Der Fiat Punto/Grande Punto (2005 bis 2018) im Langzeittest

25.08.2020
Wer einen günstigen Gebrauchtwagen sucht, könnte auch bei Fiat fündig werden. Mit dem Punto hatte man bis 2018 ein Modell im Programm, das einst den Uno beerbte: Ist der gebrauchte Punto eine Nummer Eins?
Rot wie ein Ferrari: Der kleine Fiat Punto steht für italienische Mobilität zu kleinen Preisen. Foto: FCA Group/dpa-tmn
Rot wie ein Ferrari: Der kleine Fiat Punto steht für italienische Mobilität zu kleinen Preisen. Foto: FCA Group/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nachdem sein Ende schon Jahre zuvor angekündigt worden war, verließ 2018 der klassische Kleinwagen Punto von Fiat die Werkstore. Verblieben im Programm der Italiener sind seither Kleinst- und Kompaktwagen, Modelle mit Crossover-Zügen oder der Retro-Star 500. Bei der Hauptuntersuchung (HU) leistet sich der als Neuwagen Ausgestorbene allerdings viele Mängel.

Modellhistorie: In Grande Punto umgetauft kam Fiats Kleinwagen 2005 in Neuauflage auf den Markt - 20 Zentimeter länger als sein Vorgänger Punto. Mit der Modellpflege von 2009 wurden Karosserie und Innenraum überarbeitet sowie die Motoren sparsamer und eine serienmäßige Start-Stopp-Automatik installiert. Und: Der Punto hieß nun Punto Evo. Ab dem letzten Facelift von 2012 trug der Kleinwagen wieder den schlichten Punto-Schriftzug am Blech - wie die erste, von Giorgetto Giugiaro gezeichnete Generation, die 1993 den Uno abgelöst hatte.

Karosserievarianten: Den Grande Punto gibt es nur als Fünftürer, mit dem Evo kam eine dreitürige Version hinzu. Auch den letzten Punto gibt es als Drei- und als Fünftürer.

Abmessungen: 4,03 m bis 4,07 m x 1,69 m x 1,49 m (LxBxH),Kofferraumvolumen: 275 l bis 1030 l.

Stärken: Für seine Abmessungen ist der Punto geräumig, er fährt sich dank kleinem Wendekreis handlich, und er ist ein günstiger Gebrauchtwagen. Rost am Fahrwerk tritt selten auf. Bei der HU macht die Achsaufhängung meist einen robusten Eindruck. Bis zur zweiten HU ist auch die Lenkung im grünen Bereich, Bremsleitungen und -scheiben sind es zumindest bei der ersten HU, wie der «Auto Bild Tüv Report 2020» vermeldet.

Schwächen: Der Report schreibt: «Mit reichlich Mängeln beim Tüv bleibt er ein Fall für unerschrockene Fans.» Schwachstellen am Fahrwerk sind danach Stoßdämpfer und Federn. Überdurchschnittlich viele Mängel attestieren die HU-Prüfer an der Beleuchtung schon beim ersten Check im Fahrzeugalter von drei Jahren. Alle Jahrgänge leiden unter ungleichmäßiger oder unzureichender Wirkung von Fuß- und Feststellbremse. Vermehrter Ölverlust wird ab der zweiten HU bemängelt, bei der häufig auch Rost an der Auspuffanlage auffällt.

Pannenverhalten: Der ADAC fällt mit Blick auf seine Pannenstatistik ein zweigeteiltes Urteil: Die älteren Jahrgänge bis Erstzulassungsjahr 2008 schnitten durchschnittlich oder schlechter ab, jüngere Exemplare dagegen gut bis sogar sehr gut. Als Pannenschwerpunkte nennt der Club unter anderem: Anlasser (2007),Auspuffrohr und - topf (2005 und 2008),Generator (2007 und 2008),Kabelbaum (2006),Kraftstoffpumpe (2005 bis 2007) und Schaltgestänge (2007 und 2008).

Motoren: Benziner (Zwei- und Vierzylinder mit Frontantrieb): 48 kW/55 PS bis 132 kW/179 PS; Diesel (Vierzylinder mit Frontantrieb): 55 kW/75 PS und 96 kW/131 PS; Erdgas: 51 kW/69 PS.

Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

- Punto 0.9 8V TwinAir MyPunto Dreitürer (2013); 77 kW/ 105 PS (Dreizylinder); 99 000 Kilometer; 5225 Euro.
- Punto 1.4 8V Fünftürer (2018); 57 kW/77 PS (Vierzylinder); 34 000 Kilometer; 7850 Euro.
- Punto 1.3 Multijet 16V Pop DPF Dreitürer (2014); 62 kW/85 PS (Vierzylinder); 106 000 Kilometer; 5250 Euro.

© dpa-infocom, dpa:200824-99-289081/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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