City Transformer aus Israel: Stadtflitzer mit Clou

04.05.2022
Ein israelisches Start-up plant einen elektrischen Kleinwagen mit variabler Spurweite. Sein Name City Transformer ist dabei gleich doppelt Programm.
Der City Transformer kann bei Bedarf seine Spurweite verändern und sich so beim Parken extrem schmal machen. Foto: City Transformer/dpa-tmn
Der City Transformer kann bei Bedarf seine Spurweite verändern und sich so beim Parken extrem schmal machen. Foto: City Transformer/dpa-tmn

München (dpa/tmn). Mit einem elektrischen Schmalspurfahrzeug im Stil des Renault Twizy will das israelische Start-up City Transformer den Stadtverkehr revolutionieren. Der gleichnamige Zweisitzer fährt gerade als Prototyp durch München und soll bis Ende 2024 in den Handel kommen, kündigte Firmenchef Asaf Formoza an. Als Preis für Vorbesteller nannte er 12 500 Euro, später soll das E-Mobil 16 000 Euro kosten.

Clou des Wagens ist seine variable Spurweite, die während der Fahrt um 40 Zentimeter verändert werden kann. So mache sich der City Transformer bei niedrigem Tempo etwa in engen Gassen oder beim Parken extrem schmal. Er brauche mit einer Breite von einem Meter nicht mehr Platz als ein Motorroller. Doch bei höherem Tempo fahren die Räder aus und sorgen für die nötige Stabilität.

Bis zu 180 Kilometer weit flitzen

Anders als viele andere Schmalspurfahrzeuge könne der City Transformer deshalb auch auf bis zu 90 km/h beschleunigen, kündigte Formoza an. Die technische Basis bildet eine Art Skateboard-Plattform. In dieser sind neben dem Mechanismus für die variable Spurweite auch zwei E-Motoren von zusammen 15 kW/20 PS sowie Batterien mit einer Kapazität von 14 kWh für bis zu 180 Kilometer Reichweite integriert. Geladen wird an der Haushaltssteckdose in 3,5 Stunden oder an der Gleichstromsäule binnen 30 Minuten.

Die ersten Prototypen tragen einen Aufbau von 2,50 Metern Länge. Mit platzsparend nach oben aufschwingenden Türen sind er für einen Erwachsenen und ein Kind konzipiert. Dabei will der City Transformer mehr Komfort und Sicherheit bieten als die meisten Konkurrenten in der Zulassungsklasse L7e. Daher gibt es unter anderem eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Airbags und ESP.

Weitre Varianten sind schon in Planung

Später soll es auch gewerbliche Varianten für den innerörtlichen Lastenverkehr geben. Als Kunden sieht Formoza neben von der Parkplatzsuche geplagten Pendlern und Lieferdiensten vor allem Flottenbetreiber, die den Wagen für das Car-Sharing nutzen wollen.

Mittelfristig hofft der Israeli aber nicht nur auf ein Ende der Parkplatzsuche und schlanke Fahrten durch innerstädtische Nadelöhre. Sondern wenn mal zu Zigtausenden solche Schmalspurfahrzeuge unterwegs seien, rechne er auch mit neuen Regeln in den Städten und mit eigenen Spuren. «Dann verdoppelt sich auf einen Schlag die Kapazität der Verkehrswege und die Rushhour hat ihren Schrecken verloren», ist er überzeugt.

© dpa-infocom, dpa:220504-99-154097/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Modernes Verkehrsmittel oder Landplage? Folgt man Diskussionen rund um die E-Tretroller, gehen die Meinungen zuweilen stark auseinander. Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn So kauft man einen E-Tretroller Geben Sie es zu, Sie haben sich auch schon über die Elektro-Tretroller geärgert. Nein, Sie finden die ganz cool und wollen selbst einen? Ihnen kann geholfen werden, was man wissen muss.
Wer mit dem E-Tretroller im öffentlichen Straßenverkehr fahren will, braucht ein Versicherungskennzeichen zum Aufkleben. Foto: Elke A. Jung-Wolff/GDV/dpa-tmn Alles über die neuen E-Tretroller Künftig dürfen Elektro-Tretroller in Deutschland im Straßenverkehr fahren. Aber nicht jedes Modell bekommt eine Zulassung. Worauf müssen Käufer achten, um legal und sicher zu rollern?
Bundesverkehrsminister Scheuer sieht ein großes Potenzial für eine umweltfreundliche Mobilität in deutschen Städten durch künftig zugelassene Elektro-Tretroller. Foto: Herbert Neubauer/APA Elektro-Tretroller sollen auf die Geh- und Radwege kommen Sie sind klein, häufig klappbar und mit Stromantrieb unterwegs: E-Scooter, mit denen man in der Stadt schnell von A nach B kommen kann, sollen künftig auch in Deutschland erlaubt sein. Doch wie?
E-Tretroller für Fahrer ab 15 Jahre: Den X2City verkauft BMW ab 2399 Euro. Foto: BMW AG/dpa-tmn Elektrischer Tretroller von BMW fährt bis zu 20 km/h Noch sind elektrische Tretroller nicht im Straßenverkehr erlaubt, doch die Zulassung soll bald kommen. BMW steht bereits mit dem Verkauf des X2City in den Startlöchern und gibt vor dem Verkauf wichtige Details bekannt.