf auch noch ein EQE SUV vor.

Weniger Platz als im EQS, aber mehr als in der E-Klasse

Für nur zwei Drittel des EQS-Preises gibt es allerdings auch ein bisschen weniger Auto. Der EQE fällt rund 30 Zentimeter kürzer aus und bietet entsprechend weniger Prestige - und natürlich auch nicht ganz so viel Platz. Aber weil der Radstand länger ist als bei der konventionellen E-Klasse und die Motoren weniger Bauraum beanspruchen, sitzt man im EQE auf allen Plätzen besser als in der bisherigen Limousine. Der Kofferraum ist mit 430 Litern für seine Liga ebenfalls ganz passabel.

Noch weniger Abstriche muss man beim Design machen. Die glänzend glatte Front mit dem schwarzen Kunststoffgrill, die weit nach vorn gezogene Windschutzscheibe und die bogenförmigen Silhouette lassen den EQE genauso futuristisch auftreten wie seinen elektrischen Bruder.

Auch bei der Ausstattung und dem Ambiente ist der EQE dem EQS deutlich näher als der E-Klasse. Zwar fehlen das riesige Head-Up-Display und der Drive Pilot, bei dem man zeitweise ganz legal die Hände vom Lenkrad nehmen darf. Doch wer gegen Aufpreis den sogenannten Hyper-Screen bestellt und die bunte Ambientebeleuchtung aktiviert, der bekommt die gleiche spacige Atmosphäre wie im EQS. Selbst die Hightech-Klimaanlage mit dem konkurrenzlos gründlichen Hepa-Filter ist an Bord.

Langläufer mit hohem Tempo

Das kleinere Format zwingt die Entwickler allerdings bei der Batterie zum Sparen: Mehr als der 90 kWh-Akku aus dem EQS-Einstiegsmodell passt beim EQE nicht zwischen die Achsen. Aber erstens ist der in nur 15 Minuten für die nächsten 250 Kilometer geladen. Und zweitens bieten die Schwaben dafür reichlich Auswahl beim Antrieb: Los geht es mit einem EQE 350, der aktuell mit einem Motor und Hinterradantrieb auskommen muss.

Er ist mit 567 bis 654 Kilometern im Normzyklus der Reichweitenmeister in der Familie, aber trotzdem kein Schleicher: 215 kW/292 PS und 565 Nm bringen ihn in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ermöglichen ein Spitzentempo von 210 km/h. Alternativ gibt es schon zum Start den EQE 43 AMG mit zwei Motoren und 350 kW/476 PS. Wenige Wochen später kommt der EQE 500 (300 kW/408 PS) sowie der EQE 53 AMG, der es kurzfristig auf 505 kW/687 PS bringt. Als besonders günstige Version ist der EQE 300 geplant.

Durch und durch ein Fahrerauto

Egal welchen Antrieb man wählt, der EQE performt immer etwas strammer und engagierter als erwartet. Weil er nicht ganz so weich gefedert und etwas direkter abgestimmt ist, fühlt sich der Fahrer jedoch weniger entkoppelt als im EQS. Zudem wird der EQE ebenfalls mit Hinterachslenkung ausgeliefert und kann die Räder im Heck um über zehn Grad einschlagen. Das macht ihn wiederum deutlich beweglicher als die konventionelle E-Klasse. In der Stadt und beim Rangieren ist er ausgesprochen wendig, bei schnellen Spurwechseln jedoch beruhigend stabil - so profiliert sich der Stromer als besonders fahrerfreundlich.

Fazit: Firmenwagen einer neuen Generation

Mit dem EQE stellt Mercedes die Elektro-Wende auf breitere Füße - ein Drittel billiger als der EQS und mit über 500 Kilometern Reichweite noch immer langstreckentauglich. Obwohl es weder Kombi noch Taxi gibt, dürfte der EQE als Firmenwagen der neuen Generation schon bald die E-Klasse ablösen. Die Runderneuerung, die die E-Klasse gerade erhält, könnte daher ihre letzte sein.

Datenblatt: Mercedes EQE 350

Motor und Antrieb Elektroantrieb
Max. Leistung: 215 kW/292 PS
Max. Drehmoment: 565 Nm
Antrieb: Heckradantrieb
Getriebe: Eingang-Getriebe
Maße und Gewichte
Länge: 4946 mm
Breite: 1691 mm
Höhe: 1512 mm
Radstand: 3210 mm
Leergewicht: 2355 kg
Zuladung: 525 kg
Kofferraumvolumen: 430 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,4 s
Durchschnittsverbrauch: 15,9 kWh/100 km
Reichweite: 654 km
Batteriekapazität: 90,0 kWh
CO2-Emission: 0 g/km
Kraftstoff: Strom
Schadstoffklasse: k.A.
Effizienzklasse: A+
Kosten:
Grundpreis des EQE : 68.847 Euro
Grundpreis des EQE 350+: 68.847 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: 0 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: Acht Airbags, ESP, Spurhalte- und Abstandsregelung
Komfort: Klimaautomatik, Digitale Instrumente, Sitzheizung

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

© dpa-infocom, dpa:220425-99-33988/14


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Isolierglasscheiben des Flying Spur lassen nur wenig Geräusche in die Kabine, und auch der Motor ist trotz der 467 kW/635 PS für die Insassen kaum zu hören. Foto: Bentley Motors Ltd./dpa-mag So viel Luxus bietet Bentleys Flying Spur Gegen ihn ist eine Mercedes S-Klasse gewöhnlich und ein 7er BMW fast noch dezent. Wer zum ersten Mal im neuen Bentley Flying Spur unterwegs ist, fühlt sich ein bisschen wie die Windsors. Doch zum barocken Auftritt gibt es viel moderne Technik.
Rustikal wie ein SUV, geräumig wie ein Kombi und elegant wie ein Coupé: Der Citroën C5X soll die Stärken der drei Fahrzeugtypen vereinen. Foto: Citroën/dpa-mag Extravagant und gemütlich: Im C5X steckt ein wahrer Citroën Seriös, sportlich, souverän - mit diesen Tugenden haben Audi, BMW und Mercedes den Markt von der Mittelklasse aufwärts unter sich aufgeteilt. Können Importmarken ihnen überhaupt noch Konkurrenz machen? Mit dem C5X versucht es Citroën jetzt auf sehr eigenwillige Art.
Der A250e vereint Kraft und Sparsamkeit: Ab 140 km/h schaltet sich zum Plug-In ein 1,3 Liter großer Benziner hinzu. Damit erreicht er maximal 235 km/h. Foto: Daimler AG/dpa-infocom So schneidet der Mercedes A250e im Test ab Der Stern steht unter Strom. Denn im Ringen um einen niedrigen Flottenverbrauch elektrifiziert Mercedes ein Modell nach dem anderen und nimmt sich jetzt die A-Klasse vor. Dass die trotzdem noch einen Verbrenner hat, stört überhaupt nicht. Im Gegenteil.
Mit diesem Flaggschiff kann Opel zu Größe zurück finden: Denn mit dem Insignia hat der Autobauer einen großen Schritt gemacht. Foto: Opel Opel Insignia Grand Sport: Comeback in Geist des Kapitäns Opel in der Krise? Zwar hatte der Übernahmepoker zwischen General Motors und PSA kein sonderlich gutes Licht auf die Hessen geworfen. Doch mit dem neuen Insignia beweisen die Neu-Franzosen, dass sie die harten Verhandlungen wert waren.