Wie man schwarze Badezimmerfugen los wird

12.10.2020
Sie sind hässlich und können im Ernstfall sogar gesundheitsgefährdend werden: schwarze Badezimmerfugen. Woher kommen die schwarzen Stellen und was kann man vorbeugend tun?
Wichtig bei der Reinigung von Badfugen - insbesondere, wenn man chemische Mittel verwendet: Das Reinigungsmittel möglichst nicht direkt auftragen, sondern zuerst auf den Lappen oder die Bürste geben. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Wichtig bei der Reinigung von Badfugen - insbesondere, wenn man chemische Mittel verwendet: Das Reinigungsmittel möglichst nicht direkt auftragen, sondern zuerst auf den Lappen oder die Bürste geben. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Köln/Bonn (dpa/tmn) - Man schrubbt, bürstet und kratzt - doch nichts davon scheint gegen die schwarze Schicht auf den Badezimmerfugen zu helfen. Oft handelt es sich bei der schwarzen Verfärbung um Schimmel, erklärt Jochen Bretschneider von der DIY Academy.

Die normalen Reinigungsmittel reichen da nicht mehr aus. Doch bevor man zur «Chemiekeule» greift, lohnt es sich, verschiedene Haushaltsmittel auszuprobieren.

Schwarzschimmel bildet sich bei Temperaturen zwischen 7 und 45 Grad - und da liegt die Badezimmertemperatur mittendrin, sagt Bretschneider. Der Schimmel zeichnet sich meist durch «schmierige schwarze Punkte oder Flecken» aus, ergänzt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).

Tritt der Schimmel nicht nur vereinzelt auf, sondern breitet sich großflächig aus, kann es unter Umständen sogar gefährlich werden, sagt Wischmann. Denn schwirren die Schimmelsporen in der Luft herum, können sie Atemwegsbeschwerden und Hustenreiz verursachen.

Auf die Putzmittel, fertig, los!

Bei der Wahl des Reinigungsmittels spielen die Art der Flecken und Fugen eine große Rolle. Denn je nachdem, ob es sich um Zement- oder Silikonfugen handelt, braucht es andere Mittel.

Bei Zementfugen kann man mit verschiedenen Mitteln experimentieren: Alles was basisch ist - also einen pH-Wert über sieben hat - kann gegen Schimmel helfen, sagt Bretschneider. Denn der Schimmel wächst vor allem bei einem pH-Wert unter sieben. Reinigungsmittel, die leicht alkalisch oder chlorhaltig sind, sind daher optimal bei der Schimmelbekämpfung.

Doch auch einige Haushaltsmittel eignen sich: Man kann beispielsweise eine Mischung aus Backpulver, Natron oder Soda mit etwas Wasser anrühren, diese auf eine ausrangierte Zahnbürste geben und damit die Fugen abbürsten. Auch mit Geschirrspülmittel (kein Handspülmittel) oder Vollwaschmittel lässt sich eine solche Paste anrühren. Kernseife wirkt ebenfalls, da sie stark basisch ist.

Effektiv ohne Nebenwirkungen: Haushaltsmittel

Im Handel gebe es viele stärkere Mittel, die schnell wirken und mindestens kurzfristig effektiv gegen den Schimmel helfen, sagt der Trainer der DIY Academy. Doch er warnt: «Wenn wir diese Mittel einatmen, schaden sie auch uns - nicht nur dem Schimmelpilz.»

Wichtig ist, das Reinigungsmittel möglichst nicht direkt aufzutragen, sondern zuerst auf das Reinigungsgerät, zum Beispiel den Lappen oder die Bürste zu geben, betont Wischmann.

Bei Silikonfugen ist schnelles Handeln gefragt. Denn frisst sich der Schimmel einmal in die Silikonmasse hinein, ist er kaum noch zu entfernen. Wischmanns Tipp ist es, Essigessenz verdünnt auf einen Lappen aufzutragen. Bretschneider empfiehlt dagegen hochprozentigen Alkohol. Ist der Schimmel nur oberflächlich, reicht einreiben, einwirken lassen und wegputzen oft aus. Dringt er jedoch in das Silikon ein, müssen die Fugen komplett ausgetauscht werden. Dies ist sehr aufwendig und sollte am besten von einem Profi durchgeführt werden.

Um sich eine Fugenerneuerung zu sparen und immer strahlend weiße Fliesen zu haben, kümmert man sich am besten vorab darum, dass es gar nicht erst zu hässlichen Flecken und Schimmelbildung kommt. Laut dem VDS-Geschäftsführer ist die wichtigste Badhygieneregel: gut und regelmäßig zu lüften. Das heißt: «Nach jedem Duschen oder Baden die Fenster weit öffnen und mindestens 15 Minuten für Durchzug sorgen». Bei einem Bad ohne Fenster sollte man für eine automatische Ventilation sorgen, die lange genug läuft.

© dpa-infocom, dpa:201009-99-886886/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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