Der Audi A1 ist ein pannenarmer Gebrauchter

03.03.2020
Mit dem A1 kann Audi in der Kleinwagenklasse die Premiumkarte ausspielen. Das Modell kostet auch als Gebrauchter vergleichsweise viel, zahlt das aber mit Haltbarkeit zurück.
Der S1 ist die sportliche Variante des Audi A1 und leistet 231 PS. Foto: Audi AG/dpa-tmn
Der S1 ist die sportliche Variante des Audi A1 und leistet 231 PS. Foto: Audi AG/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Der A1 ist Audis Versuch, im Kleinwagensegment Fuß zu fassen. Der Absatz blieb aber anfangs unter den Erwartungen - wohl auch wegen der hohen Preise. Denn der Ingolstädter ist weitaus teurer als sein Teilespender, der VW Polo. Auch als Gebrauchter. Doch dafür erhält der Kunde ein außerordentlich haltbares Auto.

Modellhistorie: Im Jahr 2010 brachte Audi den A1 in den Handel, zunächst nur als Dreitürer. Der Fünftürer rückte 2012 nach. Mit dem Facelift 2015 kamen Dreizylinder-Motoren unter die Haube. Seit Mitte 2018 ist die zweite Modellgeneration auf dem Markt.

Karosserievarianten: Den A1 gibt es kleinwagentypisch als Schräghecklimousine mit drei Türen inklusive Heckklappe. Der Fünftürer nennt sich Sportback. Die Version Citycarver in SUV-Optik kam erst mit der hier nicht betrachteten zweiten Generation.

Abmessungen: 3,95 m bis 3,99 m x 1,74 m x 1,42 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 270 l bis 920 l

Stärken: Der A1 kann die Premiumkarte in der Kleinwagenklasse ausspielen, denn die Konkurrenz ist nicht sehr groß. Großes Lob kassiert er bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU): Den ersten Termin absolviert der A1 zu 95,2 Prozent mängelfrei, nach bis zu neun Jahren sind es noch drei Viertel. «Eine Bank», resümiert der «Auto Bild TÜV Report 2020», der den A1 als «besten Kleinwagen» auszeichnet.

Schwächen: Bei der ersten HU kommen allenfalls Riefen, also feine Rillen, an Bremsscheiben vor, ab der zweiten Untersuchung werden es mehr. Motor und Getriebe beginnen ab der dritten Pflichtprüfung im Alter von sieben Jahren überdurchschnittlich oft zu lecken.

Pannenverhalten: In der Pannenstatistik des ADAC schneidet der A1 «gut bis sehr gut» ab. Nur einen einzigen Pannenschwerpunkt nennt der Autoclub darin: Zündkabel, die ihren Job nicht richtig erledigen, und zwar bei Autos mit Erstzulassungsjahr 2011.

Motoren: Benziner (Drei- und Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 60 kW/82 PS bis 170 kW/231 PS im sportlichen Modell S1 (dazu gab es die Kleinserie A1 Quattro mit 188 kW/256 PS); Diesel (Drei- und Vierzylinder, Frontantrieb): 66 kW/90 PS und 105 kW/143 PS

Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern): - A1 1.0 TFSI Sportback ultra (2016); 70 kW/95 PS (Dreizylinder); 55.000 Kilometer; 11.750 Euro - A1 1.6 TDI Attraction (2013); 77 kW/105 PS (Vierzylinder); 113.000 Kilometer; 7550 Euro - S1 2.0 TFSI quattro (2014); 170 kW/231 PS (Vierzylinder); 81.000 Kilometer; 14.550 Euro

© dpa-infocom, dpa:200302-99-155812/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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