Darf auch weniger Druck auf dem Autoreifen sein?

31.03.2020
Etwas weniger für mehr Grip, etwas mehr für weniger Verbrauch: Zum Luftdruck bei Autoreifen gibt es viele Ansichten. Doch Hersteller geben ihre konkreten Empfehlungen nicht ohne Grund.
Beim Reifendruck sollte man sich immer an die Empfehlungen des Autoherstellers halten. Ist der Fülldruck deutlich höher oder geringer als empfohlen, hat das oft negative Auswirkungen auf das Verhalten der Reifen. Foto: picture alliance / dpa-tmn
Beim Reifendruck sollte man sich immer an die Empfehlungen des Autoherstellers halten. Ist der Fülldruck deutlich höher oder geringer als empfohlen, hat das oft negative Auswirkungen auf das Verhalten der Reifen. Foto: picture alliance / dpa-tmn

Stuttgart (dpa/tmn) - Weniger Druck soll besseren Grip beim Autofahren bringen - so zumindest lautet eine verbreitete Meinung. Doch sie ist so nicht richtig, erläutert die Prüforganisation Dekra.

Auf trockener Straße werde mit abnehmendem Druck auf den Reifen zwar tatsächlich der Bremsweg kürzer. Doch zugleich nehme die Präzision beim Lenken ab, das Auto reagiere schwerfälliger - und werde bei höheren Geschwindigkeiten sogar unberechenbar.

Auf nasser Fahrbahn sei es beim Bremsweg sogar umgekehrt - dieser werde unter solchen Bedingungen bei höherem Fülldruck kürzer. Dazu kommt: Liegt der Reifendruck unter dem Optimum, steigt der Verbrauch.

Letztlich sollte man sich immer an die Empfehlungen des Autoherstellers halten, die abhängig von der Beladung sind und sich in aller Regel auf Aufklebern in der Tankklappe oder an der B-Säule bei der Fahrertür befänden, so die Experten. Ist der Fülldruck deutlich höher oder geringer als empfohlen, hat das demnach meist negative Auswirkungen auf das Verhalten der Reifen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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