Wenn der Schrauber durchdreht - Arbeiten mit Kreuzschlitz

28.03.2016
Kreuzschlitz-Schrauben lassen sich oft nicht gut eindrehen und fest anziehen. Oft liegt das am Schraubendreher. Was man tun kann:
Es gibt zwei unterschiedliche Varianten beim Kreuzschlitz. Foto: David Ebener
Es gibt zwei unterschiedliche Varianten beim Kreuzschlitz. Foto: David Ebener

Berlin (dpa/tmn) - Der Schraubendreher greift die Kreuzschlitz-Schrauben nicht richtig am Kopf. Und schon dreht er durch. Oder beim Lösen wird der Kreuzschlitz beschädigt, was ein Herausdrehen der Schraube unmöglich macht. Ursache für diesen unangenehmen Effekt kann die falsche Wahl des Schraubendrehers oder Schraubbits sein.

Denn abgesehen von der richtigen Größe gibt es zwei unterschiedliche Varianten des Kreuzschlitzes, auch Antriebe genannt. «Zum einen das Phillips-Recess-System und zum anderen das später daraus entwickelte Pozidriv-Sytem», erklärt Peter Birkholz, Ratgeberautor der Stiftung Warentest in Berlin. «Ihr Unterschied liegt in der geometrischen Form der Flanken der vier als ein Kreuz angeordneten Klingen.» Die Werkzeuge sind mit Pz (Pozidriv) oder Ph (Phillips) gekennzeichnet.

Beim Phillips-System sind die Flanken aus Gründen der einfacheren Fertigung ein wenig keilförmig. Die Folge: Die Keilwirkung teilt die Kräfte in die erwünschte Drehkraft und eine nicht erwünschte Axialkomponente in Richtung des Schraubendrehergriffs auf. Man muss zum Eindrehen einer Schraube folglich kräftig drücken, damit der Schraubendreher nicht durchrutscht, erklärt Birkholz die Folge.

Eine Verbesserung bringt das häufiger anzutreffende Pozidriv-System, bei dem die Flanken gerade verlaufen, erläutert der Heimwerkerexperte. «Hier fällt die axiale Kraftkomponente weg.» Hinzu kommen kleine spitze Keile, die zwischen den vier Klingen liegen und beim Andrücken in den Schraubenkopf eindringen. Das sorgt für eine bessere Übertragung des Drehmoments. «Also auch hier sollte noch gedrückt werden», rät Birkholz.

«Natürlich müssen auch die Größen des Schraubendrehers und der Schraube zueinander passen», betont der Experte. «Welcher Schraubendreher der richtige ist, ob beispielsweise Pz 2 oder Ph 3, ist auf der Schraubenpackung angegeben.»

Aber der Markt bietet noch eine Lösung: «Inzwischen ist das sogenannte Torx-System auf dem Vormarsch, dessen Antrieb an Stelle eines Kreuzes auf sechs Flanken basiert.» Damit lassen sich auch höhere Drehmomente übertragen. «Wer sich also das Kreuz mit dem Kreuzschlitz ersparen möchte, greift besser zur Torx-Schraube und dem entsprechenden Tx-Bitsatz in den gängigsten Größen», empfiehlt Birkholz. «Torxschrauben lassen sich nämlich ausschließlich mit der exakt dazu gehörenden Bitgröße bewegen.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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