Autofahrer müssen Seitenwind ernst nehmen

11.03.2020
Bei starkem Wind oder Sturm braucht niemand mit dem Schlimmsten rechnen. Es kracht ja nicht gleich ein Baum aufs Auto. Doch wer Gefahrensignale ignoriert, bringt sich und andere in Gefahr.
Mahnender Windsack an einer Autobahn: Nun gilt es, langsamer zu fahren und mit Seitenwind zu rechnen. Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Mahnender Windsack an einer Autobahn: Nun gilt es, langsamer zu fahren und mit Seitenwind zu rechnen. Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Stuttgart (dpa/tmn) - Stehen die Zeichen auf Sturm, sollten Autofahrer besonders aufmerksam unterwegs sein, Warnzeichen ernst nehmen und jederzeit mit Seitenwind rechnen.

Um richtig reagieren zu können, gilt es, das Lenkrad besonders gut festzuhalten und das Tempo zu drosseln, sobald sich Bäume und Büsche deutlich zur Seite neigen, rät die Prüforganisation Dekra. Dann sei es auch wichtig, auf entsprechende Warnschilder und Windsäcke zu achten.

Starker Seitenwind und Sturmböen können Fahrzeuge unter Umständen weit zur Seite abdrängen und etwa Lastwagen oder Busse im Extremfall sogar umkippen, weshalb man an Brummis & Co besonders aufmerksam vorbeifahren sollte. Grundsätzlich gelte: Je höher die Geschwindigkeit, desto größer das Kipprisiko eines Fahrzeugs, aber auch die Gefahr, als Autofahrer selbst vom Wind abgedrängt zu werden.

Unbedingt langsamer fahren

Also: Fuß vom Gas. Und wer merkt, dass sein Fahrzeug wegen einer großen seitlichen Angriffsfläche empfindlich reagiert, sollte noch einmal langsamer fahren. Eine ungünstig große Angriffsfläche können nicht nur Lastwagen, Busse und Transporter bieten, sondern auch Wohnmobile, SUVS, Vans oder Autos mit Dachboxen.

Auch beim Passieren von Waldschneisen oder bei der Ausfahrt aus Tunneln droht Gefahr: Sobald man mit seinem Fahrzeug den Windschatten verlässt, kann der Wind schlagartig aufs Auto treffen und energisches Gegenlenken notwendig machen. Das gilt auch auf Brücken und Hochebenen, wo Windstöße ohnehin jederzeit ungehindert angreifen können.

Stürmt es richtig, stoppt man besser

Bei wirklich starkem Sturm muss es aber heißen: Fahrt unterbrechen und Schutz suchen, bis sich die Lage beruhigt hat - dabei wegen Verletzungs- und Lebensgefahr nicht in unmittelbarer Nähe von Bäumen parken. Denn es könnten abgerissene Äste umherfliegen. Und im schlimmsten Fall stürzt ein vom Sturm umgerissener Baum tatsächlich aufs Auto.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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