Auch bei Vorfahrt: Mithaften bei falschem Blinken

14.06.2016
Wer falsch blinkt, kann bei einem Unfall durchaus eine Teilschuld bekommen. Foto: Arno Burgi
Wer falsch blinkt, kann bei einem Unfall durchaus eine Teilschuld bekommen. Foto: Arno Burgi

Saarbrücken (dpa/tmn) - Wer falsch blinkt, wird auch bei Vorfahrt nach einem Unfall zur Mithaftung herangezogen. Das ergibt sich aus einem Urteil des Landgerichts (LG) Saarbrücken (Az.: 13 S 64/15),über das der ADAC berichtet.

Ein Autofahrer fuhr im verhandelten Fall auf einer vorfahrtsberechtigten Straße. Dabei blinkte er rechts. Das nahm ein weiterer Autofahrer in einer von rechts kommenden Nebenstraße zum Anlass abzubiegen. Dabei stießen die Autos zusammen, da der Blinkende geradeaus weiterfuhr.

Der blinkende Autofahrer verlangte Schadenersatz. Doch die gegnerische Versicherung weigerte sich, voll zu zahlen.

Das Gericht gab ihr Recht. Zwar sei dem ersten Eindruck nach der Fahrer aus der Nebenstraße alleiniger Unfallverursacher, da ja wartepflichtig. Doch dürfe dieser auch darauf bauen, dass sich der andere Autofahrer nicht untypisch und verkehrswidrig verhält, durch falsches Blinken etwa. Doch darauf allein hätte sich der Fahrer nicht verlassen dürfen. Es hätte weiterer Hinweise wie zum Beispiel der Verringerung der Geschwindigkeit bedurft. So sprach das Gericht eine Haftungsverteilung von 30 zu 70 zu Lasten des Wartepflichtigen aus.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Es geht rund: Welche Regeln sie im Kreisverkehr beachten müssen, haben nicht alle Autofahrer parat - was gilt?. Foto: dpa-infografik GmbH/dpa-infografik GmbH/dpa-Themendi/dpa Die Krux mit dem Kreisverkehr Immer öfter ersetzen Städte und Gemeinden normale Kreuzungen durch Kreisverkehre - und das aus gutem Grund: Kreisel gelten als wesentlich sicherer. Doch auch ein Kreisel hat seine Tücken.
Freie Fahrt: Sind keine speziellen Radampeln vorhanden, gelten für Radler ab 2017 nicht die Fußgänger-, sondern die Fahrverkehrsampeln. Foto: Bodo Marks Was sich 2017 im Straßenverkehr ändert 2017 bringt auch für den Straßenverkehr einige Neuerungen mit sich. Vor allem radelnde Eltern dürften sich freuen: Sie dürfen ihren Nachwuchs künftig auch auf dem Fußweg begleiten.
Achtung, Polizeikontrolle: Wer wiederholt viel zu schnell unterwegs ist und erwischt wird, dem kann eine MPU drohen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa Was Autofahrer zu MPU wissen müssen Bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung geht es für Autofahrer um ihre Fahrerlaubnis. Doch wann droht sie? Und wie ist dann der praktische Ablauf? Wissenswertes rund um die MPU.
Nicht vergessen: In vielen Ländern wird für die Benutzung von Autobahnen eine Maut fällig. Foto: Andrea Warnecke Was Autofahrer bei Reisen ins Ausland beachten sollten Wer einmal im Ausland geblitzt worden ist, weiß, dass der deutsche Bußgeldkatalog noch vergleichsweise mild ist. Doch nicht nur mit dem Tempo sollten Autofahrer im Ausland aufpassen. Es gibt noch mehr zu beachten.