Beim Parken von E-Scootern auch an Sehbehinderte denken

28.08.2019
E-Tretroller werden für andere Verkehrsteilnehmer schnell zum Ärgernis - vor allem wenn Nutzer sie kreuz und quer auf den Gehwegen abstellen. Besonders für Sehbehinderte können leicht darüber stolpern. Worauf man beim Parken daher achten sollte.
Durchkommen ist Glückssache: So abgestellte Scooter werden leicht zur Stolperfalle - nicht nur für Blinde und Sehbehinderte. Foto: Zacharie Scheurer
Durchkommen ist Glückssache: So abgestellte Scooter werden leicht zur Stolperfalle - nicht nur für Blinde und Sehbehinderte. Foto: Zacharie Scheurer

Hamburg (dpa/tmn) - Steht es sicher? Ist es kein Hindernis für andere? Wer das eigene Fahrrad abstellt, macht sich selbstverständlich solche Gedanken - schon im eigenen Interesse.

Ganz anders sieht es offenbar bei E-Tretrollern und Rädern zum Leihen aus. Insbesondere für Blinde und Sehbehinderte würden rücksichtslos mitten auf Geh- oder Überwegen abgestellte Scooter und Co. zum Problem, beklagt Heiko Kuhnert vom Blinden- und Sehbehindertenverband Hamburg.

Bei seinem Verband häufen sich die Beschwerden über die Gefährte, die Gehwege versperren, Stolperfallen darstellen und Blinden sowie Sehbehinderten die Orientierung erschweren. Auf der anderen Seite können wild abgestellte Scooter und Räder aber auch für Kinder, die ihre Umgebung nicht immer so im Blick haben, zur Gefahr werden - genau wie für Tagträumer oder Menschen, die aufs Smartphone starren.

Grundsätzlich ist es erlaubt, E-Tretroller wie auch Fahrräder auf Bürgersteigen, in Fußgängerzonen, am Straßenrand, auf Grünstreifen oder in Fußgängerzonen zu parken. Sie dürfen dabei aber weder andere Verkehrsteilnehmer behindern noch Rettungswege für die Feuerwehr blockieren.

Zur Person: Heiko Kuhnert ist Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverband (BSVH) Hamburg.

Kuhnert-Tweet

BSVH-Pressemitteilung zum Thema


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Fahrräder, aber auch die neuen E-Tretroller dürfen an ihrem Abstellplatz andere Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn Fahrräder und E-Scooter richtig abstellen Achtlose abgestellte Mieträder oder E-Tretroller werden in größeren Städten immer mehr zu einem Problem. Wo darf man die praktischen Fortbewegungsmittel abstellen?
Ein neues Verkehrsmittel rollt an: Was sollten Nutzer der künftig im Straßenverkehr zugelassenen Elektro-Tretroller beachten? Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn Sicher unterwegs mit dem E-Scooter Für Elektro-Tretroller gilt künftig grünes Licht im Straßenverkehr. Was ist beim Fahren mit den kleinen Flitzern zu beachten? Unfallforscher Siegfried Brockmann gibt Tipps und teilt erste Erfahrungen.
Ein entscheidendes Kriterium bei E-Tretrollern ist die Reichweite. Doch oft weichen die Modelle hierbei von den Herstellerangaben ab. Foto: Christophe Gateau/dpa/dpa-tmn Gute E-Tretroller haben ihren Preis Der ADAC hat Elektrotretroller zum Kaufen getestet. Was taugen die Scooter zwischen 549 und 2399 Euro? Über die Hälfte ist «gut», doch auch der teure Testsieger ist nicht perfekt. Einer fällt durch.
Am besten die Füße hintereinander auf das schmale Trittbrett des E-Tretrollers stellen. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn Unfälle mit E-Scootern vermeiden Die E-Tretroller sind los - auf kleinen Rädchen, wieselflink und leise stürzen sich Neugierige damit vor allem in den Großstädten ins Verkehrsgetümmel. Aber sie wissen nicht immer, was sie tun - denn die Gefahren können immens sein.