Bei Tankwartservice haftet Betreiber für falschen Sprit

20.06.2018
Selbst das Auto zu betanken - heute völlig selbstverständlich. Doch mancherorts übernehmen das auch Tankwarte. Ein wenig Kontrolle ist aber auch bei dieser bequemen Variante nötig.
Vor allem im Ausland sollten sich Autofahrer besonders konzentrieren, um nicht den falschen Treibstoff zu zapfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Vor allem im Ausland sollten sich Autofahrer besonders konzentrieren, um nicht den falschen Treibstoff zu zapfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Manche Tankstellen im In- und Ausland bieten einen Tankwartservice an. Völlig blind vertrauen sollten Autofahrer der Person mit dem Tankrüssel aber besser nicht. Denn Fehlbetankungen können schlimmstenfalls teure Motorschäden nach sich ziehen.

«Es empfiehlt sich, den Tankvorgang zu überwachen oder aber auf die Rechnung zu schauen, welche Sorte Kraftstoff getankt wurde - und zwar bevor man wieder startet und den Zündschlüssel dreht», rät Anja Smetanin vom Auto Club Europa (ACE). So könnten die Autofahrer ein fehlerhaftes Vorgehen direkt vor Ort bemerken und ansprechen.

Für das Fehlverhalten ihrer Angestellten haftet in der Regel der Tankstellenbetreiber. Neben der Tankquittung lässt sich das am besten durch Zeugen direkt vor Ort beweisen, so der Autoclub.

Bei Reisen ins Ausland kümmern sich Autofahrer am besten vorab um die genauen Bezeichnungen in Landessprache. Im Zweifelsfall fragen sie besser direkt an der Tankstelle nach dem benötigten Treibstoff, rät Smetanin. Zum Teil ließen sich die Namen zwar herleiten. So lässt die oft angegebene Oktanzahl etwa Rückschlüsse darauf zu, ob es sich um Benzin (91),Super (95) oder Super Plus (98-100) handelt.

Doch verwirren können beispielsweise die ähnlichen Bezeichnungen in Portugal und Spanien: «Benzin heißt dort «Gasolina» und Diesel vielerorts «Gasoleo»», sagt Smetanin. In Großbritannien und Frankreich seien je nach Region verschiedene Begriffe für den gleichen Treibstoff verbreitet. «Und gerade in Osteuropa klingen Bezeichnungen wie «Nafta» gar nicht nach dem bekannten Diesel.»

Die Diesel-Zapfpistole passt hierzulande bauartbedingt nicht in den Tank des Benziners, so Smetanin. «Allerdings passt die Benzin-Zapfpistole in fast alle Diesel-Einfüllstutzen, da der Tankstutzen für Diesel einen größeren Durchmesser aufweist.»

Dieser Fall ist auch besonders folgenreich: «Schon geringe Mengen an Benzin-Kraftstoff im Diesel-Tank können Motorschäden zur Folge haben, deren Reparatur mehrere tausend Euro kosten kann», sagt Smetanin. Der Motor darf dann keinesfalls mehr angelassen werden. Auch wenn das Benzin noch nicht in den Motor gelangt ist, muss der gesamte Tank ausgepumpt und gereinigt werden.

Wer andersherum Diesel anstelle von Benzin getankt hat, kann unter Umständen vorsichtig weiterfahren. Aber nur dann, wenn es unvermeidbar ist und nur eine kleine Menge Diesel in den Tank gelangte. «Der Tank sollte jedoch danach unbedingt mit dem richtigen Sprit aufgefüllt werden, damit sich die geringe Menge Diesel besser vermischt», rät die ACE-Sprecherin.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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