Wo Gerichte dem Weihnachtsschmuck Grenzen setzen

07.12.2020
Weihnachtsschmuck gehört für viele einfach dazu. Nur das Wohnzimmer zu schmücken reicht aber manchen Mietern nicht. Doch was, wenn die Nachbarn der Weihnachtskitsch an Balkon und Fenstern stört?
Was für den einen schön aussieht, ist für den anderen ärgerlich: Mieter dürfen ihre Nachbarn nicht mit allzu greller Weihnachtsbeluchtung belästigen. Foto: Soeren Stache/dpa/dpa-tmn
Was für den einen schön aussieht, ist für den anderen ärgerlich: Mieter dürfen ihre Nachbarn nicht mit allzu greller Weihnachtsbeluchtung belästigen. Foto: Soeren Stache/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nicht nur die Wohnungen, auch Balkone, Hausfassaden oder Treppenhäuser werden in der Vorweihnachtszeit oft üppig geschmückt. Hier sind aber Grenzen zu beachten, erklärt der Deutsche Mieterbund (DMB).

So können Mieter Adventskränze an ihrer Wohnungstür befestigen. Die Nachbarn müssen damit leben. Nicht hinnehmen müssen Mitmieter es aber, wenn das gesamte Treppenhaus nach den Vorstellungen einer Mietpartei dekoriert wird, entschied das Amtsgericht Münster (Az.: 38 C 1858/08).

Auch weihnachtliche Duftsprays dürfen nicht im ganzen Haus versprüht werden, da hier das Zusammenleben der Bewohner beeinträchtigt wird, entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az.: 3 WX 98/03).

Lichterketten und Weihnachtsschmuck am Balkon sind hingegen erlaubt, wenn sie sicher installiert sind. Die Hausfassade darf dabei aber nicht beschädigt werden. Es ist weit verbreitete Sitte, in der Weihnachtszeit Fenster und Balkone mit elektrischer Beleuchtung zu schmücken, befand das Landgericht Berlin (Az.: 65 S 390/09).

Aber: Die vorweihnachtliche Illumination darf die Nachbarn nicht übermäßig stören. Werden die Nachbarwohnungen hierdurch die ganze Nacht über zwangsbeleuchtet, können Nachbarn verlangen, dass die Lichter ab 22 Uhr ausgeschaltet werden.

Fängt ein Adventskranz Feuer und entsteht ein beträchtlicher Schaden in der Wohnung, muss die Gebäudeversicherung des Vermieters für den Schaden aufkommen. Das gilt zumindest dann, wenn den Mietern nur einfache Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist. Die Versicherung kann keinen Regress von den Mietern fordern, sie kann auch nicht verlangen, die Mieter müssten ihre Haftpflichtversicherung einschalten, entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 67/06).

© dpa-infocom, dpa:201204-99-573499/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Nicht immer trifft der weihnachtliche Schmuck der Nachbarn den eigenen Geschmack. Solange die Beleuchtung nicht die ganze Nacht das Schlafzimmer der Nachbarwohnung erhellt, ist sie aber erlaubt. Foto: Soeren Stache/dpa Weihnachtsdeko in der Wohnung hat Grenzen Wenn Wohnungsfenster wie Leuchtreklame blinken und Vorgärten zur zweiten Heimat des Weihnachtsmanns werden, ist Adventszeit. Doch bei aller Vorfreude auf das Fest: Nicht jede Dekoration ist Mietern erlaubt. Ab wann Probleme drohen.
Gründlich säubern vor dem Einlagern bis zum nächsten Weihnachtsfest: Für manche Christbaumkugeln ist ein Brillenputztuch dafür eine gute Wahl. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn So wartet Weihnachtsdeko sicher auf den Einsatz 2021 Zerbrechliche Christbaumkugeln und lange Lichterketten: Zu Beginn des neuen Jahres wird die Weihnachtsdeko wieder abgebaut. Doch wohin damit? Und wie verpacke ich alles so, dass nichts kaputt geht?
Welcher Baum soll es sein? Wer will, kann sich eine Tanne für das Weihnachtsfest aussuchen und selber fällen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Mit Glühwein zum Weihnachtsbaum: Der Kauf wird zum Event An den Weihnachtsbaum, fertig, los! Das Buhlen um die perfekte Tanne hat begonnen. Viele Betriebe machen den Verkauf inzwischen zum Event mit Glühwein und Wurst. Das ist auch der einzige Trend rund um den Weihnachtsbaum. Gekauft wird dabei weiter vor allem die Nordmanntanne.
Mieter dürfen Lichterketten auf dem Balkon anbringen, wenn sie damit niemandes Sicherheit gefährden. Foto: Oliver Berg Lichterkette darf im Balkonbereich angebracht werden Überall blinkt und blitzt es in der Vorweihnachtszeit von Fenstern und Balkonen. Manchem Vermieter gefällt die Dekoration womöglich nicht. Doch seine rechtlichen Möglichkeiten gegenüber Mietern sind beschränkt, wie entsprechende Urteile zeigen.