Wintergarten als zweites Wohnzimmer

28.09.2020
In einem Wintergarten am Haus können die Bewohner auch während der kalten Jahreszeit der Natur nahe sein. Doch beim Bau gilt es einiges zu beachten. Experten klären auf.
Der Wintergarten als Luxuszimmer: Man braucht es eigentlich nicht unbedingt. Aber wer einen hat, möchte ihn nicht mehr missen. Foto: Wintergarten Fachverband/dpa-tmn
Der Wintergarten als Luxuszimmer: Man braucht es eigentlich nicht unbedingt. Aber wer einen hat, möchte ihn nicht mehr missen. Foto: Wintergarten Fachverband/dpa-tmn

Rosenheim (dpa/tmn) - «Einen Wintergarten braucht eigentlich kein Mensch. Aber wer einen hat, möchte ihn nie mehr missen»: So beschreibt Franz Wurm vom Wintergarten-Fachverband gern, was für ihn den Charme eines solchen gläsernen Hausanbaus ausmacht.

Der Wintergarten ist zwar ein Raum, in dem man sich gern aufhält, aber zum Wohnen benötigt man ihn nicht unbedingt. Er ist ein Stück Luxus, eine naturnahe Oase zum Genießen. «Für viele Menschen hat es einen besonderen Reiz, dass sie zu allen Jahreszeiten quasi draußen sein können», sagt Wurm.

Oft werden Wintergärten erst im Nachhinein angebaut und gelten so als Erweiterung des Gebäudes. «Bauherren sollten immer beim zuständigen Bauamt nachfragen, wie die gesetzlichen Regelungen in der Kommune aussehen», betont Wurm. Denn Wintergärten müssen grundsätzlich genehmigt werden.

Osten, Süden, Westen - oder Norden?

Welcher Platz am Haus der richtige ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. «Besonders warm und sonnig ist es im Osten, Süden und Westen. Aber auch ein Nordwintergarten hat seinen Reiz, muss allerdings in den kühlen Jahreszeiten gut beheizt werden», so Wurm. Andererseits werden solche Wintergärten im Sommer auch nicht zu heiß.

Insgesamt sollte ein Wintergarten nicht zu klein sein, findet Wurm. Es müsse genügend Platz für Sitzgelegenheiten, Pflanzen und Durchgangswege bleiben - 15 Quadratmeter seien da das Minimum.

Glas entscheidet über Hitze im Wintergarten

80 Prozent des Wintergarten-Materials sind Glas. «Die Auswahl des richtigen Glases entscheidet wesentlich über das Klima im Wintergarten», sagt Jochen Grönegräs, Geschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas in Troisdorf. Für die Seitenflächen sollte mindestens Zweifachglas eingesetzt werden, damit die Anforderungen der Energieeinsparverordnung erreicht werden.

Zweifachglas hat einen sogenannten U-Wert von 1,1. Wo die statischen Voraussetzungen es erlauben, ist sogar Dreifachglas mit U-Werten von 0,7 bis 0,6 sinnvoll. Es ist aber etwas schwerer als Zweifachglas. Grundsätzlich gilt: Je geringer der U-Wert, desto besser ist der Wärmeschutz des Glases. Oberhalb der Kopfhöhe verwendet man aus Sicherheitsgründen am besten Verbundsicherheitsglas.

Individuelle Überlegung: Winter- oder Sommerwintergarten?

Ob es ein beheizter Wohnwintergarten wird, in dem man das gesamte Jahr über sitzen kann, oder ein weniger gut oder gar nicht beheizter Raum für die Übergangszeit, hängt von den persönlichen Vorlieben der Bewohner ab. Mancher möchte nur die Sommersaison verlängern und den Wintergarten vor allem im Frühjahr und Herbst nutzen. Dann braucht er dafür keine aufwendige Heizung, sondern es reicht vielleicht ein Radiator, um den Raum auf 12 bis 19 Grad Celsius aufzuheizen.

«Soll der Wintergarten aber das ganze Jahr bewohnt werden, muss er auf mindestens 19 Grad Celsius beheizbar sein. Und er braucht einen sommerlichen Wärmeschutz, sonst würden sich die angrenzenden Räume zu stark aufheizen», erklärt Katrin Voigtländer-Kirstädter vom Regionalbüro Ebersberg des Verbands Privater Bauherren (VPB).

© dpa-infocom, dpa:200925-99-711223/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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