Bei Autoversicherung auf fiktive Schadenabrechnung achten

13.03.2020
Kaskoversicherte haben in aller Regel die Wahl, ob sie sich einen Schaden fiktiv - also ohne Reparatur - ersetzen lassen wollen oder nicht. Doch ein Versicherer schert nun aus. Folgen weitere?
Das Beseitigen einer Delle in der Tür kann teuer werden - bei einer fiktiven Abrechnung bekommt man den Betrag, den eine Reparatur kosten würde, ausgezahlt. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn
Das Beseitigen einer Delle in der Tür kann teuer werden - bei einer fiktiven Abrechnung bekommt man den Betrag, den eine Reparatur kosten würde, ausgezahlt. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Autobesitzer sollten beim Abschluss einer Kaskoversicherung auf den Anspruch auf fiktive Schadenabrechnung achten. Das empfiehlt der Bund der Versicherten (BDV).

Diese Variante sei bei Kaskotarifen absolut üblich, wurde von einem ersten Direktversicherer im Zuge einer Umstellung aber aus dem Standardtarif entfernt, wie der BDV berichtet. Sie sei in dem Fall nur noch gegen Zuschlag erhältlich.

Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Anbieter diesem Beispiel folgen, erklärt Bianca Boss vom BDV. Autofahrer achten bei Angeboten von Direktversicherern lieber genau darauf, ob bestimmte Leistungen womöglich ausgeschlossen sind, die eine Police aber auf jeden Fall erfüllen sollte. Dazu zählen laut den Experten beispielsweise auch Folgeschäden durch Marderbisse. Der günstigste Preis allein jedenfalls sollte nicht das Tarifauswahl-Kriterium sein.

Bei einer fiktiven Schadenabrechnung kann der Schaden am Auto auch auf Grundlage eines Gutachtens oder Kostenvoranschlags der Werkstatt reguliert werden. So kann man selbst entscheiden, ob man ihn wirklich beheben lassen möchte oder etwa mit der Delle in der Tür lebt.

Besteht die Option nicht, kann man sich nur jene Reparaturkosten ersetzen lassen, die tatsächlich angefallen sind - also auf Basis einer Rechnung von der Werkstatt.

BDV-Mitteilung

BDV-Infoblatt zur Kfz-Versicherung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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