Blitz-Marathon in vielen Bundesländern

18.04.2016
Blitz-Marathon nennt die Polizei ihre jährliche Großaktion, mit der sie gegen Raser vorgeht. Auch am kommenden Donnerstag (21. April) werden Autofahrer wieder massenhaft kontrolliert.
Am Donnerstag (21. April) gibt es in weiten Teilen Deutschlands wieder einen sogenannten Blitz-Marathon mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei. Foto: Armin Weigel
Am Donnerstag (21. April) gibt es in weiten Teilen Deutschlands wieder einen sogenannten Blitz-Marathon mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei. Foto: Armin Weigel

Berlin (dpa) - Am kommenden Donnerstag (21. April) gibt es in weiten Teilen Deutschlands wieder einen sogenannten Blitz-Marathon mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei. Bei der Aktion sind Tausende Polizisten an Tausenden Stellen im Einsatz.

Mit dabei sind die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern, wie eine dpa-Umfrage bei den zuständigen Behörden ergab. Außerdem beteiligen sich Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Nicht dabei sind in diesem Jahr mindestens fünf Bundesländer: Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bremen. Noch offen war die Entscheidung zunächst in Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland.

Sachsens Innenministerium erklärte auf dpa-Anfrage den Verzicht mit «unverhältnismäßig» hohem Planungs- und Personalaufwand. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte bereits im November 2015 gesagt, dass die Polizei angesichts größerer Terrorgefahr auf weniger Wichtiges verzichten müsse - als Beispiel nannte er überregionale Großkontrollen wie den Blitz-Marathon.

Der «Focus» berichtete am Wochenende zudem, Niedersachsen habe als Begründung für die Nicht-Teilnahme auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama am Sonntag direkt nach dem Blitz-Marathon verwiesen. Außerdem hege Innenminister Boris Pistorius (SPD) Zweifel an dessen Sinn: «Unser Ziel, die Zahl der Unfälle, Verunglückten und vor allem Getöteten nachhaltig zu senken, haben wir bisher mit dem Blitzer-Marathon nicht erreicht», sagte er dem Magazin.

Dennoch soll in mehr als 20 europäischen Staaten geblitzt werden, wie der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger vor einigen Tagen ankündigte. Die Aktion dauere von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr; in den vergangenen Jahren war meist jeweils 24 Stunden kontrolliert worden. Doch Experten meinen, die Wirksamkeit sei beim jetzt gewählten Zeitraum höher.

Der Blitz-Marathon kann nach einer ADAC-Mitteilung einen Beitrag leisten, den Verkehrsteilnehmern die Gefahren von zu schnellem Fahren bewusst zu machen und sie zu sensibilisieren. Dies geschehe auch dadurch, dass Medien bereits Tage vor der Aktion darüber berichten. Der Club empfiehlt aber, die Geschwindigkeitsüberwachung auf notorische Raser zu fokussieren. Dazu müsse vorrangig nachts, an Wochenenden und auf Motorradstrecken kontrolliert werden. Die massenhafte Ahndung geringfügiger Überschreitungen im Berufsverkehr fülle zwar Kassen, trage aber kaum zu mehr Verkehrssicherheit bei.

Beim Blitz-Marathon im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Deutschland mehr als 91 000 Raser erwischt. Den offiziellen Angaben zufolge waren knapp drei Prozent der kontrollierten 3,2 Millionen Fahrzeuge zu schnell unterwegs.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Halt, Stopp! Bei einer Verkehrskontrolle befolgen Autofahrer besser die Anweisungen der Polizisten. Foto: Ralf Hirschberger So kommen Autofahrer gut durch eine Verkehrskontrolle Eine Verkehrskontrolle ist kein Grund, nervös zu werden. Hände aufs Lenkrad und tief durchatmen - das ist meist ein guter Start. Aber was sollten Autofahrer darüber hinaus noch beachten, wenn sie ein Polizist an die Seite winkt?
Bei der Ahndung von zu schnellem Fahren hat sich die Radarfalle bewährt. Das Gerät wird 60 Jahre alt. Foto: Rolf Vennenbernd 60 Jahre Radarfalle - Siegeszug der ungeliebten «Blitzer» Seit 60 Jahren stellt die Polizei mit Radargeräten Temposündern nach. Doch die Geschwindigkeitskontrolle selbst ist in Deutschland schon mehr als 100 Jahre alt.
Weil viele Wohnwagen und Wohnmobile zur sommerlichen Reisezeit überladen sind, verstärkt die Polizei deutschlandweit die Kontrollen. Foto: Patrick Seeger Polizeikontrolle: Wohnwagen kommen auf die Waage Die Polizei verstärkt ihre Kontrollen von Wohnwagen und Reisemobilen. Denn viele sind in der Haupturlaubszeit deutlich zu schwer. Die Polizisten rücken mit Waagen an - und fungieren als Ratgeber.
Wer den Alkoholtest in Ländern wie der Schweiz, Italien, Frankreich, den Niederlanden oder in Österreich verweigert, muss mit hohen Strafen rechnen. Foto: Uli Deck/dpa Alkoholtest verweigert: Wo Geldstrafen und Gefängnis drohen Auch wer nichts getrunken hat, sollte bei Polizeikontrollen im europäischen Ausland einem Alkoholtest zustimmen. Anderenfalls drohen mancherorts drakonische Strafen und zum Teil sogar Gefängnis.