Auf dem Motorrad immer genug Abstand halten

17.06.2019
Motorräder sind leichter und kleiner als Autos. Dass sie deshalb schneller zum Stehen kommen, ist oft ein Trugschluss. Wie bestimmen Biker den richtigen Sicherheitsabstand?
Lieber etwas mehr Abstand als zu wenig: Motorradfahrer sollten ihren Bremsweg nicht unterschätzen. Foto: Judith Michaelis/dpa-tmn
Lieber etwas mehr Abstand als zu wenig: Motorradfahrer sollten ihren Bremsweg nicht unterschätzen. Foto: Judith Michaelis/dpa-tmn

Essen (dpa/tmn) - Motorräder haben bei einer Vollbremsung in der Regel einen längeren Bremsweg als Autos. Darauf macht das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) aufmerksam. Darum ist es umso wichtiger, mit dem Bike ausreichend Sicherheitsabstand einzuhalten.

Um diesen zu bestimmen, raten die Experten zu einer einfachen Faustregel: Zunächst sucht man sich eine Markierung am Straßenrand, zum Beispiel ein Verkehrsschild. Passiert das Fahrzeug vor einem die Markierung, zählt man die Sekunden, bis man selbst dort vorbeifährt. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h stimme der Abstand, wenn eine Sekunde dazwischenliegt. Bei 100 km/h sind es zwei Sekunden.

Diese Methode halten die Fachleute für besser als die klassische Variante, sich am halben Tacho-Wert zu orientieren - also etwa bei 80 km/h 40 Meter zu veranschlagen und diesen Abstand mit Hilfe der Leitpfosten am Rand zu prüfen, die in der Regel in einer Distanz von 50 Metern stehen.

Warum haben Motorräder oft einen längeren Bremsweg als Autos? Das liegt laut ifz unter anderem daran, dass sich die Radlast bei starken Bremsmanövern im Vergleich zum Auto wesentlich stärker verteilt - und auf das Vorderrad verlagert. Das Gewicht drücke dann nach vorn. Auch die im Vergleich schmalere Reifenaufstandsfläche, der höhere Schwerpunkt sowie der kürzere Radstand seien Faktoren.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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