Belebung fürs SUV-Segment: Der Opel Mokka im Test

24.02.2021
Es ist eine Zeit lang her, dass man sich nach einem Opel umgedreht hat. Doch mit dem neuen Mokka bringen die Hessen wieder einen richtigen Blickfang auf die Straße. Was außer seinem tollen Design hat der kleine Geländewagen noch zu bieten?
Kleiner SUV mit großer Wirkung: Mit seinem jugendlichen Design dürfte der neue Mokka viele Blicke auf sich ziehen. Foto: Opel Automobile GmbH/dpa-mag
Kleiner SUV mit großer Wirkung: Mit seinem jugendlichen Design dürfte der neue Mokka viele Blicke auf sich ziehen. Foto: Opel Automobile GmbH/dpa-mag

Berlin (dpa-infocom) - Kleine SUVs gibt es mittlerweile viele. Wer im derzeit wichtigsten Segment des Marktes etwas bewegen will, braucht deshalb schon ein besonderes Auto.

Das wissen Sie auch bei Opel und haben sich beim neuen Mokka besonders viel Mühe gegeben. Als jugendliche Alternative sowohl zum Corsa als auch zum Crossland soll er ab Ende Februar gegen Autos wie den VW T-Roc oder den Mazda CX-3 punkten. Dass die Preisspanne dabei von 19.990 bis über 40.000 Euro reicht, hat einen einfachen Grund: Als einer der wenigen in seinem Segment wird der Opel vom Start weg als Diesel, Benziner oder als Elektroauto angeboten.

Junges Design, moderne Ausstattung

Das größte Plus des kleinen Geländewagens ist sein Design. Denn nachdem man die Opel-Modelle der letzten Jahre eher übersehen hat, sticht einem der Mokka auf Anhieb ins Auge. Kürzer, flacher und rundherum knackiger als sein Vorgänger und zudem mit einer völlig neuen Front, die den Namen «Vizor» trägt und an einen Motorradhelm erinnert, fängt er tatsächlich alle Blicke.

Auch innen wirkt der Mokka frisch und modern. Ja, es gibt ein paar alte und vertraute Schalter, und auch die Lenkstockhebel liegen nicht anders in der Hand als beim Corsa. Doch als erster Opel fährt der Mokka mit einem komplett digitalem Cockpit vor. Wie bei jedem Opel gibt es außerdem besonders ergonomische Sitze und einen entsprechenden Langstreckenkomfort. Und auch die Auswahl der Assistenzsysteme ist groß: Automatische Anstandsregelung, aktive Hilfe bei der Spurführung, Kameraüberwachung beim Parken, LED-Leuchten serienmäßig und Matrix-Licht gegen Aufpreis - fehlt eigentlich nur noch das Head-up-Display.

Bequeme Sitze, neue Aussichten und ein knackig präzises Fahrverhalten, das sich wohltuend vom lustlosen Einerlei vieler Konkurrenten unterscheidet: So gut sich der Fahrer auch fühlt im neuen Mokka, für die Hinterbänkler bleibt die Freude etwas limitiert. Denn bei 2,56 Metern Radstand und 4,15 Metern Länge bleibt für sie nicht allzu viel Platz, und der Kofferraum ist mit seinen bestenfalls 350 Litern weder sonderlich groß, noch gibt es wie bei vielen anderen SUVs eine verschiebbare Rückbank. Macht nichts, sagen sie bei Opel und verweisen auf den braven Crossland, der im gleichen Segment antritt und mehr Platz aber dafür weniger Pepp bietet.

Mehr Auswahl als die anderen

Was den Mokka von der Konkurrenz unterscheidet, das ist die Auswahl beim Antrieb. Es gibt zwar keinen Allrad, der einzige Diesel hat nur 81 kW/110 PS und die Dreizylinder-Benziner kommen lediglich auf 74 kW/100 PS oder 96 kW/130 PS. Das ist zwar vernünftig, passt aber nicht so recht zum sportlich frischen Anspruch des Mokka. Und auch an das Schnattern der Dreizylinder mag man sich nur schwerlich gewöhnen. Doch als einen der wenigen gibt es den Mokka vom Start weg auch elektrisch.

Mit 100 kW/136 PS und bis zu 260 Nm erfüllt die E-Maschine zumindest in der Stadt alle Erwartungen, die Opel mit dem frechen Auftritt weckt. Von 0 auf 50 km/h in 3,7 Sekunden - da können nur wenige Verbrenner mithalten. Auch auf Tempo 100 kommt der Kleine mit 9,0 Sekunden vergleichsweise schnell. Dass das Maximum bei 150 km/h liegt, ist der Vernunft geschuldet. Schließlich hat der Akku nur 50 kWh und würde sonst nicht für die 324 Kilometer reichen, die Opel im WLTP-Zyklus ermittelt hat. Ohnehin muss man mit Bedacht fahren, wenn man weit kommen will. Dafür hat Opel neben drei Fahrprogrammen mit teilweise deutlich reduzierter Leistung auch zwei Rekuperationsstufen eingebaut. Je nach Einstellung rollt der Mokka damit locker aus oder verzögert schon beim Lupfen des Fahrpedals stärker, um mehr Energie zurückzugewinnen. Das so genannte One-Pedal-Feeling stellt sich aber nicht ein. Ist der Akku leer, ist für die Wallbox serienmäßig ein dreiphasiger 11 kW-Lader an Bord und an der Schnellladesäule zapft der Mokka mit 100 kW. So fließt der Strom für 100 Kilometer im besten Fall in zwölf Minuten.

Fazit: Ein Opel für Trendbewusste

Ja, es gibt praktischere SUVs in diesem Segment und welche mit mehr Leistung. Doch für die am stärksten umkämpfte Klasse des Marktes hat Opel endlich mal wieder einen echten Hingucker gebaut, der zudem mit solider Technik, einem modernen Ambiente und vor allem mit zeitgemäßem Antrieb aufwartet. Zuletzt mag Opel so manche Entwicklung verschlafen haben, aber der Mokka ist ein Auto für Trendbewusste.

Datenblatt: Opel Mokka-E

Motor und Antrieb: Elektro-Motor
Hubraum: 000 ccm
Max. Leistung: 100 kW/136 PS
Max. Drehmoment: 260 Nm
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Eingang-Automatik
Maße und Gewichte
Länge: 4151 mm
Breite: 1987 mm
Höhe: 1531 mm
Radstand: 2557 mm
Leergewicht: 1598 kg
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: 310-1060 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,0 s
Durchschnittsverbrauch: 17,4 kWh /100 km
Reichweite: 324 km
CO2-Emission: 0 g/km
Kraftstoff: Strom
Schadstoffklasse: EU6
Effizienzklasse: A+
Kosten:
Basispreis der Modellreihe (Opel Mokka 1,2 DI): 19.990 Euro
Grundpreis des Opel Mokka-E: 34.110 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer pro Jahr: 0
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: Front-, Seiten- und Vorhangairbags, Müdigkeitserkennung, LED-Scheinwerfer
Komfort: Klimaanlage, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, Navigation, digitale Instrumente

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

© dpa-infocom, dpa:210209-99-362248/9


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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