Welche Kaffeemaschine passt zu mir?

14.09.2020
Kapsel, Filter, Vollautomat: Auf der Suche nach der passenden Kaffeemaschine gibt es unzählige Möglichkeiten. Welches Gerät ist für wen das passende? Wir geben einen Überblick.
Vollautomaten verfügen meist über ein integriertes Mahlwerk - Bohnen werden so für den optimalen Geschmack immer frisch gemahlen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Vollautomaten verfügen meist über ein integriertes Mahlwerk - Bohnen werden so für den optimalen Geschmack immer frisch gemahlen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Hamburg/Berlin (dpa/tmn) – Für die meisten Menschen braucht es am Morgen vor allem eins: eine duftend heiße Tasse Kaffee. «Kaffee ist das meist getrunkene Getränk in Deutschland», sagt Holger Preibisch vom Deutschen Kaffeeverband in Hamburg.

Vor allem Filterkaffee schmeckt den Deutschen, weshalb in jedem zweiten Haushalt eine solche Maschine steht. Doch auch Vollautomaten und Kapselmaschinen liegen im Trend. Was die Geräte können und für wen sie geeignet sind – wir geben einen Überblick.

Filtermaschinen: Kaffee für die große Tafelrunde

Wer viel Kaffee braucht, das heißt für mehrere Personen zur gleichen Zeit, nutzt dafür am schnellsten eine klassische Filtermaschine. Diese brüht eine ganze Kanne in wenigen Minuten. Sobald das Wasser durch den Filter geflossen ist, sollte der Kaffee sofort getrunken werden. «Nach zehn Minuten auf der Wärmeplatte entstehen Bitterstoffe, die den Geschmack verschlechtern», erklärt Preibisch.

Pad- und Kapselmaschinen: für Wenigtrinker und Bequeme

Wer wenig Kaffee trinkt oder schnell eine Tasse zubereiten will, für den sind Kapsel- und Padmaschinen eine Option. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat («test»-Ausgabe 8/20). «Die Anbieter der Geräte versprechen, die ideale Kaffee- und Wassermenge, Brühtemperatur und –dauer gefunden zu haben», sagt Roman Schukies, Test-Redakteur in Berlin.

Das hat seinen Preis: «Kapseln kosten mit 34 Cent das Dreifache im Vergleich zu einem Kaffee aus dem Vollautomaten – hier fallen nur 11 Cent an», sagt er. Nachteilig ist auch der entstandene Müll. Kapseln bestehen aus Kunststoff oder Aluminium. Hinzu kommen Deckel und Umverpackungen. «Kunststoff hat in der Ökobilanz die größten Umweltfolgen, gefolgt von Aluminium», sagt Schukies.

Vollautomaten: die Alleskönner

«Wer gern hochwertigen Bohnenkaffee, Cappuccino oder Latte Macchiato trinkt, kann über einen Vollautomaten nachdenken», rät sagt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ in Berlin. Diese Geräte können meist eine Vielzahl an Kaffeespezialitäten zubereiten.

Die Maschinen verfügen meist über ein integriertes Mahlwerk, damit sich aus der frisch gemahlenen Bohne das volle Aroma entfaltet, sowie ein Milchaufschäumer. Die Reinigung ist insgesamt aufwendig. «Das lohnt sich kaum, wenn man nur schnell einen Kaffee trinken will», meint Oberascher.

Siebträgermaschinen: für Individualisten und Perfektionisten

Die Siebträgermaschine ist eigentlich eine Art Espressomaschine. Vereinfacht gesagt wird ein Sieb mit Griff mit gemahlenem Espresso befüllt und an die Maschine geschraubt. Doch für den perfekten Kaffee muss noch mehr von Hand erledigt werden. «Hier müssen Kaffeemenge, Wassertemperatur und -druck sowie Brühzeit und Tamperdruck, also das Anpressen des Kaffees in den Siebträger, und die Flüssigkeit pro Tasse selbst eingestellt werden», erklärt Preibisch. Siebträgermaschinen seien daher etwas für Perfektionisten.

Die Alternativen: Espressokocher und French Press

Wer keinen Platz in der Küche hat oder sich ein kleineres Gerät für den Kaffee zulegen will, kann auch mit einer Pressstempelkanne oder einem Espressokocher arbeiten. Allerdings: «Ein Espresso aus einem sogenannten Espressokocher auf der Herdplatte ist streng genommen kein echter Espresso, weil das Wasser hierfür oft zu heiß ist und der Druck fehlt», erklärt Preibisch. Dagegen kann «eine Pressstempelkanne beziehungsweise French Press einen guten Kaffee zubereiten, wenn der Mahlgrad grob ist und die Kontaktzeit von Mehl und Wasser nur drei bis fünf Minuten beträgt», erklärt der Experte.

© dpa-infocom, dpa:200911-99-523870/2

Stiftung Warentest


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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